{"id":744,"date":"2014-02-18T13:39:30","date_gmt":"2014-02-18T12:39:30","guid":{"rendered":"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/?page_id=744"},"modified":"2017-01-23T16:03:39","modified_gmt":"2017-01-23T15:03:39","slug":"zentrale-bestimmungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/3-verfolgung\/zentrale-bestimmungen\/","title":{"rendered":"Zentrale Bestimmungen"},"content":{"rendered":"<h1><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/3-verfolgung\/important-provisions\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-4317\" alt=\"flag_uk\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/flag_uk.jpg\" width=\"27\" height=\"18\" \/><\/a> <img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-4316\" alt=\"flag_at\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/flag_at.jpg\" width=\"27\" height=\"18\" \/><\/h1>\n<h1><span style=\"color: #b78847;\">ZENTRALE BESTIMMUNGEN<\/span><\/h1>\n<p><strong>Ein neues Milit\u00e4rrecht f\u00fcr den neuen Krieg<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme 1933 begann die neue Reichsregierung unter Adolf Hitler, die verfassungsm\u00e4\u00dfige Unabh\u00e4ngigkeit der Justiz zu zerst\u00f6ren. Zugleich gingen das Regime und dessen f\u00fchrende Juristen daran, bis dahin geltende Rechtsnormen zu ver\u00e4ndern. Auch die im Mai 1933 wieder eingef\u00fchrte Milit\u00e4rjustiz wurde an die neuen Verh\u00e4ltnisse angepasst. Zielperspektive war ein Strafrecht, das strenger und h\u00e4rter sein sollte als die zwischen 1914 und 1918 g\u00fcltigen Bestimmungen \u2013 einer angeblich zu milde urteilenden Milit\u00e4rjustiz gaben die Nationalsozialisten die Mitschuld an der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg.<\/p>\n<div id=\"attachment_3605\" style=\"width: 465px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Zeitschrift_f\u00fcr-Wehrrecht_1937.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3605\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3605 \" alt=\"zeitschrift_fuer-wehrrecht_1937\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Zeitschrift_f\u00fcr-Wehrrecht_1937-704x1024.jpg\" width=\"455\" height=\"662\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Zeitschrift_f\u00fcr-Wehrrecht_1937-704x1024.jpg 704w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Zeitschrift_f\u00fcr-Wehrrecht_1937-206x300.jpg 206w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Zeitschrift_f\u00fcr-Wehrrecht_1937.jpg 848w\" sizes=\"(max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3605\" class=\"wp-caption-text\"><i>Zeitschrift f\u00fcr Wehrrecht<\/i>, Ausgabe 1937\/1938. Im Zentralorgan der deutschen Milit\u00e4rjuristen gaben ihre f\u00fchrenden K\u00f6pfe mit paradigmatischen Artikeln die Leitlinien vor, kommentierten j\u00fcngste Gesetzes\u00e4nderungen und ver\u00f6ffentlichten Fachaufs\u00e4tze. So verbreitete sich der am Wiener Gericht der Division 177 t\u00e4tige Kriegsgerichtsrat Erich Schwinge 1940 \u00fcber die Frage der \u00abDie Behandlung der Psychopathen im Milit\u00e4rstrafrecht\u00ab. Quelle: J. Schweizer Verlag, Berlin<\/p><\/div>\n<p>Deshalb entwickelten Milit\u00e4rjuristen Rechtsgrunds\u00e4tze, die auf den \u00bbF\u00fchrerstaat\u00ab ausgerichtet waren. Der Wille Adolf Hitlers bildete dabei das \u00bbh\u00f6chste Rechtsgut\u00ab. Oberstes Ziel war nicht die Wahrheitsfindung, sondern die Erringung des Sieges. Gem\u00e4\u00df der nationalsozialistisch gepr\u00e4gten Strafrechtstheorie galt ein Vergehen nun nicht mehr als individuelles Fehlverhalten, sondern als Sch\u00e4digung der Gemeinschaft. Vor Gericht sollte es daher immer auch darum gehen, ob der Angeklagte Teil der \u00bbv\u00f6lkischen Wehrgemeinschaft\u00ab bleiben durfte.<\/p>\n<p>Im Folgenden werden die wichtigsten Etappen einer \u00bbMobilmachung des Rechts\u00ab anhand ausgew\u00e4hlter zentraler Bestimmungen nachgezeichnet und deren Auswirkungen mit Fallbeispielen erl\u00e4utert. Die ausgesprochenen Urteile verdeutlichen dabei die Handlungsspielr\u00e4ume, die den Richtern insbesondere f\u00fcr eine Versch\u00e4rfung der Spruchpraxis blieben.