{"id":3477,"date":"2016-12-14T13:33:49","date_gmt":"2016-12-14T12:33:49","guid":{"rendered":"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/?page_id=3477"},"modified":"2017-02-09T17:48:37","modified_gmt":"2017-02-09T16:48:37","slug":"wiedergutmachung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/nachkrieg\/wiedergutmachung\/","title":{"rendered":"Wiedergutmachung"},"content":{"rendered":"<h1><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/nachkrieg\/the-victims-welfare-act\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-4317\" alt=\"flag_uk\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/flag_uk.jpg\" width=\"27\" height=\"18\" \/><\/a> <img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-4316\" alt=\"flag_at\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/flag_at.jpg\" width=\"27\" height=\"18\" \/><\/h1>\n<p><span style=\"color: #c0a93f;\"><strong><b>Das Opferf\u00fcrsorgegesetz<\/b><\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\">Das 1947 erlassene und in sp\u00e4teren Fassungen mehrfach novellierte Opferf\u00fcrsorgegesetz (OFG) definierte enge Kriterien daf\u00fcr, wer als Opfer des Nationalsozialismus zu gelten hatte. Der Gesetzgeber unterschied dabei zwischen \u00bbOpfern des Kampfes\u00ab, also als \u00bbaktiv\u00ab<\/span><\/strong><\/p>\n<p>kategorisierten AkteurInnen, und \u00bbpassiven\u00ab Opfern der politischen Verfolgung. Erstere hatten den Nachweis zu erbringen, sich f\u00fcr \u00bbein unabh\u00e4ngiges, demokratisches und seiner geschichtlichen Aufgabe bewusstes \u00d6sterreich, insbesondere gegen Ideen und Ziele des Nationalsozialismus mit der Waffe in der Hand gek\u00e4mpft oder sich r\u00fcckhaltlos in Wort oder Tat eingesetzt\u00ab zu haben. Die Opfer der zweiten Kategorie mussten wiederum \u00bbaus politischen Gr\u00fcnden oder aus Gr\u00fcnden der Abstammung, Religion oder Nationalit\u00e4t, durch Ma\u00dfnahmen eines Gerichtes, einer Verwaltungs- (im besonderen einer Staatspolizei-) Beh\u00f6rde oder durch Eingriffe der NSDAP einschlie\u00dflich ihrer Gliederungen in erheblichem Ausma\u00dfe zu Schaden gekommen\u00ab sein, um nach OFG anerkannt zu werden. Je nach Zugeh\u00f6rigkeit zu den jeweiligen Kategorien konnten im Laufe der Jahre Haftentsch\u00e4digungen, Leistungen f\u00fcr Beschr\u00e4nkungen der Freiheit, Einkommensminderung und Ausbildungssch\u00e4den sowie Opferrenten beantragt werden. Grundlage daf\u00fcr waren g\u00fcltige Opferausweise oder entsprechende Amtsbescheinigungen.<\/p>\n<p><strong><em><b>Unterscheidungen: <\/b>\u00bb<b>pers\u00f6nliche\u00ab und <\/b>\u00bb<b>politische\u00ab Motive<\/b><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Verfolgten der NS-Milit\u00e4rjustiz waren von den oben genannten Leistungen zwar nicht explizit ausgenommen, das OFG sah jedoch f\u00fcr diese Opfergruppe sehr starke Einschr\u00e4nkungen vor. Ein Erlass von 1948 legte fest: \u00bbDie Delikte der [\u2026] Fahnenflucht und Zersetzung der Wehrkraft k\u00f6nnen nicht ohne weiteres als politische [\u2026] gewertet werden\u00ab, da \u00bbin solchen F\u00e4llen sehr oft pers\u00f6nliche und nicht politische Motive zugrunde lagen.\u00ab Diese Position des Gesetzgebers erwies sich f\u00fcr Verfolgte der NS-Milit\u00e4rjustiz aus verschiedenen Gr\u00fcnden als grobe Benachteiligung: Zum einen, weil sich politische Motive im Rahmen einer Wehrdienstverweigerung oder Desertion seitens der Betroffenen kaum nachweisen lie\u00dfen: So hatte etwa Karl Lauterbach \u2013 um nur ein Beispiel zu nennen \u2013 seine politische T\u00e4tigkeit im kommunistischen Untergrund vor dem Milit\u00e4rgericht selbstverst\u00e4ndlich verschwiegen, um sich selbst zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Zum anderen blendete der Erlass die Tatsache aus, dass aus Sicht des NS-Staates gerade Delikte wie Desertion und \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab <i>in jedem Fall<\/i> als h\u00f6chst politische Delikte bewertet und infolgedessen besonders hart bestraft wurden.<\/p>\n<p>In der Praxis zeigen die Opferf\u00fcrsorgeakten, dass ohne Best\u00e4tigung einer politischen Partei der Nachweis einer politischen Motivation in der Regel nicht m\u00f6glich war. Dies bedeutete f\u00fcr alle Personen, die nicht im Rahmen einer politischer Partei handelten, einen Ausschluss vom Anspruch auf Opferrente.<\/p>\n<p>Erst im Jahr 2005 wurden die Verfolgten der NS-Milit\u00e4rjustiz offiziell in den Personenkreis der Opferf\u00fcrsorgeberechtigten aufgenommen (NS-Aufhebungsgesetz). Die grunds\u00e4tzliche verbrecherische Dimension der nationalsozialistischen Milit\u00e4rjustiz erkannte die Zweite Republik erst durch das Aufhebungs- und Rehabilitationsgesetz von 2009 an. Erst ab diesem Zeitpunkt galten ungehorsame Soldaten unabh\u00e4ngig von ihren individuellen Motiven als NS-Opfer.<\/p>\n<p><strong><em><b>Wenig Anerkennung f\u00fcr Deserteure<\/b><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nur etwas weniger als vier Prozent aller NS-Opfer und deren Hinterbliebene, die nach Kriegsende Antr\u00e4ge auf Anerkennung und entsprechende Leistungen stellten, waren prim\u00e4r wegen milit\u00e4rischer Delikte verfolgt worden. Von diesen Verfolgten waren wiederum die meisten Deserteure. Gegen sie wurden mit Abstand die meisten Todesurteile verh\u00e4ngt und ihr Handeln war gesellschaftlich wie politisch in besonderer Weise stigmatisiert.<\/p>\n<p>Umgekehrt l\u00e4sst sich festhalten, dass gerade Deserteure besonders gro\u00dfe Schwierigkeiten hatten, von den \u00f6sterreichischen Sozialbeh\u00f6rden nach 1945 als Opfer der NS-Verfolgung anerkannt zu werden: Ihre Antr\u00e4ge wurden, im Vergleich zu anderen Verfolgtengruppen, in \u00fcberproportionaler Weise abgelehnt.<\/p>\n<p>Innerhalb dieser Gruppe gab es wiederum entlang der einzelnen Delikte h\u00e4ufig wertende Differenzierungen: So machte es beispielsweise bei den wegen \u00bbZersetzung der Wehrkraft\u00ab Verurteilten einen gro\u00dfen Unterschied, ob jemand wegen \u00bbzersetzender\u00ab \u00c4u\u00dferungen oder aufgrund von \u00bbSelbstverst\u00fcmmlung\u00ab verurteilt worden war. Letztere, die mitunter an den k\u00f6rperliche Folgen ihrer Tat litten, hatten beispielsweise weit geringere Aussichten auf Entsch\u00e4digungsleistungen. Eine h\u00f6here Zuerkennungsrate gab es hingegen bei Delikten wie Hoch- oder Kriegsverrat und \u00bbFeindbeg\u00fcnstigung\u00ab. Hier akzeptierten die Beh\u00f6rden den politischen Hintergrund der Taten h\u00e4ufiger und w\u00fcrdigten diese als Widerstand gegen das NS-Regime.<\/p>\n<p><strong><em><b>Keine Anrechnung von Haftzeiten auf die Pensionen<\/b><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Praxis von Versorgungsleistungen nach dem Sozialversicherungsgesetz, beispielsweise im Rahmen der Pensionsversicherung, ist f\u00fcr die Verfolgten der NS-Milit\u00e4rjustiz noch nicht im Detail erforscht. Fakt ist jedoch, dass ein wehrmachtgerichtlich bestrafter Soldat die Zeiten seiner Gef\u00e4ngnis-, Lager- oder KZ-Haft nicht auf seine Rente angerechnet bekam.<\/p>\n<p>Ganz im Sinne des Pflichterf\u00fcllungsdiskurses wurden also gehorsame Soldaten gegen\u00fcber Deserteuren und anderen Verfolgten in ihrer sozialrechtlichen Stellung eklatant bevorzugt.<\/p>\n<p>Auf die um die Jahrtausendwende aufkommende diesbez\u00fcgliche Kritik reagierte die Zweite Republik bis 2009 mit wechselnden Argumenten: Unter Schwarz-Blau verlautbarte das FP\u00d6-gef\u00fchrte Sozialministerium, dass die Wehrmacht als \u00bbfremde Armee\u00ab zu betrachten sei und man deshalb nicht zust\u00e4ndig sei. Grunds\u00e4tzlich zog sich die Zweite Republik auf die Position zur\u00fcck, dass Desertion auch heute noch ein Straftatbestand sei, weshalb eine pauschale Rehabilitierung nicht in Frage k\u00e4me.<\/p>\n<p><strong><em><b>Anerkennungspraxis durch den Nationalfonds<\/b><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Den Nationalfonds der Republik \u00d6sterreich f\u00fcr Opfer des Nationalsozialismus richtete der Gesetzgeber 1995 ein, um bis dahin \u00bbvergessenen Opfern\u00ab (Homosexuelle, Sinti und Roma, \u00dcberlebende und Hinterbliebene von Opfern der \u00bbEuthanasie\u00ab usw.) Wiedergutmachung zu erm\u00f6glichen. Die Verfolgten der Wehrmachtgerichtsbarkeit waren unter den Anspruchsberechtigten jedoch einmal mehr nicht explizit aufgef\u00fchrt, und anfangs hatten sie nur dann gute Aussichten auf Anerkennung, wenn sie gleichzeitig auf eine zivilgerichtliche Verfolgung \u2013 beispielsweise wegen Hochverrats \u2013 verweisen konnten. Hervorzuheben ist auch, dass viele antragstellende Personen zwar milit\u00e4rgerichtlich verfolgt wurden, ihre Anerkennung als Opfer jedoch aus anderen Gr\u00fcnden erfolgte: \u00a0Zu beobachten ist dies etwa bei religi\u00f6sen Kriegsdienstverweigerern oder bei den k\u00e4rntner-slowenischen Partisanen.