Hintergrund

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BESCHLUSS

Der Beschluss zum Wiener Denkmal ist Teil der Übereinkunft der rot-grünen Koalition aus dem Jahre 2010.. Rund ein Jahr später, im November 2011 kommt in der Magistratsabteilung 7 (Kultur) eine ExpertInnengruppe zusammen, um über die Eckpunkte des Projekts zu beraten. Drei Unterausschüsse werden gebildet, eine zur Erarbeitung eines Mission Statements, eine zur Bestimmung des Denkmalstandorts und eine für die Nachnutzung des Denkmals nach Eröffnung.

Nach sorgfältiger Prüfung einer Reihe von Standorten wird ein weiteres Jahr später, im Oktober 2012, der Ballhausplatz als künftiger Gedenkort bekannt gegeben. Die MA 7 beauftragt die städtische Kunst im Öffentlichen Raum GmbH mit der Abwicklung eines KünstlerInnenwettbewerbs, der im Frühjahr 2013 durchgeführt wird. Am 27. Juni fällt eine Jury die Entscheidung: Der Berliner Künstler Olaf Nicolai erhält den Auftrag, seinen Entwurf umzusetzen.

Die ersten Gedenkinitiativen für österreichische Opfer der NS-Militärjustiz gehen vor allem auf die Angehörigen zurück. Aus Scham oder Angst vor den Folgen blieb die Trauer auf Gedenksteinen jedoch privat. Ab den 1990er Jahren lancierten AktivistInnen aus dem Umfeld der Friedensbewegung erste politische Initiativen für ein Deserteursgedenken. Eine Gruppe Studierender an der Universität Wien machte sich um die Jahrtausendwende erstmals an die historische Erforschung der NS-Militärgerichtsbarkeit. Im Auftrag des Nationalrates entstand eine grundlegende Studie, die den Ausgangspunkt für die spätere Gesetzgebung bildete. Im Oktober 2009 beschlossen SPÖ, ÖVP und Grüne im Parlament das Aufhebungs- und Rehabilitationsgesetz; damit wurden alle Urteile der Wehrmachtsgerichte pauschal und umfassend aufgehoben. Auf Initiative der Grünen vereinbarte die rot-grüne Stadtregierung ein Jahr später die Errichtung eines Deserteursdenkmals in Wien.

Eine ausführliche Chronik des Denkmalprozesses vom Beschluss der rot-grünen Wiener Landesregierung bis zur Eröffnung im Oktober 2014 finden Sie hier.