{"id":3090,"date":"2016-05-16T16:18:55","date_gmt":"2016-05-16T14:18:55","guid":{"rendered":"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/?page_id=3090"},"modified":"2016-05-22T17:45:38","modified_gmt":"2016-05-22T15:45:38","slug":"wug-xxi","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/verfolgungsorte\/wug-xxi\/","title":{"rendered":"WUG XXI &#8211; Floridsdorf"},"content":{"rendered":"<div><span style=\"color: #b78847;\"><strong>Wehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis Floridsdorf (WUG XXI)<\/strong><\/span><\/div>\n<div>\n<p><strong>In Wien wurden von der Wehrmachtsjustiz f\u00fcnf Gef\u00e4ngnisse betrieben: Die <a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/verfolgungsorte\/wug-x\/\">Zentrale (WUG X)<\/a> befand sich in Wien-Favoriten, die erste und gr\u00f6\u00dfte Nebenstellen war in Wien-Floridsdorf eingerichtet. Es war Teil eines Unrechtsregimes das Deserteure, Selbstverst\u00fcmmler, Saboteure, Wehrdienstverweigerer, usw. verfolgte.\u00a0 Das historische Geb\u00e4ude wird auch heute noch als Gef\u00e4ngnis genutzt.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3092\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug-21_b.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3092\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3092\" title=\"Bezirksgericht (rechts, Altbau) und Justizanstalt (links, moderner Bau), 2012. (Quelle: Privatarchiv Mathias Lichtenwagner)\" alt=\"Bezirksgericht (rechts, Altbau) und Justizanstalt (links, moderner Bau), 2012. (Quelle: Privatarchiv Mathias Lichtenwagner)\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug-21_b-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug-21_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug-21_b-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug-21_b-449x300.jpg 449w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3092\" class=\"wp-caption-text\">Bezirksgericht (rechts, Altbau) und Justizanstalt (links, moderner Bau), 2012. (Quelle: Privatarchiv Mathias Lichtenwagner)<\/p><\/div>\n<p><strong>Geschichte vor 1938<\/strong><br \/>\nDas markante und gro\u00dfe Geb\u00e4ude wurde 1896 errichtet. Es beherbergte als Amtsgeb\u00e4ude Bezirksgericht samt Gefangenenhaus, Polizeistation und Magistratisches Bezirksamt, zudem mehrere Wohnungen. 1905 wurde Floridsdorf ein Wiener Bezirk, das Gefangenenhaus mehrmals erweitert und erneuert \u2013 es besa\u00df 1938 zumindest 23 Zellen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbernahme der Wehrmachtsjustiz<\/strong><br \/>\nDie Wehrmachtsjustiz verf\u00fcgte direkt nach dem \u201eAnschluss\u201c 1938 \u00fcber zu wenig Haftr\u00e4ume, weswegen man Gefangenenh\u00e4user der zivilen Justiz \u00fcbernahm. Das Gef\u00e4ngnis in der Gerichtsgasse war das Erste, noch 1938 wurden hier Soldaten inhaftiert. Zum gr\u00f6\u00dften Teil betraf dies Soldaten der Luftwaffe. Das Gef\u00e4ngnis firmierte unter dem Titel \u201eWehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis Floridsdorf\u201c oder \u201eWehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis XXI\u201c sowie teils auch als \u201eLuftwaffen-Standortarrestanstalt\u201c.<\/p>\n<p><strong>Nutzen und Netzwerk<\/strong><br \/>\nEinerseits wurden im WUG XXI Soldaten von ihren milit\u00e4rischen Verb\u00e4nden bei Verdacht selbst oder von Wehrmachtsstreife und anderen NS-Beh\u00f6rden, etwa der Polizei oder Gestapo, eingeliefert. Andererseits verbrachten Soldaten hier auch nach ihrer Verurteilung durch die Gerichte in der Innenstadt ihre Haft- bzw. Arreststrafen oder die Zeit bis zum Weitertransport in andere Anstalten des Strafvollzugs. Wie viele Soldaten das Gef\u00e4ngnis von 1938 bis 1945 durchliefen ist nicht exakt bestimmbar, vorsichtige Hochrechnungen ergeben weit \u00fcber 1.000 Gefangene.<\/p>\n<div id=\"attachment_3091\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug-21_a.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3091\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3091  \" title=\"Blick aus dem Gef\u00e4ngnis-Spazierhof auf den historischen Teil des Gefangenenhauses, 2012. (Quelle: Privatarchiv Mathias Lichtenwagner)\" alt=\"Blick aus dem Gef\u00e4ngnis-Spazierhof auf den historischen Teil des Gefangenenhauses, 2012. 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(Quelle: Privatarchiv Mathias Lichtenwagner)<\/p><\/div>\n<p><strong>Befreiung und Nutzung nach 1945<\/strong><br \/>\nDie Gegend um das Gef\u00e4ngnis stand, bedingt durch die vielen Firmen und die Remise, im Fokus der taktischen Flugangriffen der Alliierten, wovon auch der nicht-vollendete FlAK-Bunker gegen\u00fcber dem Gef\u00e4ngnis zeugt. Teile des Geb\u00e4udes wurden auch durch Bomben getroffen, wahrscheinlich aber nicht der Gef\u00e4ngnistrakt. Es ist nichts \u00fcber die Befreiung des Gef\u00e4ngnisses selbst bekannt, wahrscheinlich wurden die Gefangenen wie in den anderen Wehrmachtsgef\u00e4ngnissen rechtzeitig Richtung Westen \u201eevakuiert\u201c. Die Hinrichtung der Offiziere Alfred Huth, Rudolf Raschke und Karl Biedermann am 6.4.1945 am nahen Floridsdorfer Spitz durch SS bzw. SD hat nichts mit der Haftanstalt zu tun. Der Bezirk selbst wurde erst Mitte April 1945 vollst\u00e4ndig von der Wehrmacht befreit. Das Gef\u00e4ngnis wird seit 1997 als Au\u00dfenstelle der Justizanstalt Mittersteig verwendet.<\/p>\n<p><strong>Fallbeispiel<\/strong><br \/>\nErich Salda wurde in der Rossauer Kaserne verh\u00f6rt, sa\u00df dann bis zu seiner Verurteilung vor dem Gericht der Div. 177 am 27.10.1944 im WUG XXI ein. Er wurde am 7.2.1945 am Hinrichtungsplatz Kagran mit anderen wegen mehrfacher Selbstverst\u00fcmmelung erschossen: Einmal verletzte er sich selbst absichtlich um nicht mehr dienen zu m\u00fcssen, zweimal half er Kameraden &#8211; <a href=\"http:\/\/www.doew.at\/cms\/download\/248il\/6056_hinrichtung_kagran_2_1945.pdf\">Link Erschie\u00dfung (D\u00d6W)<\/a> &#8211; <a href=\"http:\/\/www.doew.at\/cms\/images\/20827\/original\/1412774543\/Erich-Salda_wehrkraftzersetzung.png\">Link Foto Erich Salda (D\u00d6W)<\/a><\/p>\n<\/div>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis Floridsdorf (WUG XXI) In Wien wurden von der Wehrmachtsjustiz f\u00fcnf Gef\u00e4ngnisse betrieben: Die Zentrale (WUG X) befand sich in Wien-Favoriten, die erste und gr\u00f6\u00dfte Nebenstellen war in Wien-Floridsdorf eingerichtet. 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