<\/p>\n<div style=\"clear: both;\"><strong>Die \u00bbKriegssonderstrafrechtsverordnung\u00ab<\/strong>Im Januar 1936 legten Experten einen Entwurf zu einem neuen Milit\u00e4rstrafgesetzbuch vor; dieser sollte die seit 1898 g\u00fcltige Fassung abl\u00f6sen. Das Projekt wurde jedoch aufgegeben, weil das Paragraphenwerk der NS-F\u00fchrung als zu wenig nationalsozialistisch galt \u2013 obwohl dem daf\u00fcr zust\u00e4ndigen Ausschuss in der \u00bbAkademie f\u00fcr Deutsches Recht\u00ab f\u00fchrende NS-Juristen angeh\u00f6rten. Im Zuge der Angriffsvorbereitungen auf die Tschechoslowakei im Sommer 1938 lie\u00df das Oberkommando der Wehrmacht stattdessen ein verk\u00fcrztes neues Kriegsstrafrecht ausarbeiten: die \u00bbKriegssonderstrafrechtsverordnung\u00ab. Zugleich wurde mit einer anderen Verordnung das Kriegsstrafverfahren wesentlich ver\u00e4ndert. Beide Bestimmungen \u2013 zun\u00e4chst als Notbehelf geplant \u2013 versch\u00e4rften das Milit\u00e4rrecht erheblich. Als Teil der Mobilmachungsvorbereitungen blieben sie zun\u00e4chst geheim. Erst am 26. August 1939, am Vorabend des Angriffs auf Polen, traten sie \u2013 auch f\u00fcr das \u00bbangeschlossene\u00ab \u00d6sterreich \u2013 in Kraft.<\/div>\n<div id=\"attachment_3926\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kriegssonderstrafrechtsverordnung_Auszug1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3926\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3926  \" alt=\"Kriegssonderstrafrechtsverordnung vom 17. August 1938 (Auszug, drei Bl\u00e4tter). Quelle: Deutsche B\u00fccherei, Leipzig\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kriegssonderstrafrechtsverordnung_Auszug1-1024x498.jpg\" width=\"1024\" height=\"498\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kriegssonderstrafrechtsverordnung_Auszug1-1024x498.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kriegssonderstrafrechtsverordnung_Auszug1-300x145.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kriegssonderstrafrechtsverordnung_Auszug1-500x243.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3926\" class=\"wp-caption-text\">Kriegssonderstrafrechtsverordnung vom 17. August 1938 (Auszug, drei Bl\u00e4tter). Quelle: Deutsche B\u00fccherei, Leipzig<\/p><\/div>\n<p><strong>\u00bbZersetzung der Wehrkraft\u00ab<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Zentrale Bestimmung der Kriegssonderstrafrechtsverordnung (KSSVO) war der in Paragraph 5 enthaltene Tatbestand \u00bbZersetzung der Wehrkraft\u00ab. Er regelte den strafrechtlichen Umgang mit Delikten, die nach Ansicht der deutschen F\u00fchrung w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs zu milde bestraft worden waren. Die neuen Bestimmungen zur \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab fassten Regelungen zusammen, die das Milit\u00e4rstrafgesetzbuch bisher unter \u00bbVerleitung zur Fahnenflucht\u00ab, \u00bbAufforderung zum Ungehorsam\u00ab, \u00bbGehorsamsverweigerung oder Widersetzung\u00ab, \u00bbSelbstverst\u00fcmmelung\u00ab und \u00bbDienstentziehung durch T\u00e4uschung\u00ab auff\u00fchrte. Bislang waren f\u00fcr diese Taten, sofern sie \u00bbim Felde\u00ab geschehen waren, Zuchthaus- oder Todesstrafen vorgesehen; letztere jedoch nicht als Regelstrafe. Die KSSVO drohte diese nun grunds\u00e4tzlich an. Pers\u00f6nlichen Beweggr\u00fcnde des T\u00e4ters galten als nebens\u00e4chlich, die \u00bbAufrechterhaltung der Manneszucht\u00ab und angebliche Belange der \u00bbVolksgemeinschaft\u00ab r\u00fcckten in den Mittelpunkt. Im Laufe des Krieges wurde dieser Paragraph immer weiter versch\u00e4rft. So konnten Richter ab M\u00e4rz 1943 in ihren Urteilen beispielsweise auch den g\u00fcltigen Strafrahmen \u00fcberschreiten, wenn ihnen dieser nach dem \u00bbgesundem Volksempfinden\u00ab nicht ausreichend erschien.<\/p>\n<p><strong>Fallbeispiele zum \u00a7 5 der Kriegssonderstrafrechtsverordnung<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3613\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Engelmann.