<\/p>\n<p>Entlang der politischen Leitlinien erkannte der Nationalfonds in den ersten Jahren seines Bestehens den grunds\u00e4tzlichen Unrechtscharakter wehrmachtgerichtlicher Verfolgung nicht an. Er unterschied entlang der geltenden politischen Praxis zwischen anerkennungsw\u00fcrdigen politischen auf der einen und \u00bbpers\u00f6nlichen\u00ab Motiven auf der anderen Seite. Erst seit der Jahrtausendwende ver\u00e4nderte sich diese Sichtweise allm\u00e4hlich zugunsten der Antragstellenden. Dies h\u00e4ngt vor allem mit einem\u00a0<a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Gutachten_Manoschek.pdf\">Gutachten<\/a> zusammen, das der Wiener Politikwissenschaftler Walter Manoschek erstellt hatte. Entlang der Ergebnisse des von ihm geleiteten <a href=\"http:\/\/www.mandelbaum.at\/books\/0\/7219\/\">Forschungsprojekts<\/a> ordnete Manoschek die Verfolgten der NS-Milit\u00e4rjustiz in die Reihen der Opfer des Nationalsozialismus ein und insbesondere die Deserteure in die Reihen des Widerstands.<\/p>\n<p><strong><em><b>Zu sp\u00e4te Anerkennung<\/b><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die mit dem Anerkennungs- und Rehabilitationsgesetz 2009 erfolgte offizielle Rehabilitierung kam f\u00fcr die Mehrheit der Opfer der NS-Milit\u00e4rjustiz zu sp\u00e4t. Schon das 2005 verabschiedete Anerkennungsgesetz erreichte nur noch wenige Personen. Die geringe Antragsdichte stie\u00df zudem auf eine extrem lange Verfahrensdauer, wie das Beispiel von David Holzer zeigt.<\/p>\n<p>2016 teilte das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz auf Anfrage des Personenkomitees mit, dass zwischen 2005 und 2010 insgesamt nur sieben Antr\u00e4ge bearbeitet wurden. Davon wurden drei Antr\u00e4ge bewilligt und drei abgelehnt. Ein Antragsteller verstarb w\u00e4hrend des Pr\u00fcfverfahrens.<\/p>\n<p><strong>Fallgeschichten<\/strong><br \/>\n<strong>Johann Plenk (1900-1962)<\/strong><\/p>\n<div style=\"clear: both;\">Wegen Ungehorsams und \u00bbPreisgabe von Staatsgeheimnissen\u00ab verurteilte das Reichskriegsgericht in Berlin Johann Plenk im Jahre 1944 zu 10 Monaten Gef\u00e4ngnis. Der aus Wien stammende Elektromonteur hatte w\u00e4hrend eines Fronturlaubs einem Milit\u00e4rarzt unerlaubterweise den Sitz seiner (geheimen) Dienststelle anvertraut. Daraufhin wurde er denunziert, in das Wehrmachtgef\u00e4ngnis Torgau und nach dem Milit\u00e4rgerichtsverfahren zur \u00bbBew\u00e4hrung\u00ab an die Front \u00fcberstellt. Im Rahmen des Strafvollzugs habe er sich ein schweres Herzleiden, eine Sch\u00e4digung des Nervensystems sowie eine schmerzhafte chronische Gelenksentz\u00fcndung zugezogen, die ihn in seinem Beruf stark einschr\u00e4nkten und zu finanziellen Einbu\u00dfen f\u00fchrten. Das Referat f\u00fcr Opferf\u00fcrsorge der Stadt Wien lehnte Plenks Antrag im Jahre 1951 ab, da eine \u00bbanspruchsberechtigte Sch\u00e4digung aus einem der im \u00a7 1 Abs. 1 und 2, des OFG 1947, angef\u00fchrten Gr\u00fcnde (aus politischen Gr\u00fcnden der Abstammung, Religion oder Nationalit\u00e4t) nicht nachgewiesen erscheint\u00ab.<\/div>\n<p><strong>Dokumente zur Fallgeschichte Johann Plenk\u00a0<\/strong><\/p>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_4029\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Antrag-OFG-Plenk_I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4029\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4029 \" title=\"Ansuchen Johann Plenks an die Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 25. Mai 1946. \" alt=\"Ansuchen Johann Plenks an die Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 25. Mai 1946. \/ Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Antrag-OFG-Plenk_I+II-1024x715.jpg\" width=\"350\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Antrag-OFG-Plenk_I+II-1024x715.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Antrag-OFG-Plenk_I+II-300x209.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Antrag-OFG-Plenk_I+II-429x300.jpg 429w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Antrag-OFG-Plenk_I+II.jpg 1830w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4029\" class=\"wp-caption-text\">Ansuchen Johann Plenks an die Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 25. Mai 1946. \/ Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Ansuchen Johann Plenks an die Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 25. Mai 1946.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3504\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bescheinigung-\u00fcber-Parteimitgliedschaft.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3504\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3504 \" title=\"Bescheinigung der Wiener Verkehrsbetriebe, 14. Dezember 1950. Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" alt=\"Bescheinigung der Wiener Verkehrsbetriebe, 14. Dezember 1950. Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bescheinigung-\u00fcber-Parteimitgliedschaft-777x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"461\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bescheinigung-\u00fcber-Parteimitgliedschaft-777x1024.jpg 777w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bescheinigung-\u00fcber-Parteimitgliedschaft-227x300.jpg 227w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bescheinigung-\u00fcber-Parteimitgliedschaft.jpg 1836w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3504\" class=\"wp-caption-text\">Bescheinigung der Wiener Verkehrsbetriebe, 14. Dezember 1950. \/ Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Solche F\u00fcrsprachen waren h\u00e4ufig eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Antragstellung nach OFG; in Johann Plenks Fall n\u00fctzte der Nachweis \u00fcber sein politisches Engagement vor 1934 jedoch nichts.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3505\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Ablehnungsbescheid-MA-12.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3505\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3505  \" title=\"Ablehnungsbescheid Bescheid der Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 11. Januar 1951. Knapp f\u00fcnf Jahre nach seinem Antrag lehnte die Stadt Wien das Ansuchen Johann Plenks ab.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" alt=\"Ablehnungsbescheid Bescheid der Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 11. Januar 1951. Knapp f\u00fcnf Jahre nach seinem Antrag lehnte die Stadt Wien das Ansuchen Johann Plenks ab.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Ablehnungsbescheid-MA-12-744x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"482\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Ablehnungsbescheid-MA-12-744x1024.jpg 744w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Ablehnungsbescheid-MA-12-217x300.jpg 217w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Ablehnungsbescheid-MA-12.jpg 1818w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3505\" class=\"wp-caption-text\">Ablehnungsbescheid Bescheid der Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 11. Januar 1951. \/ Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Knapp f\u00fcnf Jahre nach seinem Antrag lehnte die Stadt Wien das Ansuchen Johann Plenks ab.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\"><strong>Emilie Lauterbach (1907-1976)<\/strong><\/div>\n<p>Eineinhalb Jahre nach Kriegsende stellte die Mutter des wegen Wehrkraftzersetzung hingerichteten Gefreiten Karl Lauterbach einen ersten Antrag auf eine Amtsbescheinigung als Hinterbliebene. Diese wurde, wie alle weiteren Antr\u00e4ge bis zu ihrem Tod 1976, abgelehnt. Die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden auf Landes- und Bundesebene begr\u00fcndeten dies vor allem mit zwei Argumenten: Dass, erstens, bis zum Tod ihres schwer kriegsbesch\u00e4digten Mannes im Jahr 1966 dieser f\u00fcr ihren Unterhalt zust\u00e4ndig sei. Emilie Lauterbachs Sohn, der als kommunistischer Widerstandsk\u00e4mpfer ein Netzwerk von Soldaten mitorganisiert hatte, die sich durch gegenseitig beigebrachte Knochenbr\u00fcche dem Wehrdienst entzogen hatten, war wegen Wehrkraftzersetzung hingerichtet worden. Die Gutachter der Magistratsabteilung 12 bewerteten dies, zweitens, nicht als entsch\u00e4digungsw\u00fcrdig entlang des \u00a7 1 des Opferf\u00fcrsorgegesetzes (Verfolgung aus politischen Gr\u00fcnden, wegen Abstammung, Religion oder Nationalit\u00e4t). Obwohl die Kommunistische Partei \u00d6sterreichs die politische Motivation Karl Lauterbachs bescheinigte und auch der KZ-Verband ein entsprechendes Schreiben ausstellte, blieben die Beh\u00f6rden bis zum Schluss bei ihrer Entscheidung.