Denkmalstandort

Der Denkmalstandort Ballhausplatz

»Die Fenster des schönen alten Palais am Ballhausplatz […] warfen oft noch spät abends Licht in die kahlen Bäume des gegenüberliegenden Gartens [...]. Denn so wie der heilige Josef den gewöhnlichen Zimmermann Josef durchdringt, durchdrang der Name ‘der Ballhausplatz’ den dort stehenden Palast mit dem Geheimnis, eine des halben Dutzends mysteriöser Küchen zu sein, wo hinter verhängten Fenstern das Geschick er Menschheit bereitet wurde.« (Aus Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften)

Ist in den Medien heute vom »Ballhausplatz« die Rede, so ist damit heute in der Regel das Bundeskanzleramt gemeint (bis 2005 auch das österreichische Außenministerium, das hier, mit kürzeren Unterbrechungen, mehr als 250 Jahre seinen Sitz hatte). Die Adresse Ballhausplatz 2 ist daher – analog zum Quai d’ Orsay in Paris oder der Downingstreet Nr. 10 – ein Synonym für die große Bühne nationaler wie internationaler Politik. Auf der dem Bundeskanzleramt gegenüberliegenden Seite des Ballhausplatzes, im Leopoldinischen Trakt der Hofburg, hat zudem seit 1946 der österreichische Bundespräsident seinen Sitz.

Blick aus Richtung Volksgarten auf den Ballhausplatz, um 1825. Links im Anschnitt die Staatskanzlei (heute Bundeskanzleramt), in der Bildmitte das Ballhaus, rechts der östliche Trakt des Hofspitals, nach einem anonymen Aquarell.Quelle: Schloss Schönbrunn, Kultur- und Betriegsgesellschaft mbh

Blick aus Richtung Volksgarten auf den Ballhausplatz, um 1825. Links im Anschnitt die Staatskanzlei (heute Bundeskanzleramt), in der Bildmitte das Ballhaus, rechts der östliche Trakt des Hofspitals, nach einem anonymen Aquarell. Quelle: Schloss Schönbrunn, Kultur- und Betriegsgesellschaft mbh

Eine kurze Geschichte des Ballhausplatzes

Seinen Namen trägt der Ballhausplatz seit dem späten 18. Jahrhundert obwohl bereits rund 250 Jahre zuvor an dieser Stelle ein erstes Ballhaus entstanden war. Ferdinand I. von Habsburg hatte 1520 angeordnet, zur Zerstreuung des Hochadels, unweit der Hofburg, eine Halle für Ballspiele zu errichten. In den folgenden Jahrhunderten erfolgten nach Zerstörungen zwei Neuerrichtungen. Das Gebäude wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts für verschiedene Zwecke genutzt – unter anderem als Hofbauplatzkanzlei sowie als Kunstspeicher – und um 1903 abgerissen.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde am Ballhausplatz das bis heute erhaltene Gebäude nach den Plänen des Architekten Johann Lucas von Hildebrandt im barocken Stil errichtet. Der Bauplatz lag auf dem Areal des Hofspitals, dicht am damaligen Stadtwall und gegenüber der Hofburg. Es beherbergte die Geheime Hof- und Staatskanzlei nebst Archivräumen. Hier wurden seitdem die Hausangelegenheiten der Dynastie und Fragen der Außenpolitik bearbeitet – unter so namhaften Persönlichkeiten wie Clemens Graf Metternich und Felix Fürst zu Schwarzenberg. Die Hintertrakte grenzten schon damals an das Minoritenkloster. Im Kanzleigebäude am Ballhausplatz fand der Wiener Kongress (1814/15) statt, und hier versammelten sich im März 1848 revolutionäre Bürger, um gegen das Metternich’sche System der Restauration aufzubegehren. In den Räumen der Staatskanzlei am Ballhausplatz formulierten im Jahre 1914 k.u.k Beamte außerdem das Ultimatum an Serbien, das zum Ausgangspunkt des Ersten Weltkrieges werden sollte. Von einem Balkon desselben Gebäudes verkündete der letzte Außenminister Graf Andrássy gut vier Jahre später, am 29. Oktober 1918, die Auflösung des mit dem Deutschen Reich geschlossenen Bündnisses.

Die geheime Hof- und Staatskanzlei, um 1733. Das Gebäude wurde in den folgenden Jahren mehrfach umgestaltet, heute hat es eine fünfeckige Form. Rechts im Bild das Scalvinionische Haus (bis 1764), im Hintergrund rechts die Einfahrt zum Hofspital, Quelle: Federzeichnung von Salomon Kleiner

Die geheime Hof- und Staatskanzlei, um 1733. Das Gebäude wurde in den folgenden Jahren mehrfach umgestaltet, heute hat es eine fünfeckige Form. Rechts im Bild das Scalvinionische Haus (bis 1764), im Hintergrund rechts die Einfahrt zum Hofspital, Quelle: Federzeichnung von Salomon Kleiner

Doch auch nach Ende des Ersten Weltkrieges konzentrieren sich am Ballhausplatz zentrale staatliche Institutionen; die österreichischen Staats- bzw. Bundeskanzler (lange Zeit in Personalunion als Außenminister) und Bundespräsidenten residierten während der Ersten Republik wie auch zur Zeit des Austrofaschismus über weite Strecken in dem historischen Gebäude am Ballhausplatz. Insbesondere in der Endphase des Austrofaschismus wurden Heldenplatz und Ballhausplatz gemeinsam zum Ort für Aufmärsche und Demonstrationen der unterschiedlichen politischen Lager – gewissermaßen ein Vorgeschmack auf das, was am 15. März 1938, dem Tag der Verkündung des »Anschlusses« durch Adolf Hitler von der Hofburg aus geschehen sollte.

Doch bereits zuvor, am 25. Juli 1934, hatten sich am Ballhausplatz dramatische Ereignisse abgespielt, die auch baugeschichtlich Auswirkungen auf das dem Leopoldinischen Trakt der Hofburg gegenüberliegende Areal haben sollten. 154 verkleidete Angehörige der Wiener SS-Standarte 89 waren an diesem Tag zum Ballhausplatz aufgebrochen, um die austrofaschistische Regierung des Bundeskanzlers Dollfuß gefangen zu nehmen.