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3613\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3613 \" title=\"Portraitfoto von Heinz Engelmann, undatiert \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" alt=\"Portraitfoto von Heinz Engelmann, undatiert \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Engelmann.jpg\" width=\"210\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Engelmann.jpg 210w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Engelmann-184x300.jpg 184w\" sizes=\"(max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3613\" class=\"wp-caption-text\">Portraitfoto von Heinz Engelmann, undatiert \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p><strong>Heinz Engelmann (1912-1943) | <\/strong><em>Todesurteil f\u00fcr gestohlene Feldpostp\u00e4ckchen<\/em><\/p>\n<p>Der 1912 geborene Unteroffizier war 1942 wegen des Diebstahls von Feldpostp\u00e4ckchen als \u00bbVolkssch\u00e4dling\u00bb zum Tode verurteilt worden. Das Gericht wertete die Tat nicht als Eigentumsdelikt, sondern als \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab, wof\u00fcr als Regelstrafe die Todesstrafe vorgesehen war. Ein Erschie\u00dfungskommando t\u00f6tete Heinz Engelmann am 24. Februar 1943 auf dem Schie\u00dfplatz in Spaden bei Weserm\u00fcnde.<\/p>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3614\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Otto1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3614\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3614   \" title=\"Portraitfoto von Heinrich Otto, 1940. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" alt=\"Portraitfoto von Heinrich Otto, 1940. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Otto1.jpg\" width=\"210\" height=\"320\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3614\" class=\"wp-caption-text\">Portraitfoto von Heinrich Otto, 1940. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p><strong>Heinrich Otto (1896-1942) | <\/strong><em>\u00bbBewusste T\u00e4uschung\u00ab als todesw\u00fcrdiges Verbrechen<\/em><\/p>\n<p>Ein Wehrmachtgericht verurteilte den Marineunteroffizier wegen Fahnenflucht und \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab am 6. November 1942 zum Tode. \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab sollte er begangen haben, weil er sich ersten Einberufungsbescheiden im Januar bzw. Februar 1942 durch \u00bbbewusste T\u00e4uschung\u00ab entzogen hatte. Die Wehrmachtjustiz lie\u00df Heinrich Otto am 7. Dezember 1942 auf dem Standortschie\u00dfstand in Wilhelmshaven hinrichten.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"attachment_3615\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Gnadennachweis.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3615\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3615 \" title=\"Stellungnahme des Gerichtsherrn, 11. November 1942. Heinrich Otto stellte nach seiner Verurteilung ein Gnadengesuch. Der Gerichtsherr lehnte dies auch mit Hinweis auf Ottos angebliche \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab ab. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" alt=\"Stellungnahme des Gerichtsherrn, 11. November 1942. Heinrich Otto stellte nach seiner Verurteilung ein Gnadengesuch. Der Gerichtsherr lehnte dies auch mit Hinweis auf Ottos angebliche \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab ab. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Gnadennachweis.jpg\" width=\"800\" height=\"617\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Gnadennachweis.jpg 800w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Gnadennachweis-300x231.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Gnadennachweis-388x300.jpg 388w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3615\" class=\"wp-caption-text\">Stellungnahme des Gerichtsherrn, 11. November 1942. Heinrich Otto stellte nach seiner Verurteilung ein Gnadengesuch. Der Gerichtsherr lehnte dies auch mit Hinweis auf Ottos angebliche \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab ab. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<p><strong>Richtlinie Adolf Hitlers vom 14. April 1940<\/strong><\/p>\n<p>Kurz vor Beginn des Feldzuges gegen Frankreich und die Beneluxstaaten erlie\u00df der \u00bbF\u00fchrer\u00ab und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Adolf Hitler, neue Richtlinien f\u00fcr die Bestrafung von Deserteuren und \u00bbWehrkraftzersetzern\u00ab. Darin wurde definiert, unter welchen Umst\u00e4nden die Todesstrafe zu verh\u00e4ngen, aber auch, inwiefern strafmildernde Gr\u00fcnde zu ber\u00fccksichtigen seien. Zahllose Urteile belegen die gro\u00dfe Bedeutung des Erlasses und dokumentieren gleichzeitig die Handlungsspielr\u00e4ume der Richter, die auch dazu angehalten waren, den \u00bbPers\u00f6nlichkeitswert\u00ab der Angeklagten zu pr\u00fcfen. Es lag auch in richterlichem Ermessen, ob strafmildernd etwa \u00bbjugendliche Un\u00fcberlegtheit\u00ab oder \u00bbschwierige h\u00e4usliche Verh\u00e4ltnisse\u00ab vorlagen, oder aber eine m\u00f6gliche \u00bbverbrecherische Bet\u00e4tigung\u00ab. Galten die Betroffenen nach nationalsozialistischem Verst\u00e4ndnis als \u00bbasozial\u00ab, so m\u00fcndete dies oft in einem Todesurteil. Bewertet wurde gerade dann nicht nur die Tat, sondern auch die \u00bbT\u00e4terpers\u00f6nlichkeit\u00ab.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"attachment_3949\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Hitler-Erlass_1940.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3949\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3949 \" alt=\"Der der sogenannte Hitler-Erlass, 14. April 1940 (drei Bl\u00e4tter). Der Milit\u00e4rhistoriker Manfred Messerschmidt hat argumentiert, dass der Erlass durch die aufgef\u00fchrten Milderungsgr\u00fcnde auch den Verfolgungseifer der Wehrmachtjuristen bremsen sollte, die bereits nach dem f\u00fcr die Wehrmacht siegreichen Polenfeldzug hunderte Todesurteile gegen Wehrmachtssoldaten wegen Fahnenflucht verh\u00e4ngt hatten. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Hitler-Erlass_1940-1024x474.jpg\" width=\"1024\" height=\"474\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Hitler-Erlass_1940-1024x474.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Hitler-Erlass_1940-300x139.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Hitler-Erlass_1940-500x231.jpg 500w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Hitler-Erlass_1940.jpg 1704w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3949\" class=\"wp-caption-text\">Der der sogenannte Hitler-Erlass, 14. April 1940 (drei Bl\u00e4tter). Der Milit\u00e4rhistoriker Manfred Messerschmidt hat argumentiert, dass der Erlass durch die aufgef\u00fchrten Milderungsgr\u00fcnde auch den Verfolgungseifer der Wehrmachtjuristen bremsen sollte, die bereits nach dem f\u00fcr die Wehrmacht siegreichen Polenfeldzug hunderte Todesurteile gegen Wehrmachtssoldaten wegen Fahnenflucht verh\u00e4ngt hatten.<br \/>Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p><strong>Fallbeispiel zum Hitler-Erlass:<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3625\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/1.2-Foto-Biesterfeld.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3625\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3625\" title=\"Portraitfoto Antonius Biesterfeld, undatiert. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" alt=\"Portraitfoto Antonius Biesterfeld, undatiert. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/1.2-Foto-Biesterfeld.jpg\" width=\"210\" height=\"336\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3625\" class=\"wp-caption-text\">Portraitfoto Antonius Biesterfeld, undatiert. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p><strong>Antonius Biesterfeld (1919-1944)<\/strong><\/p>\n<p>Der in Breda\/Niederlande geborene Marinesoldat hatte im besetzten Frankreich gedient, als er, nach einem Streit mit Kameraden in einer Kurzschlusshandlung, seine Truppe verlie\u00df. Obwohl gleich alle drei der im Erlass Adolf Hitlers genannten Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Strafmilderung gegeben waren, verurteilte ihn das zust\u00e4ndige Gericht zum Tode. Er wurde am 9. November 1944 in Hannover erschossen.