{"id":1320,"date":"2014-09-03T12:29:07","date_gmt":"2014-09-03T10:29:07","guid":{"rendered":"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/?page_id=1320"},"modified":"2017-01-23T13:10:48","modified_gmt":"2017-01-23T12:10:48","slug":"taeter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/taeter\/","title":{"rendered":"T\u00e4ter"},"content":{"rendered":"<h1><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/4349-2\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-4317\" alt=\"flag_uk\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/flag_uk.jpg\" width=\"27\" height=\"18\" \/><\/a> <img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-4316\" alt=\"flag_at\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/flag_at.jpg\" width=\"27\" height=\"18\" \/><\/h1>\n<p><span style=\"color: #b78847;\"><strong>T\u00c4TER <\/strong><\/span><\/p>\n<p>Rund 3.000 Richter dienten w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges in den Reihen der Wehrmacht. Sie leiteten etwa drei Millionen Verfahren, vor allem gegen deutsche Soldaten, aber auch gegen Kriegsgefangene und ZivilistInnen im In- und Ausland \u2013 in diesen F\u00e4llen immer dann, wenn die Delikte milit\u00e4rische Belange ber\u00fchrten.<\/p>\n<p><strong>Wehrmachtjustiz und Kriegsf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Aufgabe der Richter bestand darin, durch schnelle und harte Urteile Straftaten zu s\u00fchnen. Dabei verfolgten sie die Prinzipien von Abschreckung und \u00bbErziehung\u00ab. Bei Wehrmachtangeh\u00f6rigen galt als oberstes Gebot die \u00bbAufrechterhaltung der Manneszucht\u00ab, also die Bewahrung der Disziplin in der Truppe. Die Spitzen der Wehrmachtjustiz definierten ihre Rolle selbst als \u00bbscharfes Schwert in den H\u00e4nden der F\u00fchrung zur Erringung des Sieges\u00ab. Recht sollte sein, was der Truppe n\u00fctzte.<\/p>\n<p><strong>Anspruch: Parteilichkeit<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3677\" style=\"width: 312px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-4-Symbol-NS-Justiz.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3677\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3677\" alt=\"Das Symbol der NS-Justiz\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-4-Symbol-NS-Justiz.jpg\" width=\"302\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-4-Symbol-NS-Justiz.jpg 552w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-4-Symbol-NS-Justiz-197x300.jpg 197w\" sizes=\"(max-width: 302px) 100vw, 302px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3677\" class=\"wp-caption-text\">Das Symbol der NS-Justiz<\/p><\/div>\n<p>Diese Programmatik versinnbildlicht am besten jenes Symbol, das sich die nationalsozialistische Justiz (zivile und Milit\u00e4rjustiz) nach dem Machtantritt 1933 selbst gegeben hatte: Ankn\u00fcpfend an die Personifikation des Rechts in der Justitia nach r\u00f6mischer Tradition, wird hier das nationalsozialistische Recht nicht durch eine Jungfrau, sondern durch das deutsche Wappentier, den Adler, verk\u00f6rpert. Dabei handelt es sich allerdings nicht um den Reichs-, sondern um den (nach links blickenden) Parteiadler der Nationalsozialisten. Recht sollte im Deutschen Reich also keine staatliche sondern eine \u2013 im doppelten Sinne \u2013 parteiliche Angelegenheit sein. Gewollt ist auch die Auslassung der Augenbinde des Vorbildes der Justitia. W\u00e4hrend die verbundenen Augen traditionell f\u00fcr die Unparteilichkeit der Justiz stehen \u2013 f\u00fcr das Richten ohne Ansehen der Person \u2013 so sieht der Parteiadler klar und steht umgekehrt f\u00fcr Parteilichkeit. Diese wird zus\u00e4tzlich durch das Hakenkreuz als Zeichen f\u00fcr Partei und Staat im Zentrum des Symbols verst\u00e4rkt. Das Bild wird komplettiert durch das nahezu grotesk vergr\u00f6\u00dferte (Richt-)Schwert, auf dem der Adler ruht; es steht f\u00fcr eine durch H\u00e4rte und Abschreckung gepr\u00e4gte Strafpraxis.<\/p>\n<p><strong>Steuerung und \u00bbUnabh\u00e4ngigkeit\u00ab<\/strong><\/p>\n<div>Das Wehrmachtrichterkorps unterst\u00fctzte die verbrecherischen Ziele der NS-F\u00fchrung h\u00f6chst effektiv. Daf\u00fcr spricht allein die furchtbare Urteilsbilanz der Milit\u00e4rjustiz mit ihren weit \u00fcber 30.000 Todesurteilen. Eigeninitiative und Steuerung griffen dabei nahtlos ineinander. Vor allem \u00fcber die Rechtsabteilungen in den Oberkommandos versuchte die milit\u00e4rische F\u00fchrung, Einfluss auf die Rechtspraxis zu nehmen. Laut Kriegsstrafverfahrensordnung waren die Wehrmachtrichter zwar formal \u00bbunabh\u00e4ngig\u00ab, faktisch wurde diese Position jedoch eingeschr\u00e4nkt durch die Figur des Gerichtsherrn. Dieser entschied \u00fcber Anklageerhebung sowie \u00fcber die Besetzung des Gerichts, gleichzeitig oblag ihm die Best\u00e4tigung des Urteils. Ohne seine Unterschrift war kein Schuldspruch rechtskr\u00e4ftig. Trotz punktueller Konflikte verlief der Prozess von Rechts- und Urteilsfindung insgesamt ganz im Sinne einer aus Sicht der Wehrmacht effizienten Kriegf\u00fchrung.