Belagerungszustand am Ballhausplatz, Juli 1934

Belagerungszustand am Ballhausplatz, Juli 1934

Der Ausgang der Geschichte ist bekannt: Bundeskanzler Engelbert Dollfuß wurde im »Grauen Ecksalon« des Kanzleramtes von dem nationalsozialistischen Attentäter Otto Planetta erschossen. Am Abend des 11. März 1938, also am Vorabend des Einmarschs der Wehrmacht auf österreichisches Staatsgebiet, begrüßte der von Bundespräsident Wilhelm Miklas für eine neue Regierungsbildung beauftragte bisherige Innenminster Arthur Seyß-Inquart vom Balkon des Kanzleramtes herab seine nationalsozialistischen Anhänger. Zwar wählte im Sommer 1940 der Gauleiter und Reichsstatthalter von Wien Baldur von Schirach seinen Sitz wieder am Ballhausplatz; dies sollte dies jedoch eine bis heute fast vergessene Episode bleiben. Der Ballhausplatz wurde vom »politischen Machtzentrum zu einer Liquidationsstelle für die zu einem Schattendasein absinkende ‘österreichische Landesregierung’«[1]

In der Zweiten Republik wurde der Ballhausplatz schnell wieder zum Sitz von Bundeskanzler, Vizekanzler und auch Außenminister (bis 2005); der Bundespräsident zog 1946 samt Präsidentschaftskanzlei um in den gegenüberliegenden Leopoldinischen Trakt der Hofburg. Auch weiterhin sammelten sich am Ballhausplatz Demonstranten, fanden Protestaufmärsche und Umzüge statt. Doch anders als zur Zeit der Ersten Republik sowie insbesondere zur Zeit des Austrofaschismus bestimmen heute nicht mehr schwer bewaffnete Angehörige der Exekutive das Bild am und um das Gebäude. Heute prägen dies vor allem Touristen, die in großer Zahl Ballhausplatz, Heldenplatz und Volksgarten bevölkern.
Schema des Ballhausplatzbereichs.

Schema des Ballhausplatzbereichs. / Quelle: Wandruszka, Adam; Reininghaus, Mariella: Der Ballhausplatz. Wiener Geschichtsbücher, hg. von Peter Pötschner, Bd. 33, Wien 1984, S. 93.

Blick auf das Otto-Wagner-Denkmal auf dem Heldenplatz (unmittelbar neben dem aktuellen Denkmalstandort), Anfang der 1930er Jahre.

Blick auf das Otto-Wagner-Denkmal auf dem Heldenplatz (unmittelbar neben dem aktuellen Denkmalstandort), Anfang der 1930er Jahre. / Quelle: www.viennatouristguide.at

Der Ballhausplatz als historischer Denkmalstandort

Am Ballhausplatz, genauer, auf einem rechteckigen Rücksprung am südwestlichen Rand des Volksgartens, wurde am 24. Oktober 2014 auf Beschluss der Wiener rot-grünen Koalition das Denkmal zur Erinnerung an die Verfolgten der NS-Militärjustiz eröffnet. Bereits zweimal seit 1930 ist dieses und das unmittelbar angrenzende Areal Standort eines Denkmals gewesen. Zwischen 1930 und 1937 fand sich dort eine Steinsäule in Erinnerung an den Wiener Architekten Otto Wagner.

Bereits kurz nach der Ermordung des Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß durch illegale Nationalsozialisten am 25. Juli 1934 begannen die Planungen für ein »Dollfuß Nationaldenkmal« in unmittelbarer Nähe. Die »Vaterländische Front« richtete 1934 einen Architekten-Wettbewerb aus. Das Denkmal sollte »in machtvoller Weise das Andenken an den Heldenkanzler überbringe[n] und das wesentliche Werk und Verdienst Dollfuß’ im Wege plastischer Darstellung aufzeige[n]«[2]. Die Sakralisierung des »toten Führers« diente auf der einen Seite der propagandistischen Abgrenzung gegenüber NS-Deutschland, auf der anderen Seite der Rechtfertigung autoritärer Strukturen des austrofaschistischen Regimes. Das zu errichtende Denkmal sollte laut Ausschreibungsunterlagen den Ballhausplatz zu einem »geschlossenen Platz regulieren, […] die Intimität dieses Platzes steigern und gegen den anliegenden Heldenplatz abgrenzen«[3]. Den Zuschlag erhielten die Entwürfe des Architekten Clemens Holzmeister und des Bildhauers Hans Andre.
Siegreicher Denkmalsentwurf von Holzmeister/Andre.  Quelle:  profil, Österreichische Monatsschrift für bildende Kunst, 4/1936, Heft 10, S.444/445

Siegreicher Denkmalsentwurf von Holzmeister/Andre. Quelle: profil, Österreichische Monatsschrift für bildende Kunst, 4/1936, Heft 10, S.444/445

Übersichtsskizze Denkmalstandort von Holzmeister/Andre.

Übersichtsskizze Denkmalstandort von Holzmeister/Andre. / Quelle: profil, Österreichische Monatsschrift für bildende Kunst, 4/1936, Heft 10, S.444/445

Das Denkmal bestand aus einem Steinblock mit den Maßen 10 x 3, 50 x 2, 33 m, der auf einem 2, 50 m hohen Unterbau ruhte. Darauf sollten die eingemeißelten Bilder des ermordeten Bundeskanzlers inmitten der österreichischen Jugend sowie – in schematischer Darstellung – der Stände und der Familie zu sehen sein. Der Denkmalblock sollte in einer von Mauern umgebenen Vertiefung stehen, Treppenanlagen den Zugang ermöglichen. Am 18. Oktober 1936 weihte der Wiener Kardinal Theodor Innitzer diesen und am selben Tag auch den Grundstein einer »Dollfuß-Führerschule« im 15. Wiener Gemeindebezirk (ebenfalls nach Entwürfen von Clemens Holzmeister).

Die Entwürfe indes kamen niemals zur Ausführung, das »Dollfuß-Nationaldenkmal« ebenso wenig wie ein am östlichen Rand des Ballhausplatzes (in den »Ballhausplatzgründen«) projektiertes »Haus der Vaterländischen Front«. Zwar war bereits ein Steinblock gesetzt worden am Ort des heutigen Standortes des Denkmals für die Verfolgten der NS-Militärjustiz; lediglich die Bildhauerarbeiten Hans Andres‘ fehlten noch. Der »Anschluss« im Frühjahr 1938 und die Übernahme der Regierung durch die Nationalsozialisten beendeten alle Planungen, die fertig gestellten Teile des Denkmals wurden schnell wieder entfernt.

Der Ballhausplatz mit geplanten »Haus der Vaterländischen Front«, oben rechts und Dollfuß-Nationaldenkmal, unten Mitte, Modell von Clemens Holzmeister von 1937.

Der Ballhausplatz mit geplanten »Haus der Vaterländischen Front«, oben rechts und Dollfuß-Nationaldenkmal, unten Mitte, Modell von Clemens Holzmeister von 1937.

Stattdessen brachten die neuen Machthaber an der Außenseite des Bundeskanzleramtes eine Gedenktafel für die »154 deutschen Männer« an, die dort am 25. Juli 1934 »für Deutschland« gehandelt hätten. Der Dollfuß-Attentäter Otto Planetta war nach dem Mord verhaftet und am 31. Juli 1934 im Wiener Landesgericht hingerichtet worden. Die Nationalsozialisten stilisierten ihn in den folgenden Jahren zum »ostmärkischen Freiheitshelden«. Bis 1944 fanden jährlich am 25. Juli Prozessionen zum Ballhausplatz statt, die Gedenktafel für Planetta wurde unmittelbar nach Kriegsende entfernt. Im Bundeskanzleramt erinnert bis heute eine Inschrift im Fußboden des »Grauen Ecksalons« an den Mord an Engelbert Dollfuß. Bis 2006 gab es im Gebäude noch eine kleine Gedenkstätte mit Portraitfoto und Kerze am Tatort, bis 2010 noch einen jährlichen Gedenkgottesdienst in der Amtskapelle am Ballhausplatz.