<\/p>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3953\" style=\"width: 453px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Stellungnahme_Biesterfeld-.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3953\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3953   \" alt=\"Stellungnahme des Verteidigers, 13. Juli 1944 (vier Bl\u00e4tter) \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Stellungnahme_Biesterfeld--738x1024.jpg\" width=\"443\" height=\"614\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Stellungnahme_Biesterfeld--738x1024.jpg 738w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Stellungnahme_Biesterfeld--216x300.jpg 216w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Stellungnahme_Biesterfeld-.jpg 1136w\" sizes=\"(max-width: 443px) 100vw, 443px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3953\" class=\"wp-caption-text\">Stellungnahme des Verteidigers, 13. Juli 1944 (vier Bl\u00e4tter) \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p>Der Oberleutnant Kozmiensky hielt als Verteidiger &#8211; siehe Dokumente unten im Original &#8211; dem Gericht vor, den f\u00fcr Fahnenfluchtf\u00e4lle zentralen Erlass Adolf Hitlers falsch ausgelegt zu haben. So sei Biesterfeld keine Feigheit vorzuwerfen, da er sich freiwillig an die Front gemeldet habe, um von seinen Kameraden in Nantes weg zu kommen. Zudem h\u00e4tten schwierige h\u00e4usliche Verh\u00e4ltnisse Biesterfelds wie auch sein Streit mit Vorgesetzten f\u00fcr das Urteil ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<p><strong>Weitere Strafversch\u00e4rfungen angesichts des \u00bbtotalen Krieges\u00ab: Der \u00bbD\u00f6nitz-Erlass\u00ab<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3620\" style=\"width: 351px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Tafel-5-Abb.-2-D\u00f6nitz-Erlass.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3620\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3620 \" title=\"Der nach dem Gro\u00dfadmiral der Kriegsmarine und letztem Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches benannte \u00bbD\u00f6nitz-Erlass\u00ab, 27. April 1943. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" alt=\"Der nach dem Gro\u00dfadmiral der Kriegsmarine und letztem Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches benannte \u00bbD\u00f6nitz-Erlass\u00ab, 27. April 1943. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Tafel-5-Abb.-2-D\u00f6nitz-Erlass.jpg\" width=\"341\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Tafel-5-Abb.-2-D\u00f6nitz-Erlass.jpg 568w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Tafel-5-Abb.-2-D\u00f6nitz-Erlass-213x300.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3620\" class=\"wp-caption-text\">Der nach dem Gro\u00dfadmiral der Kriegsmarine und letztem Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches benannte \u00bbD\u00f6nitz-Erlass\u00ab, 27. April 1943. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p align=\"left\">Die Richtlinien Adolf Hitlers zum Umgang mit Fahnenfluchtdelikten wurden drei Jahre sp\u00e4ter vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Gro\u00dfadmiral Karl D\u00f6nitz, neuerlich versch\u00e4rft. In der am 27. April 1943 erlassenen Bestimmung galt Desertion nunmehr als \u00bbVersagen treuloser Schw\u00e4chlinge\u00ab. D\u00f6nitz lie\u00df sein Marinerichterkorps wissen, dass er \u00bbjeden Gnadenerweis f\u00fcr einen Fahnenfl\u00fcchtigen ablehnen\u00ab werde. Die F\u00fchrung der Kriegsmarine reagierte damit vermutlich auf die angespannte milit\u00e4rische Situation nach der deutschen Niederlage bei Stalingrad Anfang 1943: W\u00e4hrend Reichspropagandaminister Josef Goebbels den \u00bbtotalen Krieg\u00ab ausrief, begann die Wehrmacht noch brutaler als bisher gegen \u00bbZersetzungserscheinungen\u00ab vorzugehen. Der \u00bbD\u00f6nitz-Erlass\u00ab steht f\u00fcr das hohe Ma\u00df an Eigeninitiative der Wehrmacht, deren Justizpraxis auf Abschreckung abzielte. Interessen und Ziele der milit\u00e4rischen Eliten unterschieden sich bis zum Ende des Krieges kaum von jenen der politischen F\u00fchrung.