<\/p>\n<p><strong>Dokumente zur Fallgeschichte Emilie Lauterbachs<\/strong><b><br \/>\n<\/b><\/p>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3506\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19450207.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3506\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3506 \" title=\"Schreiben des Rechtsanwalts Hans G\u00fcrtler an Franz und Emilie Lauterbach, 7. Februar 1945 (Auszug). Der Verteidiger Karl Lauterbachs im Verfahren vor dem Gericht der Wiener Division 177 richtete das Schreiben am Tag der Hinrichtung an dessen Eltern.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" alt=\"Schreiben des Rechtsanwalts Hans G\u00fcrtler an Franz und Emilie Lauterbach, 7. Februar 1945 (Auszug). Der Verteidiger Karl Lauterbachs im Verfahren vor dem Gericht der Wiener Division 177 richtete das Schreiben am Tag der Hinrichtung an dessen Eltern.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19450207-647x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"554\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19450207-647x1024.jpg 647w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19450207-189x300.jpg 189w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19450207.jpg 1771w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3506\" class=\"wp-caption-text\">Schreiben des Rechtsanwalts Hans G\u00fcrtler an Franz und Emilie Lauterbach, 7. Februar 1945 (Auszug). \/ Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Der Verteidiger Karl Lauterbachs im Verfahren vor dem Gericht der Wiener Division 177 richtete das Schreiben am Tag der Hinrichtung an dessen Eltern.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3507\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19461107_Bescheid-MA-12.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3507\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3507 \" title=\"Bescheid der Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 7. November 1946. Vor allem habe sich Karl Lauterbach durch seine Handlungen als Selbstverst\u00fcmmler nicht \u00bbr\u00fcckhaltlos\u00ab f\u00fcr \u00bbein freies, demokratisches Oesterreich\u00ab eingesetzt.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" alt=\"Bescheid der Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 7. November 1946. Vor allem habe sich Karl Lauterbach durch seine Handlungen als Selbstverst\u00fcmmler nicht \u00bbr\u00fcckhaltlos\u00ab f\u00fcr \u00bbein freies, demokratisches Oesterreich\u00ab eingesetzt.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19461107_Bescheid-MA-12-652x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"550\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19461107_Bescheid-MA-12-652x1024.jpg 652w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19461107_Bescheid-MA-12-191x300.jpg 191w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19461107_Bescheid-MA-12.jpg 1840w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3507\" class=\"wp-caption-text\">Bescheid der Verwaltungsgruppe VI (Wohlfahrtswesen) des Wiener Magistrats, 7. November 1946. \/ Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Vor allem habe sich Karl Lauterbach durch seine Handlungen als Selbstverst\u00fcmmler nicht \u00bbr\u00fcckhaltlos\u00ab f\u00fcr \u00bbein freies, demokratisches Oesterreich\u00ab eingesetzt.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3508\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19480122_Bescheinigung-KP\u00d6.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3508\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3508 \" title=\"Bescheinigung der Kommunistischen Partei \u00d6sterreichs, 22. Januar 1948. Nach der Ablehnung ihres ersten Antrages best\u00e4tigte die KP\u00d6 den politischen Hintergrund Lauterbachs, der, wie seine gesamte Familie, der Partei eng verbunden war. Ob die Ablehnung s\u00e4mtlicher Antr\u00e4ge von Emilie Lauterbach bis hinein in die 1970er Jahre trotz oder aufgrund dieser Verbindung erfolgte, muss offenbleiben.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" alt=\"Bescheinigung der Kommunistischen Partei \u00d6sterreichs, 22. Januar 1948. Nach der Ablehnung ihres ersten Antrages best\u00e4tigte die KP\u00d6 den politischen Hintergrund Lauterbachs, der, wie seine gesamte Familie, der Partei eng verbunden war. Ob die Ablehnung s\u00e4mtlicher Antr\u00e4ge von Emilie Lauterbach bis hinein in die 1970er Jahre trotz oder aufgrund dieser Verbindung erfolgte, muss offenbleiben.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19480122_Bescheinigung-KP\u00d6-1024x779.jpg\" width=\"350\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19480122_Bescheinigung-KP\u00d6-1024x779.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19480122_Bescheinigung-KP\u00d6-300x228.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19480122_Bescheinigung-KP\u00d6-393x300.jpg 393w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3508\" class=\"wp-caption-text\">Bescheinigung der Kommunistischen Partei \u00d6sterreichs, 22. Januar 1948. \/ Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Nach der Ablehnung ihres ersten Antrages best\u00e4tigte die KP\u00d6 den politischen Hintergrund Lauterbachs, der, wie seine gesamte Familie, der Partei eng verbunden war. Ob die Ablehnung s\u00e4mtlicher Antr\u00e4ge von Emilie Lauterbach bis hinein in die 1970er Jahre trotz oder aufgrund dieser Verbindung erfolgte, muss offenbleiben.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_4031\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19660518_Schreiben-an-KZ-Verband_I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4031\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4031 \" title=\"Schreiben Emilie Lauterbachs an den KP-nahen KZ-Verband, 18. Mai 1966 (zwei Bl\u00e4tter).  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" alt=\"Schreiben Emilie Lauterbachs an den KP-nahen KZ-Verband, 18. Mai 1966 (zwei Bl\u00e4tter).  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19660518_Schreiben-an-KZ-Verband_I+II-1024x722.jpg\" width=\"350\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19660518_Schreiben-an-KZ-Verband_I+II-1024x722.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19660518_Schreiben-an-KZ-Verband_I+II-300x211.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19660518_Schreiben-an-KZ-Verband_I+II-425x300.jpg 425w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19660518_Schreiben-an-KZ-Verband_I+II.jpg 1822w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4031\" class=\"wp-caption-text\">Schreiben Emilie Lauterbachs an den KP-nahen KZ-Verband, 18. Mai 1966 (zwei Bl\u00e4tter). \/ Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Nach weiteren erfolglosen Antr\u00e4gen wandte sich die mittlerweile 59-J\u00e4hrige an eine der NS-Opferorganisation um Unterst\u00fctzung. Ihr Mann war kurz zuvor gestorben. Inwiefern er seine in Scheidung lebende Frau unterst\u00fctzen konnte, geht aus den Schriftwechseln nicht eindeutig hervor. Laut Aussage der zust\u00e4ndigen Magistratsverwaltung 12 (MA 12) verdiente der Vater Karl Lauterbachs ausreichend, um seine Frau unterhalten zu k\u00f6nnen. Der letzte \u2013 ebenfalls ablehnende \u2013 Bescheid der MA 12 erreichte Emilie Lauterbach erst nach ihrem Tod.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\"><strong>Josef R\u00e4dler (1897-?)<\/strong><\/div>\n<p>Bereits im Ersten Weltkrieg war Josef R\u00e4dler zur k.u.k. Armee einger\u00fcckt und von dort wegen \u00bbK\u00f6rperschw\u00e4che\u00ab nach sechs Wochen entlassen worden. Der aus einer gro\u00dfen Vorarlberger Familie stammende R\u00e4dler war vor allem in der Landwirtschaft t\u00e4tig als ihm im Herbst 1938 ein Einberufungsbescheid der Wehrmacht zugestellt wurde. Diesem widersetzte er sich unter Berufung auf ein Nervenleiden. In den kommenden Jahren folgten psychiatrische Untersuchungen im Wechsel mit Aufenthalten in verschiedenen Nervenheilanstalten und weiteren Aufforderungen, zur Armee einzur\u00fccken. Dem \u00e4rztlichen Gutachter Dr. Geiger aus dem Tiroler Solbad Hall vermittelte R\u00e4dler im April 1942 den Eindruck eines \u00bbschizoiden Psychopathen mit krankhaft \u00fcbersteigerter Erregbarkeit und fanatisch z\u00e4hem Beharren auf seinem Standpunkt\u00ab. Geyer gegen\u00fcber hatte R\u00e4dler ge\u00e4u\u00dfert, \u00bber vertrage keinen Zwang. Dann sei alles mit ihm aus und fertig\u00ab. Nach Kriegsende beantragte R\u00e4dler f\u00fcr seine h\u00e4ufigen Internierungen die Anerkennung als NS-Opfer. Diese wurde ihm mit Verweis auf den angeblich nicht vorhandenen politischen Charakter seiner Handlungen verweigert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dokumente zur Fallgeschichte Josef R\u00e4dler<\/strong><b><br \/>\n<\/b><\/p>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3511\" style=\"width: 327px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler07.