Seit 1937/1938 ist der Ort also nicht mehr für Denkmäler genutzt worden. Seit den Zeiten der schwarz-blauen Koalition (2000-2007) diente die Fläche als Park- und Abstellplatz für Einsatzfahrzeuge bzw. Absperrgitter, die anlässlich von Großveranstaltungen oder Staatsbesuchen auf dem Heldenplatz benötigt wurden. Auf der seit 1995 alljährlich durch das Bundesheer abgehaltenen »Informations- und Leistungsschau« am Nationalfeiertag auf dem Heldenplatz wurde das künftige Denkmalareal auf dem Ballhausplatz ebenfalls als Abstellfläche genutzt.

Inhaltliche Gründe für die Wahl des Ballhausplatzes als Denkmalstandort

Angesichts der oben kurz zusammengefassten historischen Ereignisse rund um den Denkmalstandort am Ballhausplatz seien hier die wichtigsten Kriterien für seine thematische Eignung zusammengefasst. Die Entscheidung für diesen Ort war von intensiven inhaltlichen und politischen Diskussionen begleitet, was sich auch in der medialen Berichterstattung widerspiegelte:

  1. Heldenplatz und Ballhausplatz sind von der räumlichen Wahrnehmung her kaum voneinander zu trennen, sie gehen ineinander über. Beide Areale sind also mindestens im Sinne der dort verhandelten Präsentation staatlicher Macht eng verknüpft – und damit auch ihre Bedeutung für die hier noch immer präsenten Themenkomplexe Krieg, »Heldentum«, Militär und Opfergedenken.
  2. Vom Ballhausplatz aus besteht eine Sichtbeziehung zu dem Balkon in der »Neuen Burg«, von dem aus Adolf Hitler am 15. März 1938 den »Anschluss« Österreichs an das Deutsche Reich erklärte. Nur ein Jahr später begann die Wehrmacht einen beispiellosen Angriffs- und Vernichtungskrieg, der rund 50 Millionen Menschen das Leben kostete. Die Verfolgten einer verbrecherischen Wehrmachtjustiz zählen zu den Opfern dieser verbrecherischen Kriegführung. Aufgrund der besonders hohen Zahl hingerichteter Deserteure ist das Denkmal in starkem Maße auch ihnen gewidmet und ihren ganz spezifi­schen Entscheidungen, sich – wenn auch nicht immer bewusst und im Sinne einer höheren poli­tischen Moral – einem verbrecherischen Krieg zu verweigern; insofern setzt das Denkmal an diesem zentralen und geschichtsträchtigen Ort ein Fragezeichen hinter Konzepte absoluten Gehorsams und autoritärer Gewalt.
  3. Am Ballhausplatz konzentrier(t)en sich wichtige staatliche Institutionen der Exekutive – im historischen wie im gegenwärtigen Österreich. Jeder Staatsgast passiert das Denkmal; der Ort bietet eine exzellente Möglichkeit, um die Abkehr von den Zielen und Mitteln eines verbrecherischen Staates deutlich zu machen, zu dem Österreich zwischen 1938 und 1945 gehörte. Hier kann vergangenheitspolitisch klar Position bezogen und damit ein Bekenntnis zu Rechtsstaatlichkeit, Friedfertigkeit und Zivilcourage abgelegt werden.
  4. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Ballhausplatz, in der Krypta am Äußeren Burgtor, gedenkt die Republik Österreich bis heute seiner »Kriegshelden« – auch wenn diese Gedenkpraxis zur Zeit einer eingehenden Prüfung unterzogen wird (Stand Herbst 2016). In diese Richtung einer Konservierung militärischer Traditionen weisen auch die Reiterstandbilder für Erzherzog Karl und den Prinzen Eugen auf dem Heldenplatz. Ein in Sichtweite errichtetes Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz am Ballhausplatz sollte dort als Gegenentwurf verstanden werden zum Handeln gehorsamer (österreichischer) Wehrmachtssoldaten, die, wie es (Stand Januar 2017) in einer offenbar zeitlos verstandenen Widmung in der Krypta sinngemäß heißt, »in Erfüllung Ihres Auftrages ihr Leben ließen«. Dagegen zu setzen wäre der Satz von Elfriede Jelinek: »Wir können nicht wissen, wie wir uns damals verhalten hätten, aber wir wissen, wie wir uns verhalten hätten sollen«

[1] Wandruszka, Adam; Reininghaus, Mariella: Der Ballhausplatz. Wiener Geschichtsbücher, hg. von Peter Pötschner, Bd. 33, Wien 1984, S. 100.

[2] & [3] Profil. Österreichische Monatsschrift für bildende Kunst, 4/1936, H.10, S.444..

Weiterführende links zum Ballhausplatz

Literatur

  • Ackerl, Isabella (Red.): Wien Ballhausplatz 2. Ein Haus und seine Geschichte, Wien 2001.
  • Brait, Andrea: Das Bundeskanzleramt in Wien. Ein österreichischer Gedächtnisort. Hamburg 2010.
  • Das Dollfuß-Nationaldenkmal auf dem Ballhausplatz in Wien. In: Profil. Österreichische Monatsschrift für bildende Kunst, 4/1936, H.10, S.444f.
  • Bundespressdienst (Hg.): Schicksal eines Hauses. Wien, Ballhausplatz 2, Wien 1977.
  • Engel-Janosi, Friedrich: Geschichte auf dem Ballhausplatz, Essays zur österreichischen Außenpolitik, Wien 1963.
  • Grassegger, Friedrich: Denkmäler des autoritären Ständestaates. Repräsentation staatlicher und nationaler Identität Österreichs 1934-1938. In: Ders. (Hg.): Steinernes Bewusstsein I. Die öffentliche Repräsentation staatlicher und nationaler Identität Österreichs in seinen Denkmälern, Wien/Köln/Weimar 1998, S. 495-546.
  • Grassegger, Friedrich: Nationalsozialistische Denkmäler in Österreich. Denkmalspuren der NS-Herrschaft und die Frage nach der österreichischen Identität (1938-1945). In: Ders. (Hg.): Steinernes Bewusstsein I. Die öffentliche Repräsentation staatlicher und nationaler Identität Österreichs in seinen Denkmälern, Wien / Köln /Weimar 1998, S. 547-573.
  • Holzbauer, Wilhelm: Das ungebaute Wien. 1800 bis 2000. Projekte für die Metropole, Katalog für die Sonderausstellung des Historischen Museums Wien, Wien 2000.
  • Hufschmied, Richard; Rathkolb, Oliver (Hg.): Mehrfach gewendet: Eine historisch-künstlerische Collage der Schlüsseljahre 1918 / 1938 / 1945 / 1955. Präsidentschaftskanzlei, Hofburg, Ballhausplatz. 26. 10. 2008, Wien 2008.
  • Kellerhoff, Sven Felix: Schüsse am Ballhausplatz. Der Putsch gegen Österreichs Kanzler Dollfuß 1934. In: Demandt, Alexander (Hg.): Das Attentat in der Geschichte, Wien/Köln 1996, S. 345-366.
  • Reiter-Zatloukal, Ilse; Rothländer, Christiane; Schölnberger, Pia (Hg.): Österreich 1933–1938. Interdisziplinäre Annäherungen an das Dollfuß-/Schuschnigg-Regime, Wien 2012.
  • Stachel, Peter: Signs and the City. Meaning and Function of »Heroes Squares« in Centrale Europe, In: Barbara Lášticová, Sophie Wahnich, Andrej Findor (Hg.), Politics of Collective Memory. Cultural Patterns of Commemorative Practices in Post-War Europe, Wien/Berlin 2008, S. 69-91.
  • Stachel, Peter: Der Heldenplatz. Zur Semiotik eines österreichischen Gedächtnis-Ortes. In: Riesenfellner, Stefan (Hg.): Steinernes Bewusstsein I. Die öffentliche Repräsentation staatlicher und nationaler Identität Österreichs in seinen Denkmälern, Wien/Köln/Weimar 1998, S. 619-656.
  • Wandruszka, Adam; Reininghaus, Mariella: Der Ballhausplatz. Wiener Geschichtsbücher, hg. von Peter Pötschner, Bd. 33, Wien 1984.

