{"id":3079,"date":"2016-05-12T16:02:37","date_gmt":"2016-05-12T14:02:37","guid":{"rendered":"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/?page_id=3079"},"modified":"2016-05-22T17:44:54","modified_gmt":"2016-05-22T15:44:54","slug":"wug-xix","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/verfolgungsorte\/wug-xix\/","title":{"rendered":"WUG D\u00f6bling (WUG XIX)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-3081\" alt=\"wug19_b\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug19_b.png\" width=\"1347\" height=\"765\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug19_b.png 1347w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug19_b-300x170.png 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug19_b-1024x581.png 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug19_b-500x283.png 500w\" sizes=\"(max-width: 1347px) 100vw, 1347px\" \/><\/p>\n<div><span style=\"color: #b78847;\"><strong>Wehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis D\u00f6bling (WUG XIX)<br \/>\n<\/strong><\/span><\/div>\n<p><strong>In Wien wurden von der Wehrmachtsjustiz f\u00fcnf Gef\u00e4ngnisse betrieben: <a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/verfolgungsorte\/wug-x\/\">Die Zentrale (WUG X)<\/a> befand sich in Wien-Favoriten, eine der vier Nebenstellen war Wien-D\u00f6bling eingerichtet. Es war Teil eines Unrechtsregimes das Deserteure, Selbstverst\u00fcmmler, Saboteure, Wehrdienstverweigerer, usw. verfolgte. Das ehemalige Gef\u00e4ngnis dient heute der Bezirksverwaltung als Magistratsgeb\u00e4ude, an die fr\u00fchere Nutzung w\u00e4hrend des Nationalsozialismus erinnern noch originale Zellent\u00fcren und der Spazierhof des Gef\u00e4ngnis.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3080\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug19_a.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3080\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3080\" title=\"Plan des Gefangenenhauses von ca. 1900, zu sehen etwa der Spazierhof und eine Arrestzelle im Erdgescho\u00df (noch heute vorhanden!) (Quelle: Privatarchiv M.L.)\" alt=\"Plan des Gefangenenhauses von ca. 1900, zu sehen etwa der Spazierhof und eine Arrestzelle im Erdgescho\u00df (noch heute vorhanden!) (Quelle: Privatarchiv M.L.)\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug19_a-270x300.png\" width=\"270\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug19_a-270x300.png 270w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/wug19_a-922x1024.png 922w\" sizes=\"(max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3080\" class=\"wp-caption-text\">Plan des Gefangenenhauses von ca. 1900, zu sehen etwa der Spazierhof und eine Arrestzelle im Erdgescho\u00df (noch heute vorhanden!) (Quelle: Privatarchiv M.L.)<\/p><\/div>\n<p><strong>Geschichte vor 1938<\/strong><br \/>\nDer verwinkelte und mehrmals erweiterte Geb\u00e4udekomplex diente vor 1938 verschiedenen staatlichen Stellen, wesentlich Magistratisches Bezirksamt, Bezirkshauptmannschaft sowie dem Bezirksgericht D\u00f6bling und W\u00e4hring. Den Bezirksgerichten waren damals eigenst\u00e4ndige Gefangenenh\u00e4user angeschlossen, welches sodann nach 1938 von der Wehrmachtsjustiz \u00fcbernommen wurde.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00f6\u00dfe und Beschreibung<\/strong><br \/>\nDas eigentliche Gef\u00e4ngnis ist an der R\u00fcckseite Richtung S\u00fcden des Objekts Gatterburggasse 12-14. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Geb\u00e4ude mit Arrestzellen auf beiden Geschossen sowie einem Keller. Der maximale Belag lag bei der Errichtung bei rund 40 Personen, wurde aber nicht selten \u00fcberschritten. Heute zeugen noch Zellent\u00fcren und der ungenutzte Spazierhof von der Verwendung als Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbernahme der Wehrmachtsjustiz<\/strong><br \/>\nDie Wehrmachtsjustiz verf\u00fcgte \u00fcber zu wenig Haftr\u00e4ume, weswegen sie auch das D\u00f6blinger Gefangenenhaus \u00fcbernahm. Bis Ende 1939 fand die Verwendung f\u00fcr das Amtsgericht D\u00f6bling (AG D\u00f6bling), das ehemalige Bezirksgericht D\u00f6bling, ein Ende. Sp\u00e4testens f\u00fcr 1942 ist die Verwendung als Wehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis belegt, wahrscheinlich aber schon fr\u00fcher. Das Gef\u00e4ngnis taucht sowohl als \u201eWehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis Wien, Zweigstelle D\u00f6bling\u201c als auch \u201eWehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis D\u00f6bling\u201c bzw. \u201eWehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis XIX\u201c in den Akten auf.<\/p>\n<p><strong>Bedeutung<\/strong><br \/>\nDas WUG XIX war eines der vier Nebenstelle im Gef\u00e4ngnis-Netzwerk der Wiener Milit\u00e4rjustiz. Nur sehr wenige Akten zu Verfahren der Wehrmachtsjustiz sind erhalten geblieben, trotzdem l\u00e4sst sich vieles \u00fcber den Haftalltag und die Gr\u00f6\u00dfenordnung sagen. Die Gefangenen verbrachten hier sowohl Haftstrafen, Untersuchungshaft als auch die Zeit bis zum Weitertransport in andere Gef\u00e4ngnisse \u2013 etwa ins Wehrmachtsgef\u00e4ngnis Gro\u00df-Mittel (Wiener Neustadt) oder Wehrmachtsgef\u00e4ngnis Glatz; Arreststrafen hingegen keine. Neben der Wehrmachtsstreife lieferten auch andere Stellen des NS-Staates, etwa die Gestapo, Gefangene hier ein oder holte sie ab. Leiter des WUG Gatterburggasse waren scheinbar Emil Riedel sowie Martin Mauser.<\/p>\n<p><strong>Befreiung und Nutzung nach 1945<\/strong><br \/>\nEs ist nichts \u00fcber die Befreiung des Gef\u00e4ngnisses selbst bekannt, wahrscheinlich wurden die Gefangenen wie in den anderen Wehrmachtsgef\u00e4ngnissen rechtzeitig Richtung Westen \u201eevakuiert\u201c. Der Bezirk D\u00f6bling selbst wurde um den 9. April 1945 durch die Rote Armee befreit. Heute nutzt der B\u00fcrgerdienst der Stadt Wien den im Erdgeschoss gelegenen Teil des ehemaligen Gefangenenhauses. Der erste Stock, wo sich die meisten Zellen befanden, wurde zu Schulungsr\u00e4umen f\u00fcr Sch\u00fclerInnen und Kindergruppen umgebaut. Der Gro\u00dfteil der f\u00fcr ein Gefangenenhaus typischen Einrichtung wurde entfernt, lediglich eine ehemalige Zellent\u00fcr mit Guckloch und eine Klappe f\u00fcr Essen sowie der der Spazierhof f\u00fcr die Gefangenen sind noch vorhanden.<\/p>\n<p><strong>Fallbeispiel<\/strong><br \/>\nDas Schicksal des K\u00e4rntner Hermann Pischelsberger, der im WUG D\u00f6bling einsa\u00df und in Kagran hingerichtet wurde &#8211; <a href=\"http:\/\/www.erinnern-villach.at\/opfer\/212-hermann-pischelsberger-1913-1945.html\">Link Fallgeschichte (Erinnern Villach)<\/a><\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis D\u00f6bling (WUG XIX) In Wien wurden von der Wehrmachtsjustiz f\u00fcnf Gef\u00e4ngnisse betrieben: Die Zentrale (WUG X) befand sich in Wien-Favoriten, eine der vier Nebenstellen war Wien-D\u00f6bling eingerichtet. 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