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3511\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3511 \" title=\"Portraitfoto Josef R\u00e4dlers, undatiert. Nachdem er 1938, 1939 und 1942 Einberufungsbeschiede erhielt, die er jeweils ignorierte, erfolgten Zwangseinweisungen in die Psychiatrie. Zwischenzeitlich half er einem seiner acht Geschwister in der Landwirtschaft. Eine eigene Familie hatte R\u00e4dler nicht gegr\u00fcndet.  Quelle: Landesarchiv Vorarlberg   \" alt=\"Portraitfoto Josef R\u00e4dlers, undatiert. Nachdem er 1938, 1939 und 1942 Einberufungsbeschiede erhielt, die er jeweils ignorierte, erfolgten Zwangseinweisungen in die Psychiatrie. Zwischenzeitlich half er einem seiner acht Geschwister in der Landwirtschaft. Eine eigene Familie hatte R\u00e4dler nicht gegr\u00fcndet.  Quelle: Landesarchiv Vorarlberg   \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler07-680x1024.jpg\" width=\"317\" height=\"473\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3511\" class=\"wp-caption-text\">Portraitfoto Josef R\u00e4dlers, undatiert. \/ Quelle: Landesarchiv Vorarlberg<\/p><\/div>\n<p>Nachdem er 1938, 1939 und 1942 Einberufungsbeschiede erhielt, die er jeweils ignorierte, erfolgten Zwangseinweisungen in die Psychiatrie. Zwischenzeitlich half er einem seiner acht Geschwister in der Landwirtschaft. Eine eigene Familie hatte R\u00e4dler nicht gegr\u00fcndet.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_4035\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler_I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4035\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4035  \" title=\"Schreiben des \u00e4rztlichen Gutachters Dr. Geyer, 2. April 1942 (zwei Bl\u00e4tter).  Quelle: Landesarchiv Vorarlberg\" alt=\"Schreiben des \u00e4rztlichen Gutachters Dr. Geyer, 2. April 1942 (zwei Bl\u00e4tter).  Quelle: Landesarchiv Vorarlberg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler_I+II-1024x750.jpg\" width=\"350\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler_I+II-1024x750.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler_I+II-300x220.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler_I+II-409x300.jpg 409w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4035\" class=\"wp-caption-text\">Schreiben des \u00e4rztlichen Gutachters Dr. Geyer, 2. April 1942 (zwei Bl\u00e4tter). \/ Quelle: Landesarchiv Vorarlberg<\/p><\/div>\n<p>In der kurzen Schilderung von R\u00e4dlers Verweigerung fasste Geyer dessen Stationen in der Psychiatrie zusammen: \u00fcber die Nervenklinik Innsbruck (1939), in die Anstalt Valduna (1940), im J\u00e4nner 1942 in die Heilanstalt Hall.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3515\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler03.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3515\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3515 \" title=\"Beschluss des Amtsgerichts Hall (Tirol), 17. Juli 1943. Quelle: Landesarchiv Vorarlberg\" alt=\"Beschluss des Amtsgerichts Hall (Tirol), 17. Juli 1943. Quelle: Landesarchiv Vorarlberg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler03-728x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"493\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler03-728x1024.jpg 728w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler03-213x300.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3515\" class=\"wp-caption-text\">Beschluss des Amtsgerichts Hall (Tirol), 17. Juli 1943. \/ Quelle: Landesarchiv Vorarlberg<\/p><\/div>\n<p>Bereits w\u00e4hrend des Krieges legte R\u00e4dler Widerspruch gegen seine Zwangsverwahrung in der Nervenheilanstalt von Hall ein. Diese wurde jedoch abgewiesen. Dabei hatte R\u00e4dler Gl\u00fcck, dass er als \u00bbschizoider Psychopath\u00ab nicht in die M\u00fchlen der \u00bbEuthanasie\u00ab geriet oder \u2013 wie in anderen F\u00e4llen geschehen \u2013 zwangssterilisiert wurde.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3518\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler02.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3518\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3518 \" title=\"Ansuchen um einen Opferausweis nach Opferf\u00fcrsorgegesetz (OFG), 12. April 1948. R\u00e4dler stellte seinen Antrag wegen \u00bbSabotierung eines Einberufungsbefehls\u00ab. Ein Opferausweis war die Vorbedingung f\u00fcr den Erhalt weiterer Leistungen nach dem OFG.  Quelle: Landesarchiv Vorarlberg\" alt=\"Ansuchen um einen Opferausweis nach Opferf\u00fcrsorgegesetz (OFG), 12. April 1948. R\u00e4dler stellte seinen Antrag wegen \u00bbSabotierung eines Einberufungsbefehls\u00ab. Ein Opferausweis war die Vorbedingung f\u00fcr den Erhalt weiterer Leistungen nach dem OFG.  Quelle: Landesarchiv Vorarlberg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler02-720x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"498\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler02-720x1024.jpg 720w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler02-210x300.jpg 210w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3518\" class=\"wp-caption-text\">Ansuchen um einen Opferausweis nach Opferf\u00fcrsorgegesetz (OFG), 12. April 1948. <br \/>Quelle: Landesarchiv Vorarlberg<\/p><\/div>\n<p>R\u00e4dler stellte seinen Antrag wegen \u00bbSabotierung eines Einberufungsbefehls\u00ab. Ein Opferausweis war die Vorbedingung f\u00fcr den Erhalt weiterer Leistungen nach dem OFG.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3514\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler06.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3514\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3514 \" title=\"Ablehnungsbescheid des Bundesministeriums f\u00fcr Soziale Verwaltung, 27. Juli 1948. Die Berufung gegen einen vorg\u00e4ngigen Bescheid vom Juni des Jahres endete f\u00fcr R\u00e4dler abermals erfolglos, \u00bbda die Haft nicht auf politischen Gr\u00fcnden beruhte und kein Einsatz f\u00fcr ein freies, demokratisches \u00d6sterreich nachgewiesen ist\u00ab.  Quelle: Landesarchiv Vorarlberg   \" alt=\"Ablehnungsbescheid des Bundesministeriums f\u00fcr Soziale Verwaltung, 27. Juli 1948. Die Berufung gegen einen vorg\u00e4ngigen Bescheid vom Juni des Jahres endete f\u00fcr R\u00e4dler abermals erfolglos, \u00bbda die Haft nicht auf politischen Gr\u00fcnden beruhte und kein Einsatz f\u00fcr ein freies, demokratisches \u00d6sterreich nachgewiesen ist\u00ab.  Quelle: Landesarchiv Vorarlberg   \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler06-727x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"493\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler06-727x1024.jpg 727w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/VLA_AVLReg_IVa_168-171_JosefR\u00e4dler06-213x300.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3514\" class=\"wp-caption-text\">Ablehnungsbescheid des Bundesministeriums f\u00fcr Soziale Verwaltung, 27. Juli 1948. <br \/>Quelle: Landesarchiv Vorarlberg<\/p><\/div>\n<p>Die Berufung gegen einen vorg\u00e4ngigen Bescheid vom Juni des Jahres endete f\u00fcr R\u00e4dler abermals erfolglos, \u00bbda die Haft nicht auf politischen Gr\u00fcnden beruhte und kein Einsatz f\u00fcr ein freies, demokratisches \u00d6sterreich nachgewiesen ist\u00ab.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\"><strong>Stefanie Stedry (1898-1970)<\/strong><\/div>\n<p>Die in Wien geb\u00fcrtige Leiterin einer Werkskantine verlor \u2013 wie auch Emilie Lauterbach \u2013 infolge der brutalen Verfolgung von Soldaten, die durch Selbstverst\u00fcmmelung dem Kriegsdienst entgehen wollten, einen Sohn. Adolf Stedry starb am selben Morgen des 7. Februar 1945 auf der Erschie\u00dfungsst\u00e4tte in Wien Kagran. Anders als Emilie Lauterbach erkannten ihr die Wiener Beh\u00f6rden als Hinterbliebene zwar eine Amtsbescheinigung zu. Finanzielle Leistungen wurden ihr aus formalen Gr\u00fcnden jedoch Gr\u00fcnden verweigert. Denn sie hatte vor dem Krieg weder mit ihrem Sohn in einer Wohnung gelebt noch war sie von ihm finanziell unterst\u00fctzt worden. Wie das zust\u00e4ndige Sozialministerium die Frage der politischen Motivation Adolf Stedrys einsch\u00e4tzte, geht aus den \u00fcberlieferten Schreiben nur indirekt hervor. Seine Mutter konnte dessen Mitgliedschaft bei den Roten Falken und bei der SP\u00d6 belegen. Beides spielte m\u00f6glicherweise eine Rolle als ihre Enkelin, die Tochter Adolf Stedrys, in dessen Nachfolge im September 1964 eine Haftentsch\u00e4digung zuerkannt bekam.