Ausgewählte Berichterstattung zur Standortentscheidung am Ballhausplatz


Chronologie des Denkmalprozesses

Dezember 2010: Koalitionsvereinbarung der rot-grünen Stadtregierung: Entscheidung zur Errichtung eines Denkmals für Deserteure der Wehrmacht in Wien.

Mai 2011: Auf Initiative des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ (im folgenden „Personenkomitee“) und den Grünen erstes Treffen zwischen Vertretern des Personenkomitees und SP-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (Kulturabteilung der Stadt Wien, kurz: MA 7). Letzterer stellt die baldige Bildung einer Arbeitsgruppe in Aussicht, die wissenschaftliche Grundlagen und andere wichtige Voraussetzungen für den Denkmalprozess erarbeiten sollte. Das Personenkomitee kritisiert kurz darauf in einem Schreiben an den Stadtrat den aus seiner Sicht fehlenden Nachdruck der MA 7 hinsichtlich eines konkreten Umsetzungsplans. Der Stadtrat verwahrt sich in einem Antwortschreiben vom 23. Mai gegen den Vorwurf der „Ärmelschonermentalität“ von Seiten des Personenkomitees – Initiativen des Stadtratbüros für das Projekt bleiben dann allerdings bis zum Herbst aus.

Oktober 2011: Gedenkveranstaltung für die Opfer der NS-Militärjustiz in Kagran: Kulturstadtrat Mailath-Pokorny spricht sich in einer Rede für die zügige Errichtung des Denkmals aus und nennt als Termin der Fertigstellung das Jahr 2012. Grüne und Personenkomitee bringen verschiedene Persönlichkeiten zur Leitung einer Kommission ins Gespräch, die den Denkmalprozess koordinieren soll,darunter die damalige Leiterin des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands (DÖW) Brigitte Bailer, die Rektorin der Akademie für Bildende Künste Eva Blimlinger, die ehemalige Grüne Wiener Stadträtin Friedrun Huemer, den Politikwissenschaftler Walter Manoschek, die damalige Volksanwältin Terezija Stoisits sowie den ehemaligen Obmann des grünen Parlamentsklubs Andreas Wabl. Daraufhin benennt die MA 7 als ihren Kandidaten mit Manfried Rauchensteiner den ehemaligen Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien.

November 2011: Konstituierende Sitzung des Gremiums, das den Denkmalprozess koordinierend begleiten soll. Darin vertreten sind verschiedene Magistratsabteilungen der Stadt Wien wie die MA 9 (Wien Bibliothek im Rathaus), die MA 8 (Wiener Stadt- und Landesarchiv), die MA 7 (Kulturabteilung der Stadt Wien), die MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung), ferner das DÖW, das Personenkomitee, sowie FachwissenschaftlerInnen (Magnus Koch, Peter Bruck) und mit der ehemaligen grünen Stadträtin Friedrun Huemer eine Aktivistin der ersten Stunde; mit Karl Albrecht-Weinberger und Magnus Koch werden zwei Koordinatoren benannt, die die organisatorische und inhaltliche Arbeit vorantreiben sollen. Die Kommission setzt sich zum Ziel, das Denkmal innerhalb eines Jahres zu errichten.

Drei Arbeitsgruppen in der Kommission haben die Aufgabe, Vorschläge zu den Themenbereichen Standort, Inhalt und Nachnutzung/Vermittlung zu erarbeiten – die letztendliche Entscheidung über den Standort des Denkmals bleibt allerdings den politischen EntscheidungsträgerInnen vorbehalten (Bürgermeister, Klubobleute der Koalitionsparteien). Im Rahmen dieser ersten Sitzung wird auch entschieden, die künstlerische Gestaltung des Denkmals in einem Wettbewerb auszuschreiben. Auf Vorschlag von Stadtrat Mailath-Pokorny wird zur Abwicklung des geplanten Wettbewerbs die städtische KÖR (Kunst im öffentlichen Raum GmbH) beauftragt.

Dezember 2011: Erste Sitzung der AG (Arbeitsgemeinschaft) zur Standortfrage des Denkmals. Eine Vorschlagsliste möglicher Örtlichkeiten liegt vor: Heldenplatz, Ballhausplatz, Friedrich-Schmidt-Platz, Grete-Rehor-Park, Julius- Raab-Platz, Schottengasse/Bastei, Schwarzenbergplatz, Elderschplatz, Ostarrichi Park, Rossauer Lände, Schlickplatz und Schmerlingplatz, erarbeitet vom Politikwissenschaftler Mathias Lichtenwagner. Das Personenkomitee favorisiert den Heldenplatz als gewünschten Standort für das Denkmal. Die MA 7 und MA 19 äußern demgegenüber Bedenken, weil dies pragmatisch und politisch schwer durchsetzbar sei. Inhaltlich schlägt das Personenkomitee vor, die vielen Wiener Standorte der NS-Militärjustiz (Dienststellen, Gerichtstandorte, Haft- und Hinrichtungsstätten) in das Denkmalkonzept einfließen zu lassen und damit sichtbar zu machen.

Januar 2012: Erste Sitzung der AG zur Frage der wissenschaftlichen Grundlagen: Über den im Vorfeld ausgesandten Widmungstext (Mission Statement) herrscht im Wesentlichen Konsens und es werden verbindliche Kriterien für den Standort festgelegt: Zentralität, gedenkpolitische und inhaltliche Relevanz, Würde des Ortes.

Anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Jänner, Beginn einer medialen Debatte um den Heldenplatz als künftigem Denkmalstandort: Kameradschaftsbund und FPÖ sprechen sich allgemein gegen das Deserteursdenkmal aus. Der grüne Nationalratsabgeordneter Harald Walser favorisiert in der Presse den Heldenplatz, Verteidigungsminister Norbert Darabos und der Wiener Professor für Zeitgeschichte Oliver Rathkolb sprechen sich gegen diesen Standort aus – befürworten das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz allerdings grundsätzlich. Der Kulturstadtrat korrigiert den im Oktober formulierten Zeitrahmen und spricht nun vom ersten Halbjahr 2013 als neue Zielvorgabe zur Fertigstellung des Denkmals. Das Personenkomitee kündigt an, das Gespräch mit dem für den Heldenplatz auf Seiten des Bundes zuständigen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) zu suchen.