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">&lt;strong&gt;Fallbeispiel und Dokumente zum sogenannten D\u00f6nitz-Erlass<\/div>\n<div id=\"attachment_3626\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Scannen0014.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3626\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3626\" title=\"Herbert Burmeister, undatiert. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" alt=\"Herbert Burmeister, undatiert. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Scannen0014.jpg\" width=\"240\" height=\"315\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3626\" class=\"wp-caption-text\">Herbert Burmeister, undatiert. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p><strong>Herbert Burmeister (1916-1944)<\/strong><\/p>\n<p>Der Maschineningenieur war wegen wiederholter Fahnenflucht im Juni 1944 zun\u00e4chst zu einer langj\u00e4hrigen Zuchthausstrafe verurteilt, in einer sp\u00e4teren Verhandlung zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Die Wehrmachtjustiz lie\u00df ihn am 11. September 1944 in Hamburg enthaupten.<\/p>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3627\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/038.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3627\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3627\" title=\"Entscheidung des Oberkommandierenden der Kriegsmarine, Karl D\u00f6nitz, 28. Juni 1944 (Auszug).\" alt=\"Entscheidung des Oberkommandierenden der Kriegsmarine, Karl D\u00f6nitz, 28. Juni 1944 (Auszug). Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/038.jpg\" width=\"570\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/038.jpg 570w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/038-213x300.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3627\" class=\"wp-caption-text\">Entscheidung des Oberkommandierenden der Kriegsmarine, Karl D\u00f6nitz, 28. Juni 1944 (Auszug). Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p>D\u00f6nitz verweigerte, gem\u00e4\u00df seiner Ank\u00fcndigung aus dem Jahr zuvor, auch gegen\u00fcber Herbert Burmeister ein milderes Urteil, obwohl die Richter der Kriegsmarinedienststelle Hamburg zuvor auf eine Zuchthausstrafe entschieden hatten.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\"><strong>Entgrenzung des Terrors bei Kriegsende<\/strong><\/div>\n<p>Als die Niederlage des Deutschen Reiches immer n\u00e4her r\u00fcckte, reagierte die milit\u00e4rische F\u00fchrung auf die Unsicherheit, Verzweiflung und Kriegsm\u00fcdigkeit der Soldaten mit einer Flut von Drohungen und Haltebefehlen. Soldaten und Zivilisten, die ihr Leben nicht mehr f\u00fcr einen l\u00e4ngst aussichtslos gewordenen Krieg riskieren wollten, wurden zu \u00bbSchw\u00e4chlingen\u00ab und \u00bbVerr\u00e4tern\u00ab erkl\u00e4rt, die durch ihr Verhalten den \u00bbEndsieg\u00ab gef\u00e4hrdeten. Wie viele Opfer diese Terrorjustiz durch Standgerichte, aber auch durch willk\u00fcrlich mordende Einheiten der Geheimen Feldpolizei, der SS und anderer Formationen forderte, ist bis heute unklar. Die in der Kriegsstrafverfahrensordnung ohnehin stark eingeschr\u00e4nkten Rechte der Angeklagten waren auf ein Mindestma\u00df reduziert. Am Schluss des Krieges entfiel sogar noch das Gnadenrecht.<\/p>\n<div id=\"attachment_3657\" style=\"width: 586px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/2006-08-15-13.29.24.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3657\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3657\" title=\"\u00bbF\u00fchrerbefehl\u00ab \u00fcber die Einrichtung eines \u00bbfliegenden Standgerichts\u00ab, 9. M\u00e4rz 1945.\" alt=\"\u00bbF\u00fchrerbefehl\u00ab \u00fcber die Einrichtung eines \u00bbfliegenden Standgerichts\u00ab, 9. M\u00e4rz 1945. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/2006-08-15-13.29.24.jpg\" width=\"576\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/2006-08-15-13.29.24.jpg 576w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/2006-08-15-13.29.24-216x300.jpg 216w\" sizes=\"(max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3657\" class=\"wp-caption-text\">\u00bbF\u00fchrerbefehl\u00ab \u00fcber die Einrichtung eines \u00bbfliegenden Standgerichts\u00ab, 9. M\u00e4rz 1945. \/ Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3965\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bericht-zu-Wammerl.pdf\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3965\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3965\" alt=\"Link zur Ged\u00e4chtnisniederschrift Oskar Wammerl \/ Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Ged\u00e4chtnisniederschrift_Link-300x182.png\" width=\"300\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Ged\u00e4chtnisniederschrift_Link-300x182.png 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Ged\u00e4chtnisniederschrift_Link-492x300.png 492w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Ged\u00e4chtnisniederschrift_Link.png 638w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3965\" class=\"wp-caption-text\">Link zur Ged\u00e4chtnisniederschrift Oskar Wammerl \/ Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes<\/p><\/div>\n<p><strong>Fallbeispiel<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bericht-zu-Wammerl.pdf\">Chronik, angefertigt vom Zeugen Heinrich Spielbichler im Volksgerichtshofverfahren<\/a>, Mai 1945. Oskar Wammerl, Gendarmeriemeister aus Prein an der Rax war nach einer Kriegsverletzung auf Genesungsurlaub als am 14. April 1945 von einem Standgericht verurteilt und unmittelbar anschlie\u00dfend erschossen wurde. Die Anklage lautete auf Fahnenflucht. Mit ihm fielen den willk\u00fcrlichen T\u00f6tungen von Soldaten und Zivilisten in Schwarzau im Gebirge an diesem Tag mit Alfons St\u00e4rk, Ferdinand \u00bbSchranz\u00ab, Roman Kneissl und Ignaz Sommer vier weitere Menschen zum Opfer.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrend zum <a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/05-19-2008_9702536.pdf\">Volksgerichtshofverfahren und den Ereignissen bei Kriegsende in Schwarzau im Gebirge<\/a>.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrend eine kurze <a href=\"http:\/\/www.oeaw.ac.at\/veranstaltungen-kommunikation\/veranstaltungen\/websites\/2015\/41tage\/41-tage-kriegsende-1945\/\">Chronik des Kriegsendes in \u00d6sterreich<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturhinweise<\/strong><\/p>\n<p>Absolon, Rudolf: Das Wehrmachtsstrafrecht im 2. Weltkrieg. Sammlung der grundlegenden Gesetze, Verordnungen und Erlasse, Korneliem\u00fcnster 1958.<\/p>\n<p>Detlef Garbe: Abschreckungsjustiz im Dienst der Kriegsf\u00fchrung: Anfragen zu Struktur und Wirken der NS-Milit\u00e4rgerichtsbarkeit. In:\u00a0 Pirker, Peter; Wenninger (Hg.): Wehrmachtsjustiz. Kontext, Praxis, Nachwirkungen, Wien 2010, S. 25-42.<\/p>\n<p>Garbe, Detlef: Im Namen des Volkes?! Die rechtlichen Grundlagen der Milit\u00e4rjustiz im NS-Staat und ihre \u00bbBew\u00e4ltigung\u00ab nach 1945. In: Ausl\u00e4nder, Fietje (Hg.): Verr\u00e4ter oder Vorbilder? Deserteure und ungehorsame Soldaten im Nationalsozialismus, Bremen 1990, S. 90-129.<\/p>\n<p>Detlef Garbe: Von \u00bbfurchtbaren Juristen\u00ab und ihrer Sorge um die \u00bbSchlagkraft der Truppe\u00ab. Deserteure der Wehrmacht und die Wehrmachtjustiz in der Nachkriegszeit. In: Greven, Michael; Wrochem, Oliver v.: Der Krieg in der Nachkriegszeit. Der Zweite Weltkrieg in der Politik und Gesellschaft der Bundesrepublik, Opladen 2000, S. 51-76.<\/p>\n<p>Manfred Messerschmidt: \u00bbZur Aufrechterhaltung der Manneszucht\u00ab. Historische und ideologische Grundlagen milit\u00e4rischer Disziplin im NS-Staat. In: Haase, Norbert; Paul, Gerhard (Hg.): Die anderen Soldaten. Wehrkraftzersetzung, Gehorsamsverweigerung und Fahnenflucht im Zweiten Weltkrieg, Frankfurt 1995, S. 19-36.<\/p>\n<p>Manfred Messerschmidt: Die Wehrmachtjustiz 1933-1945, Paderborn 2005.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ZENTRALE BESTIMMUNGEN Ein neues Milit\u00e4rrecht f\u00fcr den neuen Krieg Nach der Macht\u00fcbernahme 1933 begann die neue Reichsregierung unter Adolf Hitler, die verfassungsm\u00e4\u00dfige Unabh\u00e4ngigkeit der Justiz zu zerst\u00f6ren. 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