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dokumente zur Fallgeschichte Stefanie Stedry<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3546\" style=\"width: 281px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/WP_20160922_18_26_11_Pro.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3546\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3546 \" title=\"Fotografie der Gestapo von Adolf Stedry, 1944. Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands\" alt=\"Fotografie der Gestapo von Adolf Stedry, 1944. Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/WP_20160922_18_26_11_Pro.jpg\" width=\"271\" height=\"337\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3546\" class=\"wp-caption-text\">Fotografie der Gestapo von Adolf Stedry, 1944.<br \/>Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_4037\" style=\"width: 624px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Hinrichtung-Stedry-I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4037\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4037  \" title=\"Hinrichtungsprotokoll, 7. Februar 1945 (zwei Bl\u00e4tter).  Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/Archiv der Republik\" alt=\"Hinrichtungsprotokoll, 7. Februar 1945 (zwei Bl\u00e4tter).  Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/Archiv der Republik\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Hinrichtung-Stedry-I+II.jpg\" width=\"614\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Hinrichtung-Stedry-I+II.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Hinrichtung-Stedry-I+II-300x205.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Hinrichtung-Stedry-I+II-438x300.jpg 438w\" sizes=\"(max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4037\" class=\"wp-caption-text\">Hinrichtungsprotokoll, 7. Februar 1945 (zwei Bl\u00e4tter).<br \/>Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/Archiv der Republik<\/p><\/div>\n<p>Die Vollstreckung Adolf Stedrys und 13 Mitverurteilter erfolgte wegen \u00bbZersetzung der Wehrkraft\u00ab, einer Bestimmung, den die Nationalsozialisten zur Verfolgung von (aus ihrer Sicht) politischen Straftaten nutzten.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3521\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19451227_Amtsbescheinigung-Stedry.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3521\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3521 \" title=\"Amtsbescheinigung des Magistrats der Stadt Wien f\u00fcr Stefanie Stedry, 27. Dezember 1945. Das Schreiben ist die Grundlage f\u00fcr Leistungen nach dem Opferf\u00fcrsorgegesetz. Die Handlungen ihres Sohnes schienen danach den Anforderungen des \u00a7 1 des OFG in der Fassung von 1945 zu gen\u00fcgen.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien   \" alt=\"Amtsbescheinigung des Magistrats der Stadt Wien f\u00fcr Stefanie Stedry, 27. Dezember 1945. Das Schreiben ist die Grundlage f\u00fcr Leistungen nach dem Opferf\u00fcrsorgegesetz. Die Handlungen ihres Sohnes schienen danach den Anforderungen des \u00a7 1 des OFG in der Fassung von 1945 zu gen\u00fcgen.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien   \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19451227_Amtsbescheinigung-Stedry-731x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"491\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19451227_Amtsbescheinigung-Stedry-731x1024.jpg 731w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19451227_Amtsbescheinigung-Stedry-214x300.jpg 214w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19451227_Amtsbescheinigung-Stedry.jpg 1827w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3521\" class=\"wp-caption-text\">Amtsbescheinigung des Magistrats der Stadt Wien f\u00fcr Stefanie Stedry, 27. Dezember 1945.<br \/>Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Das Schreiben ist die Grundlage f\u00fcr Leistungen nach dem Opferf\u00fcrsorgegesetz. Die Handlungen ihres Sohnes schienen danach den Anforderungen des \u00a7 1 des OFG in der Fassung von 1945 zu gen\u00fcgen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3522\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19570621_Ablehnung-Haftentsch\u00e4digung.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3522\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3522 \" title=\"Ablehnung eines Antrags auf Haftentsch\u00e4digung f\u00fcr Stefanie Stedry, 21. Juni 1957. Ob der Antrag auf Haftentsch\u00e4digung erst lange nach Ausstellung der Amtsbescheinigung erging oder die Beh\u00f6rden sehr lange f\u00fcr eine Pr\u00fcfung brauchten, geht aus der Opferf\u00fcrsorgeakte nicht hervor.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" alt=\"Ablehnung eines Antrags auf Haftentsch\u00e4digung f\u00fcr Stefanie Stedry, 21. Juni 1957. Ob der Antrag auf Haftentsch\u00e4digung erst lange nach Ausstellung der Amtsbescheinigung erging oder die Beh\u00f6rden sehr lange f\u00fcr eine Pr\u00fcfung brauchten, geht aus der Opferf\u00fcrsorgeakte nicht hervor.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19570621_Ablehnung-Haftentsch\u00e4digung-694x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"517\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19570621_Ablehnung-Haftentsch\u00e4digung-694x1024.jpg 694w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19570621_Ablehnung-Haftentsch\u00e4digung-203x300.jpg 203w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19570621_Ablehnung-Haftentsch\u00e4digung.jpg 1832w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3522\" class=\"wp-caption-text\">Ablehnung eines Antrags auf Haftentsch\u00e4digung f\u00fcr Stefanie Stedry, 21. Juni 1957. <br \/>Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Ob der Antrag auf Haftentsch\u00e4digung erst lange nach Ausstellung der Amtsbescheinigung erging oder die Beh\u00f6rden sehr lange f\u00fcr eine Pr\u00fcfung brauchten, geht aus der Opferf\u00fcrsorgeakte nicht hervor.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3525\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19640903_Bewilligung-Haftentsch\u00e4digung.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3525\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3525 \" title=\"Bescheid der Wiener Landesregierung, 3. September 1964. Stefanie Stedrys Enkelin (Name im Dokument geschw\u00e4rzt) bekam als Hinterbliebene ihres ermordeten Vaters eine Haftentsch\u00e4digung zugesprochen. Grundlage war die 16. Novelle des OFG aus dem Jahr 1963.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien   \" alt=\"Bescheid der Wiener Landesregierung, 3. September 1964. Stefanie Stedrys Enkelin (Name im Dokument geschw\u00e4rzt) bekam als Hinterbliebene ihres ermordeten Vaters eine Haftentsch\u00e4digung zugesprochen. Grundlage war die 16. Novelle des OFG aus dem Jahr 1963.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien   \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19640903_Bewilligung-Haftentsch\u00e4digung-704x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"509\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19640903_Bewilligung-Haftentsch\u00e4digung-704x1024.jpg 704w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19640903_Bewilligung-Haftentsch\u00e4digung-206x300.jpg 206w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19640903_Bewilligung-Haftentsch\u00e4digung.jpg 1780w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3525\" class=\"wp-caption-text\">Bescheid der Wiener Landesregierung, 3. September 1964. <br \/>Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Stefanie Stedrys Enkelin (Name im Dokument geschw\u00e4rzt) bekam als Hinterbliebene ihres ermordeten Vaters eine Haftentsch\u00e4digung zugesprochen. Grundlage war die 16. Novelle des OFG aus dem Jahr 1963.