Februar 2012: Ortstermin am Heldenplatz: VertreterInnen der AG Standort treffen Burghauptmann Reinhold Sahl und einen Vertreter des Bundesdenkmalamtes. Im Zuge des Gesprächs deutet der Burghauptmann an, dass gegenwärtig an einem neuen Raumnutzungskonzept für den Heldenplatz gearbeitet werde und daher die Umsetzung neuer Projekte unwahrscheinlich sei.

März 2012: Zweite Sitzung der AG Standort. Die Liste möglicher Denkmalstandorte verkürzt sich auf fünf Örtlichkeiten: Heldenplatz, Ballhausplatz, Grethe-Rehor-Park, Rossauer Lände und Julius-Raab- Platz. Die MA 7 stellt fest, dass die vom Personenkomitee in die Diskussion gebrachte Fläche am Ballhausplatz im städtischen Besitz ist – hier also die Entscheidung wesentlich einfacher herbeizuführen wäre als am Heldenplatz. Grünen-Klubchef David Ellensohn spricht sich in einem Beitrag des Fernsehmagazins Report für die Standorte Heldenplatz oder Ballhausplatz aus, Stadtrat Mailath-Pokorny will sich hingegen nicht festlegen; die Autoren des Beitrags fürchten „kleinliches Gezerre“ um den Standort. Auf Initiative des Personenkomitees kommt es zu einem Treffen zwischen Thomas Geldmacher (Obmann des Personenkomitees), Magnus Koch (mit der wissenschaftlichen Beratung der Stadt Wien in Sachen Deserteursdenkmal betrauter Zeithistoriker) und dem damaligen Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien Oliver Rathkolb. Dabei werden die Standorte Heldenplatz/Ballhausplatz erörtert.

April 2012: Zweite Kommissionssitzung in der MA 7: Verabschiedung des Mission Statements für das Denkmal. Standort Heldenplatz wird nun prioritär sondiert – bis Ende Mai sollen erste Ergebnisse dieser Sondierung vorliegen; der Stadtrat stellt in einem Interview mit der Kronen Zeitung fest, dass das Denkmal bis Ende 2013 fertiggestellt sein soll; der ORF bringt einen Zeit im Bild-Beitrag zur Frage des künftigen Denkmalstandortes.

In der Kommissionssitzung sprechen sich mehrere Anwesende für den Standort Ballhausplatz aus, vor allem aufgrund des Vorteils, dass die Liegenschaft im alleinigen Besitz der Stadt Wien ist: Im Gegensatz zum Heldenplatz müssten hier nicht divergierende Interessen unterschiedlicher Anrainer aufeinander abgestimmt und Belange des Denkmalschutzes nicht im Kontext eines neuen Raumnutzungskonzeptes berücksichtigt werden.

Mai 2012: Vertreter des Personenkomitees und der Nationalratsabgeordnete Alexander Van der Bellen (Grüne) treffen den für den Heldenplatz zuständigen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Dieser signalisiert Offenheit hinsichtlich des Standortes Heldenplatz, formuliert als notwendigen nächsten Schritt allerdings eine direkte Ansprache durch die Stadt Wien und regt die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe an, die den Prozess der Verwirklichung des Denkmals vorantreibt.

Stadtrat Mailath-Pokorny äußert sich in der Kronen Zeitung zur Diskussion um die Neugestaltung der Krypta am Heldenplatz. Er regt an, „die nahen Asphaltflächen auch für weitere Opfergruppen zu nutzen.“ Damit könne – so der Stadtrat – „ein zentraler Gedächtnisort der jüngeren österreichischen Geschichte entstehen.“ Der Entscheidungszeitraum dafür sei „spätestens in einem Jahr“. Daraufhin werfen Grünen-Klubchef Ellensohn und der Ehrenobmann des Personenkomitees, Richard Wadani, dem Stadtrat ebenfalls in der Kronen Zeitung eine „Verzögerungstaktik“ vor. Stadtrat Mailath-Pokorny dementiert und sichert im Gespräch mit dem Kurier zu, dass der Zeitplan zur Enthüllung des Deserteursdenkmals im Jahr 2013 nach wie vor gelte, zumal Gespräche mit dem Wirtschaftsminister im Laufen seien.

Juni 2012: Verteidigungsminister Darabos spricht sich gegenüber dem Kurier erstmals öffentlich für den Denkmalstandort Heldenplatz aus; die MA 7 stellt ein baldiges Treffen Mailath-Pokornys und des Wirtschaftsministers in Aussicht; am 6. Juni trifft der Zeithistoriker Magnus Koch die Generaldirektorin der österreichischen Nationalbibliothek, Johanna Rachinger, um ihre Position zum Standort Heldenplatz zu sondieren – sie äußert sich in dieser Frage grundsätzlich positiv; gleichzeitig positioniert sich Kunstsenatspräsident Josef Winkler in einem APA-Gespräch zugunsten eines Deserteursdenkmals auf dem Heldenplatz; Bundesdenkmalamt und Burghauptmannschaft verhalten sich abwartend und verweisen darauf, dass dies noch Sache der Stadt sei. Am 23. Juni widmen die Salzburger Nachrichten den Deserteuren der Wehrmacht und der Frage nach dem Umgang mit dem Thema eine umfangreichen Wochenendbeilage.

Im Juni 2012 beschließt zeitgleich die Hamburger Bürgerschaft einstimmig (SPD, CDU, Grüne und FDP), dass auch in der Hansestadt ein Deserteursdenkmal an zentraler Stelle errichtet werden soll.

Juli 2012: Am 3. Juli äußert sich die Zeithistorikerin Heidemarie Uhl gegenüber derm ORF zum Umbau der Krypta am Heldenplatz. Anlass ist das Auffinden des Namens eines NS-Kriegsverbrechers in den Totenbüchern der Krypta. Uhl plädiert für die Einbindung des Deserteursdenkmals in die bereits bestehende Gedenkstätte am Äußeren Burgtor. Nur wenige Wochen zuvor, am 23. Juni 2012, hatte sie im Standard grundsätzliche Kritik an der gedenkpolitischen Konstellation am Heldentor geübt. Das Personenkomitee reagiert am nächsten Tag mit einer OTS-Aussendung, in der sie die Position Uhls kritisiert: Eine Vermischung des Gedenkens an die toten Wehrmachtssoldaten und die Verfolgten der NS-Militärjustiz würde „das nationale Opferkollektiv der Achtzigerjahre“ wieder erstehen lassen.

August 2012: Die Sommermonate stehen im Zeichen des Wartens auf eine Entscheidung in der Standortfrage. Die Fakten liegen spätestens seit dem Frühjahr auf dem Tisch, allerdings ist kein Fortschritt in der Sache erkennbar. Der Kurier zitiert Experten wie Walter Manoschek, Eva Blimlinger und Brigitte Bailer, die ihrer Sorge Ausdruck verleihen, dass den Deserteuren die Zeit davon läuft. Wenig später ist im Standard zu lesen, dass die Errichtung des Denkmals „verschleppt“ werde. Thomas Geldmacher vom Personenkomitee kritisiert vor allem das fehlende Engagement seitens der Stadt. Das Büro der Kulturabteilung dementiert dies einmal mehr und stellt fest, dass das Projekt voll im Zeitplan sei. Unklar bleibt allerdings weiterhin, welche Initiativen ergriffen werden, um die Möglichkeiten der jeweiligen Standorte Heldenplatz und Ballhausplatz auszuloten.

September 2012: Nachdem sich abzeichnet, dass sich hinsichtlich des Standorts Heldenplatz kaum etwas bewegen lässt (Bericht in Ö1), setzt sich das Personenkomitee aus pragmatischen Gründen nun auch öffentlich für den Ballhausplatz als Denkmalstandort ein. Der Ballhausplatz ist aus unterschiedlichen Gründen eine gute Wahl: Die Lage des Denkmals direkt gegenüber von Bundeskanzleramt und dem Sitz des Bundespräsidenten, so der Historiker Magnus Koch, wäre auch „ein Bekenntnis des neutralen Österreich zu Rechtsstaatlichkeit, Zivilcourage und der Freiheit des Einzelnen gegenüber staatlicher Verfolgung.“ Gleichzeitig bestehen Sichtbeziehungen sowohl zum „Hitler-Balkon“, dem Symbol für die staatliche Selbstaufgabe Österreichs im Jahr 1938, als auch zum Äußeren Burgtor mit seinen zentralen Gedenkstätten für die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege sowie für die Toten des Widerstandskampfes gegen den Nationalsozialismus.

Das Personenkomitee entscheidet, die seit 2002 alljährlich am 26. Oktober stattfindende Gedenkfeier zur Erinnerung an die Opfer der NS-Militärjustiz erstmals – auch ohne Denkmal – am Ballhausplatz abzuhalten, und nicht wie bisher am ehemaligen Militärschießplatz in Wien-Kagran. Am 20. September 2012 melden sich als Teilnehmer Clemens Jabloner (damaliger Präsident des Verwaltungsgerichtshofes), Eva Blimlinger (Rektorin der Akademie der Bildenden Künste), Albrecht Konecny (ehem. SP-Bundesrat und Abgeordneter im EU-Parlament), Alexander Van der Bellen (ehemaliger Bundessprecher der Grünen) und Johannes Jarolim (Justizssprecher der SP) an. Die Bundespolizeidirektion Wien sagt zwar ab – die Anmeldungen zeigen jedoch, wie prominent und breit aufgestellt die Unterstützung für ein Deserteursdenkmal am Ballhausplatz ist.

Oktober 2012: Der Monat, in dem Richard Wadani, Wehrmachtsdeserteur und Ehrenobmann des Personenkomitees, seinen 90. Geburtstag feiert, bringt die Entscheidung. Wadani äußerte sich wegen der langsamen Entwicklung gegenüber dem Standard mit deutlichen Worten: „Ich glaube, die wollen kein Denkmal.“ Am 12. Oktober dann die überraschende Entscheidung: Kulturstadtrat Mailath-Pokorny und Grünen-Klubchef Ellensohn verkünden, dass das „Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz“ – so die offizielle Bezeichnung – am Ballhausplatz errichtet und die Stadt Wien in diesem Kontext einen KünstlerInnenwettbewerb ausschreiben wird. Enthüllt werden sollte das Denkmal im Jahr 2013.

Neben dem Kameradschaftsbund, der sich gegenüber der Denkmalserrichtung bereits zuvor ablehnend geäußert hat, reagiert nun auch die FPÖ. Sie protestiert gegen das Denkmal, zumal Desertion bis heute „international geächtet“ sei. Damit bleibt die Partei ihrer jahrzehntelangen Position treu, nicht zwischen dem Zweiten Weltkrieg als völkerrechtswidrigem Angriffs- und Vernichtungskrieg und anderen bewaffneten Konflikten, bzw. zwischen dem Verhalten von Soldaten in der Wehrmacht und Bundesheer, differenzieren zu wollen.

Auf einem Rathausempfang anlässlich des 90. Geburtstages von Richard Wadani würdigt der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) Wadanis Lebenswerk und bringt Scham darüber zum Ausdruck, dass eine Anerkennung der Opfer der NS-Militärjustiz in Wien erst so spät stattfindet.

November 2012: Auch internationale Medien berichten über den Wiener Beschluss: Le Monde und die BBC greifen das Thema auf und die deutsche tageszeitung meldet die Entscheidung der Stadt Wien, das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz am Ballhausplatz errichten zu wollen. Gleichzeitig stellen Wiener FP-Bezirksräte der Inneren Stadt einen Antrag, das Deserteursdenkmal nicht zu errichten, da dies vom Bundesheer als Provokation empfunden werden müsse.

Der Wiener Kulturausschuss beschließt ein Budget von 220.000 Euro für das zu errichtende Denkmal. Darin enthalten sind das Honorar für die beteiligten Kunstschaffenden, die Bau- und Erdarbeiten sowie die Ausrichtung des Wettbewerbs, die die KÖR später an eine externe Firma vergeben wird. Nicht enthalten im Budget ist Geld für die notwendige Konzeptionierung für die Vermittlungsarbeit rund um das Denkmal (begleitende Website, Bildungs- und Informationsarbeit für Schulen und Universitäten, Vermittlungsarbeit für TouristInnen usw.).

Die KÖR plant einen geladenen Wettbewerb mit folgendem Zeitplan: Bis zum Februar 2013 sollen Wettbewerbsunterlagen mit inhaltlichen und formalen Kriterien zur Denkmalsgestaltung vorliegen; bis Frühjahr 2013 soll entschieden sein, welche KünstlerInnen geladen werden. Im Sommer desselben Jahres sollte der Wettbewerb abgeschlossen sein.

Zeitgleich meldet der Standard, dass auch die Stadt Bregenz im Vorarlberg ein Deserteursdenkmal errichten will. Der Bregenzer Kulturausschuss setzt dafür eine Arbeitsgruppe ein, die bis Februar 2013 Vorschläge erarbeiten soll.

Dezember 2012: In der KÖR findet am 17. Dezember die konstituierende Sitzung des Wettbewerb-Beirats statt. Dabei werden Grundzüge des auszurichtenden Wettbewerbs festgelegt. Die Vorstellungen der Beteiligten gehen – vor allem was die Zahl der einzuladenden KünstlerInnen betrifft – auseinander. Die KÖR denkt an insgesamt fünf bis sieben KünstlerInnen, während das Personenkomitee eine umfangreichere Vorschlagsliste vorlegt und von mindestens 15 Teams oder Einzelpersonen ausgeht, um eine ausreichende Vielfalt an Einreichungen, die auch internationalen Standards genügen, zu gewährleisten.

Zudem kritisiert das Personenkomitee, dass der Betrag von 220.000 Euro nicht ausreichend erscheint, um der Bedeutung des Denkmals gerecht zu werden.