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\"><strong>David Holzer (1923-2015)<\/strong><\/div>\n<p>Der Osttiroler Landwirt David Holzer desertierte gemeinsam mit seinem Bruder und einem Nachbarn im Sommer 1943 aus der Wehrmacht. Alle drei hatten nach ihrem Einsatz u.a. an der Ostfront den Krieg f\u00fcr Nazi-Deutschland nicht weiterk\u00e4mpfen wollen. W\u00e4hrend seine beiden Gef\u00e4hrten den Krieg nach ihrer Ergreifung nicht \u00fcberleben konnten, kehrte David Holzer im J\u00e4nner 1946 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zur\u00fcck. Er hatte die Haft in den Emslandlagern und die letzten Kriegsmonate als Strafsoldat in einer sogenannten Bew\u00e4hrungseinheit \u00fcberstanden. Nach Kriegsende sprach in der Familie Holzer jahrzehntelang niemand \u00fcber die Ereignisse im Krieg; die Eltern erw\u00e4hnten ihrem \u00fcberlebenden Sohn gegen\u00fcber nicht einmal, dass sie selbst aufgrund ihrer Beihilfe zur Fahnenflucht ebenfalls zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Obwohl David Holzer durch die Hafterfahrungen in den Straflagern im Emsland, dem Wehrmachtgef\u00e4ngnis Torgau und den extremen Bedingungen bei den Bew\u00e4hrungseinheiten schwer traumatisiert war, stellte er keine Antr\u00e4ge auf Anerkennung als NS-Opfer \u2013 m\u00f6glicherweise auch deshalb, weil er sich die von vielen \u00dcberlebenden als entw\u00fcrdigend empfundene Prozedur des Nachweises der \u00bbrichtigen\u00bb Fluchtmotive ersparen wollte. Nachdem ein Team junger WissenschaftlerInnen David Holzer f\u00fcr ihr Forschungsprojekt ausfindig gemacht hatte, konnten sie ihn nach der Jahrtausendwende dazu bewegen, Antr\u00e4ge auf Opferf\u00fcrsorge beim Nationalfonds der Republik \u00d6sterreich sowie bei den zust\u00e4ndigen Sozialbeh\u00f6rden zu stellen. Diese wurden \u2013 wenn auch z.T. nach erheblicher Verz\u00f6gerung infolge b\u00fcrokratischer Hemmnisse \u2013 schlie\u00dflich bewilligt, David Holzers Widerstandshandlung staatlicherseits anerkannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dokumente zur Fallgeschichten David Holzer<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3529\" style=\"width: 893px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-1-David-Holzer.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3529\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3529 \" title=\"David Holzer in Schlaiten, 2002 Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" alt=\"David Holzer in Schlaiten, 2002 Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-1-David-Holzer.jpg\" width=\"883\" height=\"594\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-1-David-Holzer.jpg 883w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-1-David-Holzer-300x201.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-1-David-Holzer-445x300.jpg 445w\" sizes=\"(max-width: 883px) 100vw, 883px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3529\" class=\"wp-caption-text\">David Holzer in Schlaiten, 2002 Quelle: Privatarchiv Peter Pirker<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3530\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-15-Strafnachsicht.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3530\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3530 \" title=\"Strafnachsicht im Gnadenwege, 18. November 1945. Noch bevor David Holzer aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause zur\u00fcckkehrte, bem\u00fchte sich sein Vater (ebenfalls mit Vornamen David) darum, die gegen ihn selbst verh\u00e4ngte Strafe von 10 Monaten Gef\u00e4ngnis wegen \u00bbUnterst\u00fctzung von Fahnenfl\u00fcchtigen\u00ab aufheben zu lassen. Bis dahin galt sie nach der Kriegssonderstrafverordnung noch als rechtskr\u00e4ftig verh\u00e4ngt. Erst im Jahr 2005 wurden solche Verurteilungen in \u00d6sterreich eindeutig aufgehoben.  Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" alt=\"Strafnachsicht im Gnadenwege, 18. November 1945. Noch bevor David Holzer aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause zur\u00fcckkehrte, bem\u00fchte sich sein Vater (ebenfalls mit Vornamen David) darum, die gegen ihn selbst verh\u00e4ngte Strafe von 10 Monaten Gef\u00e4ngnis wegen \u00bbUnterst\u00fctzung von Fahnenfl\u00fcchtigen\u00ab aufheben zu lassen. Bis dahin galt sie nach der Kriegssonderstrafverordnung noch als rechtskr\u00e4ftig verh\u00e4ngt. Erst im Jahr 2005 wurden solche Verurteilungen in \u00d6sterreich eindeutig aufgehoben.  Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-15-Strafnachsicht-1024x725.jpg\" width=\"350\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-15-Strafnachsicht-1024x725.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-15-Strafnachsicht-300x212.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Abb.-15-Strafnachsicht-423x300.jpg 423w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3530\" class=\"wp-caption-text\">Strafnachsicht im Gnadenwege, 18. November 1945. <br \/>Quelle: Privatarchiv Peter Pirker<\/p><\/div>\n<p>Noch bevor David Holzer aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause zur\u00fcckkehrte, bem\u00fchte sich sein Vater (ebenfalls mit Vornamen David) darum, die gegen ihn selbst verh\u00e4ngte Strafe von 10 Monaten Gef\u00e4ngnis wegen \u00bbUnterst\u00fctzung von Fahnenfl\u00fcchtigen\u00ab aufheben zu lassen. Bis dahin galt sie nach der Kriegssonderstrafverordnung noch als rechtskr\u00e4ftig verh\u00e4ngt. Erst im Jahr 2005 wurden solche Verurteilungen in \u00d6sterreich eindeutig aufgehoben.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3532\" style=\"width: 380px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Screenshot-2016-12-15-16.34.171.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3532\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3532 \" title=\"Antrag David Holzers auf eine Amtsbescheinigung und Leistungen nach OFG, 3. Dezember 2004. Der zu diesem Zeitpunkt 81-J\u00e4hrige konnte bereits auf umfassende Pr\u00fcfung und Anerkennung durch den Nationalfonds aus dem Jahre 2003 verweisen. Seine Pension hatte David Holzer zuvor ohne die sonst f\u00fcr Verfolgte der NS-Milit\u00e4rjustiz \u00fcblichen Abz\u00fcge erhalten, weil er offenbar seine Zeit in den Straflagern gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden nicht erw\u00e4hnt hatte.  Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" alt=\"Antrag David Holzers auf eine Amtsbescheinigung und Leistungen nach OFG, 3. Dezember 2004. Der zu diesem Zeitpunkt 81-J\u00e4hrige konnte bereits auf umfassende Pr\u00fcfung und Anerkennung durch den Nationalfonds aus dem Jahre 2003 verweisen. Seine Pension hatte David Holzer zuvor ohne die sonst f\u00fcr Verfolgte der NS-Milit\u00e4rjustiz \u00fcblichen Abz\u00fcge erhalten, weil er offenbar seine Zeit in den Straflagern gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden nicht erw\u00e4hnt hatte.  Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Screenshot-2016-12-15-16.34.171.png\" width=\"370\" height=\"517\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Screenshot-2016-12-15-16.34.171.png 617w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Screenshot-2016-12-15-16.34.171-214x300.png 214w\" sizes=\"(max-width: 370px) 100vw, 370px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3532\" class=\"wp-caption-text\">Antrag David Holzers auf eine Amtsbescheinigung und Leistungen nach OFG, 3. Dezember 2004 (Auszug). <br \/>Quelle: Privatarchiv Peter Pirker<\/p><\/div>\n<p>Der zu diesem Zeitpunkt 81-J\u00e4hrige konnte bereits auf umfassende Pr\u00fcfung und Anerkennung durch den Nationalfonds aus dem Jahre 2003 verweisen. Seine Pension hatte David Holzer zuvor ohne die sonst f\u00fcr Verfolgte der NS-Milit\u00e4rjustiz \u00fcblichen Abz\u00fcge erhalten, weil er offenbar seine Zeit in den Straflagern gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden nicht erw\u00e4hnt hatte.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3533\" style=\"width: 381px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bescheid.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3533\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3533 \" title=\"Bescheid der Tiroler Landesregierung, 27. Januar 2005. Bereits nach kurzer Zeit erreichte David Holzer die positive Nachricht, dass seine Amtsbescheinigung bewilligt, eine Opferrentenzahlung festgesetzt sei. Bemerkenswert ist die zu diesem Zeitpunkt noch ungew\u00f6hnliche Feststellung, dass die Desertion selbst \u00bbals gegen die Ideen und Ziele des Nationalsozialismus gerichtete Tat anzusehen\u00ab sei. Diese wurde damit zugleich als Akt f\u00fcr ein freies und demokratisches \u00d6sterreich gewertet.  Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" alt=\"Bescheid der Tiroler Landesregierung, 27. Januar 2005. Bereits nach kurzer Zeit erreichte David Holzer die positive Nachricht, dass seine Amtsbescheinigung bewilligt, eine Opferrentenzahlung festgesetzt sei. Bemerkenswert ist die zu diesem Zeitpunkt noch ungew\u00f6hnliche Feststellung, dass die Desertion selbst \u00bbals gegen die Ideen und Ziele des Nationalsozialismus gerichtete Tat anzusehen\u00ab sei. Diese wurde damit zugleich als Akt f\u00fcr ein freies und demokratisches \u00d6sterreich gewertet.  Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bescheid.png\" width=\"371\" height=\"520\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bescheid.png 619w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bescheid-214x300.png 214w\" sizes=\"(max-width: 371px) 100vw, 371px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3533\" class=\"wp-caption-text\">Bescheid der Tiroler Landesregierung, 27. Januar 2005 (Auszug). <br \/>Quelle: Privatarchiv Peter Pirker<\/p><\/div>\n<p>Bereits nach kurzer Zeit erreichte David Holzer die positive Nachricht, dass seine Amtsbescheinigung bewilligt, eine Opferrentenzahlung festgesetzt sei. Bemerkenswert ist die zu diesem Zeitpunkt noch ungew\u00f6hnliche Feststellung, dass die Desertion selbst \u00bbals gegen die Ideen und Ziele des Nationalsozialismus gerichtete Tat anzusehen\u00ab sei. Diese wurde damit zugleich als Akt f\u00fcr ein freies und demokratisches \u00d6sterreich gewertet.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_4038\" style=\"width: 375px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Schreiben-Pr\u00fcfung_I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4038\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4038 \" alt=\"Schreiben Sozialministerium an die Tiroler Landesregierung, 1. M\u00e4rz 2005 (zwei Bl\u00e4tter). Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Schreiben-Pr\u00fcfung_I+II.jpg\" width=\"365\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Schreiben-Pr\u00fcfung_I+II.jpg 609w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Schreiben-Pr\u00fcfung_I+II-300x229.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Schreiben-Pr\u00fcfung_I+II-392x300.jpg 392w\" sizes=\"(max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4038\" class=\"wp-caption-text\">Schreiben Sozialministerium an die Tiroler Landesregierung, 1. M\u00e4rz 2005 (zwei Bl\u00e4tter).<br \/>Quelle: Privatarchiv Peter Pirker<\/p><\/div>\n<p>Das Ministerium stellte fest, dass trotz der vorg\u00e4ngigen Anerkennung durch den Nationalfonds Holzers \u00bbpolitische Motivierung\u00ab noch einmal nachgewiesen werden m\u00fcsste. Den ersten Bescheid vom 27. Januar best\u00e4tigte das Sozialministerium erst knapp eineinhalb Jahren sp\u00e4ter, nach abermaliger eingehender Archivrecherche.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_4040\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090701_Misstandfeststelluing_I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4040\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4040 \" title=\"Missstandsfeststellung, 1. Juli 2009 (Auszug). Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" alt=\"Missstandsfeststellung, 1. Juli 2009 (Auszug). Quelle: Privatarchiv Peter Pirker\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090701_Misstandfeststelluing_I+II-1024x684.jpg\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090701_Misstandfeststelluing_I+II-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090701_Misstandfeststelluing_I+II-300x200.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090701_Misstandfeststelluing_I+II-448x300.jpg 448w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4040\" class=\"wp-caption-text\">Missstandsfeststellung, 1. Juli 2009 (Auszug).<br \/>Quelle: Privatarchiv Peter Pirker<\/p><\/div>\n<p>Der Opferf\u00fcrsorgeakt David Holzers blieb zwischen Juni 2006 und August 2008 in der Verwaltung unbearbeitet. Ohne Hilfe von au\u00dfen h\u00e4tte Holzer wohl niemals Zahlungen nach OFG erhalten. Ein befreundeter Wissenschaftler wandte sich 2009 an die Volksanwaltschaft, die daraufhin einen \u00bbMissstand der Verwaltung feststellte. Zwischenzeitlich hatten die Sozialbeh\u00f6rden die ausst\u00e4ndigen Rentenzahlungen an David Holzer \u00fcberwiesen. Zwischen Antrag und Auszahlung waren 50 Monate vergangen.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"clear: both;\"><strong>Karl Korunka (1927-2012)<\/strong><\/div>\n<p>Im Januar 1998 stellte Karl Korunka, am Ende des Krieges Rekrut in einer Nachrichtenabteilung des Heeres, einen Antrag auf Ausgabe eines Opferausweises nach OFG. Der damals 17-J\u00e4hrige war im September 1944 zun\u00e4chst einem Einberufungsbescheid nicht gefolgt, Anfang Oktober aufgegriffen, wenig sp\u00e4ter geflohen, im Dezember abermals verhaftet und im Januar 1945 wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt worden. Der Gerichtsherr setzte die Strafe kurz darauf \u00bbim Gnadenwege\u00ab zur Frontbew\u00e4hrung aus. Auf dem Weg dorthin gelang Korunka seinen eigenen Angaben zufolge ein weiteres Mal die Flucht. Die zust\u00e4ndige Wiener Sozialbeh\u00f6rde wies das Ansuchen ab, da eine (nach dem Gesetz definierte) politische Motivation aus den \u00fcberlieferten Gerichtsunterlagen nicht hervorging. Sieben Jahre nach seinem ersten Antrag, im Nachgang des 2005 erlassenen NS-Aufhebungsgesetzes, bem\u00fchte sich Karl Korunka abermals um einen Opferausweis. Die Beh\u00f6rde stellte nun fest, dass aus den \u00fcberlieferten Unterlagen nicht zweifelsfrei hervorgehe, dass Korunka die f\u00fcr eine Entsch\u00e4digung erforderliche Mindesthaftdauer von drei Monaten nachweisen k\u00f6nne und erstellte abermals keinen positiven Bescheid. Erst gut 26 Monate Jahre sp\u00e4ter, im Oktober 2011 und nach weiteren Eingaben Korunkas, wurde sein Antrag auf Haftentsch\u00e4digung schlie\u00dflich doch bewilligt; er erhielt f\u00fcr die Zeit seiner Verfolgung zwischen September 1944 und April 1945, die er abwechselnd im Wehrmachtstrafvollzug und im Verborgenen verbrachte, insgesamt 187, 50 \u20ac. Das Beispiel zeigt, dass die Sozialverwaltungen auch 67 Jahre nach Kriegsende den Verfolgten noch immer reserviert gegen\u00fcberstanden und das hohe Alter der Antragstellenden dabei offenbar kaum ber\u00fccksichtigten. Rund ein Jahr nach dem Bescheid starb Karl Korunka im Alter von 85 Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dokumente zur Fallgeschichte Karl Korunka<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3538\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19441203_Anklageverf\u00fcgung-Korunka.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3538\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3538 \" title=\"Anklageverf\u00fcgung des Gerichts der Division 177, 19. Dezember 1944.  Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik\" alt=\"Anklageverf\u00fcgung des Gerichts der Division 177, 19. Dezember 1944.  Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19441203_Anklageverf\u00fcgung-Korunka-652x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"917\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19441203_Anklageverf\u00fcgung-Korunka-652x1024.jpg 652w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19441203_Anklageverf\u00fcgung-Korunka-191x300.jpg 191w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3538\" class=\"wp-caption-text\">Anklageverf\u00fcgung des Gerichts der Division 177, 19. Dezember 1944.<br \/>Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3539\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19451202_Feldurteil-gegen-Korunka.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3539\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3539 \" title=\"Feldurteil, 2. Februar 1945 (Auszug). Die Nichtbefolgung des Gestellungsbefehls wertete das Gericht kurz vor Kriegsende als \u00bbZersetzung der Wehrkraft\u00ab. Allein darauf stand als Regelstrafe die Todesstrafe. Die Bezeichnung \u00bbVolkssch\u00e4dling\u00ab erging nach der gleichnamigen Verordnung, derzufolge praktisch jede Straftat schwerste Strafen nach sich ziehen konnte, wenn die Richter das nach den vermeintlichen \u00bbKriegsnotwendigkeiten\u00ab f\u00fcr erforderlich hielten.  Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik\" alt=\"Feldurteil, 2. Februar 1945 (Auszug). Die Nichtbefolgung des Gestellungsbefehls wertete das Gericht kurz vor Kriegsende als \u00bbZersetzung der Wehrkraft\u00ab. Allein darauf stand als Regelstrafe die Todesstrafe. Die Bezeichnung \u00bbVolkssch\u00e4dling\u00ab erging nach der gleichnamigen Verordnung, derzufolge praktisch jede Straftat schwerste Strafen nach sich ziehen konnte, wenn die Richter das nach den vermeintlichen \u00bbKriegsnotwendigkeiten\u00ab f\u00fcr erforderlich hielten.  Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19451202_Feldurteil-gegen-Korunka-664x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19451202_Feldurteil-gegen-Korunka-664x1024.jpg 664w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19451202_Feldurteil-gegen-Korunka-194x300.jpg 194w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3539\" class=\"wp-caption-text\">Feldurteil, 2. Februar 1945 (Auszug). <br \/>Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik<\/p><\/div>\n<p>Die Nichtbefolgung des Gestellungsbefehls wertete das Gericht kurz vor Kriegsende als \u00bbZersetzung der Wehrkraft\u00ab. Allein darauf stand als Regelstrafe die Todesstrafe. Die Bezeichnung \u00bbVolkssch\u00e4dling\u00ab erging nach der gleichnamigen Verordnung, derzufolge praktisch jede Straftat schwerste Strafen nach sich ziehen konnte, wenn die Richter das nach den vermeintlichen \u00bbKriegsnotwendigkeiten\u00ab f\u00fcr erforderlich hielten.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3540\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19989492_Bescheid-MA12_Korunka.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3540\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3540 \" title=\"Bescheid der Magistratsabteilung 12, 2. April 1998. Entsprechend der damals geltenden gesetzlichen Regeln, erkannten die Sozialbeh\u00f6rden wehrmachtgerichtliche Verfolgung meist nur an, wenn gleichzeitig Bescheinigungen politischer Parteien oder NS-Opferverb\u00e4nde vorgelegt werden konnten. In allen anderen F\u00e4llen wurde in der Regel rein \u00bbpers\u00f6nliche\u00ab Motive unterstellt und der verbrecherische Charakter der Wehrmachtgerichtsbarkeit insgesamt ignoriert.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" alt=\"Bescheid der Magistratsabteilung 12, 2. April 1998. Entsprechend der damals geltenden gesetzlichen Regeln, erkannten die Sozialbeh\u00f6rden wehrmachtgerichtliche Verfolgung meist nur an, wenn gleichzeitig Bescheinigungen politischer Parteien oder NS-Opferverb\u00e4nde vorgelegt werden konnten. In allen anderen F\u00e4llen wurde in der Regel rein \u00bbpers\u00f6nliche\u00ab Motive unterstellt und der verbrecherische Charakter der Wehrmachtgerichtsbarkeit insgesamt ignoriert.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19989492_Bescheid-MA12_Korunka-685x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"524\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19989492_Bescheid-MA12_Korunka-685x1024.jpg 685w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19989492_Bescheid-MA12_Korunka-200x300.jpg 200w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/19989492_Bescheid-MA12_Korunka.jpg 1840w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3540\" class=\"wp-caption-text\">Bescheid der Magistratsabteilung 12, 2. April 1998. <br \/>Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Entsprechend der damals geltenden gesetzlichen Regeln, erkannten die Sozialbeh\u00f6rden wehrmachtgerichtliche Verfolgung meist nur an, wenn gleichzeitig Bescheinigungen politischer Parteien oder NS-Opferverb\u00e4nde vorgelegt werden konnten. In allen anderen F\u00e4llen wurde in der Regel rein \u00bbpers\u00f6nliche\u00ab Motive unterstellt und der verbrecherische Charakter der Wehrmachtgerichtsbarkeit insgesamt ignoriert.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3541\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090723_Antrag-OF.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3541\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3541 \" title=\"Antrag auf einen Opferausweis, 23. Juli 2009. Wie Karl Korunka von der \u00c4nderung der Opferf\u00fcrsorgegesetzgebung 2005 erfahren hatte, ist unklar. Die Bewilligung des Antrags gut zwei Jahre sp\u00e4ter ist zwiesp\u00e4ltig. Einerseits erkannte das Amt Korunka eine Haftentsch\u00e4digung zu, obwohl er die Haftzeiten nicht anhand von Akten nachweisen konnte. Andererseits zog sich das Verfahren sehr lange hin.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien   \" alt=\"Antrag auf einen Opferausweis, 23. Juli 2009. Wie Karl Korunka von der \u00c4nderung der Opferf\u00fcrsorgegesetzgebung 2005 erfahren hatte, ist unklar. Die Bewilligung des Antrags gut zwei Jahre sp\u00e4ter ist zwiesp\u00e4ltig. Einerseits erkannte das Amt Korunka eine Haftentsch\u00e4digung zu, obwohl er die Haftzeiten nicht anhand von Akten nachweisen konnte. Andererseits zog sich das Verfahren sehr lange hin.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien   \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090723_Antrag-OF-688x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090723_Antrag-OF-688x1024.jpg 688w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090723_Antrag-OF-201x300.jpg 201w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20090723_Antrag-OF.jpg 1836w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3541\" class=\"wp-caption-text\">Antrag auf einen Opferausweis, 23. Juli 2009. <br \/>Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Wie Karl Korunka von der \u00c4nderung der Opferf\u00fcrsorgegesetzgebung 2005 erfahren hatte, ist unklar. Die Bewilligung des Antrags gut zwei Jahre sp\u00e4ter ist zwiesp\u00e4ltig. Einerseits erkannte das Amt Korunka eine Haftentsch\u00e4digung zu, obwohl er die Haftzeiten nicht anhand von Akten nachweisen konnte. Andererseits zog sich das Verfahren sehr lange hin.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"clear: both;\">\n<div id=\"attachment_3544\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/WP_20160922_18_12_16_Pro.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3544\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3544 \" title=\"Opferausweis f\u00fcr Karl Korunka, um 2011. Der Sohn eines Tischlermeisters wurde in Wien geboren und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahre 2012. Nach dem Krieg arbeitete er u.a. als Tischlergeselle. \u00dcber sein sonstiges Leben ist nichts bekannt.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien   \" alt=\"Opferausweis f\u00fcr Karl Korunka, um 2011. Der Sohn eines Tischlermeisters wurde in Wien geboren und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahre 2012. Nach dem Krieg arbeitete er u.a. als Tischlergeselle. \u00dcber sein sonstiges Leben ist nichts bekannt.  Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien   \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/WP_20160922_18_12_16_Pro-1024x577.jpg\" width=\"350\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/WP_20160922_18_12_16_Pro-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/WP_20160922_18_12_16_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/WP_20160922_18_12_16_Pro-500x281.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3544\" class=\"wp-caption-text\">Opferausweis f\u00fcr Karl Korunka, um 2011. <br \/>Quelle: Stadt- und Landesarchiv Wien<\/p><\/div>\n<p>Der Sohn eines Tischlermeisters wurde in Wien geboren und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahre 2012. Nach dem Krieg arbeitete er u.a. als Tischlergeselle. \u00dcber sein sonstiges Leben ist nichts bekannt.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturhinweise zur Wiedergutmachung<\/strong><\/p>\n<p>Karin Berger; Nikolaus Dimmel; David Forster; Claudia Spring; Heinrich Berger: Vollzugspraxis des \u201eOpferf\u00fcrsorgegesetzes\u201c. Analyse der praktischen Vollziehung des einschl\u00e4gigen Sozialrechts, Wien \/ M\u00fcnchen 2004.<\/p>\n<p>Brigitte Bailer-Galanda: Wiedergutmachung kein Thema. \u00d6sterreich und ide Opfer des Nationalsozialismus, Wien 1993.<\/p>\n<p>David Forster: Die Opfer der NS-Milit\u00e4rgerichtsbarkeit und die Zweite Republik. F\u00fcrsorge und Entsch\u00e4digung. In: Manoschek, Walter (Hg.): Opfer der NS-Milit\u00e4rjustiz. Urteilspraxis \u2013 Strafvollzug \u2013 Entsch\u00e4digungspolitik in \u00d6sterreich, Wien 2003, S. 651-703.<\/p>\n<p>David Forster: Die Zweite Republik und die Wehrmachtsdeserteure. F\u00fcrsorge und Entsch\u00e4digung f\u00fcr Opfer der NS-Milit\u00e4rjustiz. In: Pirker, Peter; Wenninger (Hg.): Wehrmachtsjustiz. Kontext, Praxis, Nachwirkungen, Wien 2010, S. 242-254.<\/p>\n<p>Hannes Metzler: Ehrlos f\u00fcr immer? Die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure in Deutschland und \u00d6sterreich, Wien 2007.<\/p>\n<p>Moos, Reinhard: Die juristische Rehabilitierung der Opfer der NS-Milit\u00e4rjustiz. In: Kohlhofer, Reinhard; Moos, Reinhard (Hg.): \u00d6sterreischische Opfer der NS\u2014Milit\u00e4rgerichtsbarkeit \u2013 Rehabilitierung und Entsch\u00e4digung, Wien 2003, S. 65-90.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Opferf\u00fcrsorgegesetz Das 1947 erlassene und in sp\u00e4teren Fassungen mehrfach novellierte Opferf\u00fcrsorgegesetz (OFG) definierte enge Kriterien daf\u00fcr, wer als Opfer des Nationalsozialismus zu gelten hatte. 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