Die von der MA 7 im November 2011 eingesetzten Kommissionen zur begleitenden Beratung zum Denkmal werden nicht wieder tagen. Eine Arbeitsgruppe zur Frage der Nachnutzung des Denkmals wird – anders als in der konstituierenden Sitzung der Hauptkommission im November 2011 vorgesehen – nicht eingesetzt. Die Nachnutzungsfrage ist damit aus dem Denkmalprojekt ausgeklammert.

Januar 2013: Der von der Stadt Wien für die inhaltlichen Belange des Denkmals beauftragte Historiker Magnus Koch sondiert bei ersten Wiener Institutionen das Interesse an einer Kooperation in Sachen Vermittlungsarbeit rund um das Denkmal am Ballhausplatz. Von Jänner bis März führt er Gespräche mit Vertretern des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, dem Wiener Stadt- und Landesarchiv, dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands, der Wien Bibliothek, der WienTourismus sowie den ViennaTouristguides.

Zeitgleich beschließt in Bregenz eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Kulturamtes der Stadt die Ausschreibung eines internationalen Ideenwettbewerbs zu einem Deserteursdenkmal, das bis zum Frühjahr 2014 errichtet sein sollte. Ab Mai 2013 soll aus den eingegangenen Ideen eine Auswahl getroffen und die jeweiligen KünstlerInnen eingeladen werden, einen ausführlichen Entwurf einzureichen. Eingerichtet werden soll außerdem eine international besetzte Jury.

Februar 2013: Die Planungen für die konstituierende Sitzung des Beurteilungsgremiums in Wien laufen; im Vorfeld des Treffens kritisiert der Historiker Peter Pirker, ebenfalls Mitglied des Personenkomitees, im Standard die schlechte finanzielle Ausstattung des Denkmals: „Man versucht das Denkmal möglichst klein zu halten.“ Auch die vom Personenkomitee als Vertreterin im Beurteilungsgremium benannte Juliane Alton (Geschäftsführerin der IG Kultur Vorarlberg und Vorstandsmitglied der IG Kultur Österreich) kritisiert gegenüber Andreas Koller von den Salzburger Nachrichten, dass das Budget zu klein, und die technischen und formalen Bedingungen für die KünstlerInnen zu restriktiv seien. Vergleichbare Denkmale in der Bundesrepublik Deutschland, etwa für die ermordeten Sinti und Roma, seien mit 2,8 Millionen Euro budgetiert – ein „lebendiges Denkmal“ sei offenbar von Seiten der Stadt Wien nicht erwünscht. VertreterInnen der KÖR sowie der Stadt halten dem entgegen, das Projekt sei finanziell gut ausgestattet.

März 2013: Das Beratungsgremium tagt erstmals am 5. März in Wien. Im Gremium vertreten sind:

  1. Juliane Alton, Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“
  2. Berthold Ecker, Stadt Wien, MA 7
  3. Bernhard Engleder, Stadt Wien, MA 28
  4. Thomas Geldmacher, Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ (in der ersten Sitzung vertreten durch Peter Pirker)
  5. Lilli Hollein, KÖR Jury
  6. Anna Jermolaewa, Künstlerin
  7. Franz Kobermaier, Stadt Wien, MA 19
  8. Martin Kohlbauer, Architekt (Jury-Vorsitzender)
  9. Dirk Luckow, KÖR Jury
  10. Heidemarie Uhl, Historikerin

Ohne Stimmberechtigung sind vertreten:

  1. Wolfgang Ablinger, Stadt Wien MA 28
  2. Joachim Chen, Stadt Wien, MA 42
  3. Gerhard Dully, Stadt Wien, MA 33
  4. Magnus Koch, Historiker
  5. Martin Scherer, Stadt Wien, MA 34
  6. Monika Trimmel, werkraum wien, Vorprüferin
  7. Richard Wadani, Zeitzeuge und Ehrenobmann des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“

Die Beschlüsse und Beratungen des Gremiums werden vertraulich behandelt. Laut OTS-Meldung vom 6. März gibt die KÖR bekannt, dass 11 KünstlerInnen bzw. Teams für den Wettbewerb eingeladen wurden. Im März verschickt die Firma kultursupport.at die Wettbewerbsunterlagen an die geladenen KünstlerInnen.

Unterdessen fordert auch Grünen-Obfrau Ewa Glawischnig eine Verdoppelung des Budgets für das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz, zumal auch der Bund Verantwortung übernehmen müsse.

Die HistorikerInnen Lisa Rettl und Magnus Koch reichen ein Konzept nebst Projektantrag für die Informationsvermittlung rund um das Denkmal am Ballhausplatz bei Zukunftsfonds und Nationalfonds ein.

April 2013: Am 8. April findet am Ballhausplatz eine Ortsbegehung mit den geladenen KünstlerInnen statt: Luis Camnitzer, Claire Fontaine, Vera Frenkel, Johanna und Helmut Kandl, Ernst Logar, Olaf Nicolai, Nicole Six und Paul Petritsch, Michael Seilstorfer, Heimo Zobernig. Aufgezeichnet auf den Asphalt ist jene Fläche, die für die Denkmalsgestaltung genutzt werden kann. Diskutiert werden vor allem technische Fragen (Licht, Strom, Bauliches usw.). Im Anschluss findet in der IG Architektur ein inhaltlich angelegter Workshop für allfällige Nachfragen statt, in dessen Rahmen Magnus Koch und Richard Wadani als Zeitzeuge auf die historischen und aktuellen Belange des Themas eingehen.

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg beschließt unterdessen, für das von der Bürgerschaft einstimmig beschlossene Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz 730.000 Euro bereitzustellen. In der Senatsdrucksache wird die Empfehlung ausgesprochen, das Denkmal in der Nähe des Kriegerdenkmals für die Gefallenen des Hamburger Infanterie-Regiments 76 am Dammtorbahnhof zu errichten. Dieser Standort ist zentral gelegen und markiert zugleich den wichtigsten Ort der Auseinandersetzung um die Kriege des 20. Jahrhunderts in der Hansestadt.

April/Mai 2013: Am 28. Juni findet die entscheidende Jury-Sitzung in den Räumen der KÖR statt. Eingereicht hatten acht Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland. Den Wettbewerb gewinnt schließlichder aus Berlin stammende Künstler Olaf Nicolai (OTS).

August 2013: Einreichung eines Projektantrags zur Nachnutzung/Vermittlung des Denkmals bzw. zur begleitenden Vermittlungsarbeit bei der MA 7 (Kultur) der Stadt Wien, später auch beim Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur.

Oktober 2013: Der Kulturstadtrat stellt gegenüber den Salzburger Nachrichten erstmals den zuvor ventilierten Eröffnungstermin 8. Mai 2014 in Frage und gibt bekannt, dass nun Herbst 2014 als Fertigstellungstermin angepeilt werde.

Februar 2014: Treffen der KÖR mit dem Künstler Olaf Nicolai, Kulturstadtrat Mailath-Pokorny und Klubchef Ellensohn am Ballhausplatz. Im Abendjournal des ORF nennt der Kulturstadtrat als möglichen Eröffnungstermin den 26. Oktober 2014. Spätestens bis dahin sollten auch „Vorschläge oder weiterführende Initiativen“ in Sachen Nachnutzung präsentiert werden. Konzeptionelle Vorarbeiten zum Denkmal könnten demnach also erst nach der Eröffnung im Herbst begonnen werden.

Unterdessen mahnen das Personenkomitee gemeinsam mit dem Künstler Olaf Nicolai eine rechtzeitige Planung und Gestaltung der Eröffnungsfeier ein. In einer Sitzung mit der KÖR unterbreiten Personenkomitee und Olaf Nicolai Vorschläge für ein künstlerisches und musikalisches Programm. Von Seiten der KÖR heißt es, dass es kein Budget für die Feier gebe.

März/April 2014: Das Personenkomitee lädt anlässlich des bevorstehenden Jahrestages der Befreiung Österreichs vom Nationalsozialismus am 8. Mai zu einer Festveranstaltung unter dem Motto „Hier entsteht ein Denkmal für Deserteure!“.

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Die Veranstaltung findet an der Denkmal-Baustelle am Ballhausplatz statt. Zu den FestrednerInnen gehören die Historikerin Heidemarie Uhl, Grünen Klubchef Ellensohn und Justizsprecher Albert Steinhauser.

Mai 2014: Anlässlich der Feierstunde zum 8. Mai am Ballhausplatz kritisiert Thomas Geldmacher in einem Interview mit dem Kurier die nach wie vor ungeklärte Fragen zu Eröffnungstermin sowie das Fehlen von Plänen zur Einweihungsfeier. Das Büro des Kulturstadtrats stellt fest: „Zeitnah zur Eröffnung wird auch die Nachnutzung feststehen.“

Juli 2014: Unterdessen gehen die Arbeiten zur Errichtung des Denkmals weiter. Ein Eröffnungstermin wird öffentlich nicht genannt. Auch in die Frage der Nachnutzung kommt etwas Bewegung: Nachdem das Unterrichtsministerium logistische Unterstützung in Aussicht gestellt hatte, teilt der Nationalfonds der Republik Österreich dem Personenkomitee mit, das Nachnutzungsprojekt teilfinanzieren zu wollen; ausständig ist nach wie vor eine Entscheidung des Zukunftsfonds.

August/ September 2014: Als Eröffnungstermin steht nun der 24. Oktober fest.

Oktober 2014: Das Denkmal wird am 24. Oktober am Ballhausplatz eröffnet (vgl. die ausführliche Dokumentation der Eröffnungsfeier).

 

Literaturhinweise

Magnus Koch: Deserteure vor dem Kanzleramt. In: Gedenkdienst Jg. 2013, Nr. 1., S.1/2.

Hannes Metzler: „Daraus kann etwas entstehen“. Das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz am Ballhausplatz (2000-2014). In: Alton, Juliane; Geldmacher, Thomas; Koch, Magnus; Metzler, Hannes (Hg.): „Verliehen für die Flucht von den Fahnen“. Das Wiener Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz, Wien 2016, S. 30-47.

ALT – NICHT ONLINE! Materialien

Die in deutsch und englisch vorliegende Informationsbroschüre zum Denkmal (s.o.) kann über das Stadtinformationszentrum im Wiener Rathaus, das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, die Österreichische Nationalbibliothek, das Wiener Stadt- und Landesarchiv, das Mauthausenkomitee Österreich, die Informationszentren von WienTourismus, über die Kunst im öffentlichen Raum (KÖR) sowie über die dem Denkmal jeweils direkt gegenüberliegende Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg und das Bundeskanzleramt in gedruckter Form bezogen werden. Derzeit setzt sich das Personenkomitee auch für eine Box mit Flyern am Denkmal selbst ein.

Führungen, die das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz mit einbeziehen, können beim Mauthausenkomitee Österreich, bei den FremdenführerInnen von Guides in Vienna sowie über das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands gebucht werden.

Materialien zur politisch-historischen Bildung

Im folgenden stellen wir thematische Vertiefungen der Fallgeschichten verfolgter Soldaten und Zivilisten für die Bildungsarbeit zur Verfügung. Das Material ist gedacht für historisch Interessierte im Allgemeinen und ebenso als Handreichungen für LehrerInnen zur Vorbereitung des Unterrichts oder für Exkursionen zum Denkmal. Ausgearbeitet wurden Biografien von Menschen aus allen Teilen Österreichs und zudem von Angehörigen regionaler Minderheiten sowie europäischer Widerstandsbewegungen, die von Wehrmachtgerichten verfolgt wurden. Ziel der Auseinandersetzung mit den Materialien ist es,

  • historisches Wissen über die Zeit des Nationalsozialismus und seine Nachgeschichte in der Zweiten Republik zu vermitteln
  • die Bedeutung individueller Freiheitsrechte und demokratischer Grundwerte für jedeN Einzeln herauszustellen – damals wie heute
  • und im Zusammenenhang damit die Leistungen und Leiden derer zu würdigen, die – aus welchen Gründen auch immer – Widerstand leisteten oder für sich Freiräume jenseits der herrschenden Normen reklamierten.

Angestrebt wird – entlang der im Lehrplan der Allgemeinbildenden Höheren Schulen formulierten Prinzipien – »ein an den Menschenrechten orientiertes Politik-und Demokratieverständnis zu erarbeiten«.

Thematische Einführung mit pädagogisch-didaktischen Handreichungen zum Material

Fallgeschichte und Dokumente zu Richard Wadani (Wien), verfolgt als Deserteur

Fallgeschichte und Materialien zu Maria Kacprzyk Krystyna Wituska (Polen), verurteilt wegen Spionage und Feindbegünstigung

Fallgeschichte und Dokumente Anton Tischler (Wien), verurteilt wegen Fahnenflucht

Fallgeschichte und Dokumente zu Ernst Volkmann (Vorarlberg), verurteilt wegen Kriegsdienstverweigerung

Fallgeschichte und Dokumente zu Anton Brandhuber (Niederösterreich), verfolgt wegen Fahnenflucht

Fallgeschichte und Dokumente zu Maria Musial (Wien), verurteilt wegen sogenannter Wehrkraftzersetzung

Fallgeschichte und Dokumente zu Alois Tiefengruber (Steiermark), verurteilt wegen Fahnenflucht

Fallgeschichte und Dokumente zu Erich Schiller (Niederösterreich), verurteilt wegen Fahnenflucht

Fallgeschichte und Dokumente zu Erwin Kohout (Oberösterreich), verurteilt wegen Fahnenflucht

Fallgeschichte und Dokumente zu Franz Severa (Wien), verurteilt wegen Fahnenflucht

Fallgeschichte und Dokumente zu Johann Kuso (Burgenland), verurteilt wegen Fahnenflucht

Fallgeschichte und Dokumente zu David Holzer (Tirol), verurteilt wegen Fahnenflucht

Fallgeschichte und Dokumente zu Johann Lukaschitz (Wien), verurteilt wegen Nichtanzeige von sogenanntem Kriegsverrat

Fallgeschichte und Dokumente zu Jurij und Frank Pasterk (Kärnten), verfolgt wegen (Beihilfe zur) Fahnenflucht

Fallgeschichte und Dokumente zu Anton Schmid (Wien), verurteilt wegen Feindbegünstigung

GESAMTDOKUMENT – Geschichten bewegen – Biografische Skizzen von Verfolgten der NS-Militärjustiz