<b> <\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_3678\" style=\"width: 821px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gerichtsbild-mit-Anmerkungen.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3678\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3678 \" title=\"\u00dcbersicht: Rollen und Funktionen an Wehrmachtgerichten entlang den Bestimmungen der Kriegsstrafverfahrensordnung.&lt;br \/&gt;Quelle: Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas\" alt=\"\u00dcbersicht: Rollen und Funktionen an Wehrmachtgerichten entlang der Kriegsstrafverfahrensordnung. Quelle: Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gerichtsbild-mit-Anmerkungen-1024x654.png\" width=\"811\" height=\"518\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gerichtsbild-mit-Anmerkungen-1024x654.png 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gerichtsbild-mit-Anmerkungen-300x191.png 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gerichtsbild-mit-Anmerkungen-469x300.png 469w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gerichtsbild-mit-Anmerkungen.png 1070w\" sizes=\"(max-width: 811px) 100vw, 811px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3678\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcbersicht: Rollen und Funktionen an Wehrmachtgerichten entlang den Bestimmungen der Kriegsstrafverfahrensordnung.<br \/>Quelle: Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas<\/p><\/div>\n<p><strong>Gr\u00fcnde f\u00fcr die Urteilsbilanz<\/strong> Nach bisherigem Forschungsstand verh\u00e4ngten die meisten Milit\u00e4rjuristen harte Strafen \u00e4u\u00dferst bereitwillig. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr waren vielf\u00e4ltig. Grunds\u00e4tzlich ist von einem hohen Ma\u00df an \u00dcbereinstimmung mit den Prinzipien des \u00bbF\u00fchrerstaats\u00ab und den Kriegszielen des NS-Regimes auszugehen. Karrieredenken, Gruppendruck oder richterlicher Korpsgeist wogen grunds\u00e4tzlich schwerer als vereinzelt in den Akten aufscheinende Bedenken gegen\u00fcber den von der F\u00fchrung geforderten harten Urteilen. Schlie\u00dflich hatte auch der Kriegsverlauf selbst Einfluss auf die richterlichen Entscheidungen: Um die sich seit 1943 immer klarer abzeichnende Niederlage noch abzuwenden, ging die Wehrmachtjustiz immer brutaler gegen jegliche Form von \u00bbAufl\u00f6sungserscheinungen\u00ab vor, ganz gleich, ob bei den Gerichten im sogenannten Heimatkriegsgebiet oder an der Front.<\/p>\n<div id=\"attachment_3684\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tabellle-Urteilsbilanz.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3684\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3684 \" title=\"Tabelle Urteilsbilanz Milit\u00e4rjustiz im Ersten und Zweiten Weltkrieg Quelle: Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas\" alt=\"Tabelle Urteilsbilanz Milit\u00e4rjustiz im Ersten und Zweiten Weltkrieg Quelle: Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tabellle-Urteilsbilanz.png\" width=\"690\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tabellle-Urteilsbilanz.png 690w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tabellle-Urteilsbilanz-300x153.png 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tabellle-Urteilsbilanz-500x256.png 500w\" sizes=\"(max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3684\" class=\"wp-caption-text\">Tabelle Urteilsbilanz Milit\u00e4rjustiz im Ersten und Zweiten Weltkrieg<br \/>Quelle: Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas<\/p><\/div>\n<p><strong>Fallbeispiele Wehrmachtrichter<\/strong> Sch\u00e4tzungen zufolge d\u00fcrfte es in den Reihen des Wehrmachtrichterkorps zwischen 200 und 300 \u00f6sterreichische Richter gegeben haben. Ob sich deren spezifische Urteilspraxis von denen ihrer \u00bbreichsdeutschen\u00ab Kollegen unterschied, ist unbekannt. Analog zu Forschungsergebnissen \u00fcber Einstellung und Motivation der insgesamt rund 1,3 Millionen \u00d6sterreicher in der Wehrmacht ist jedoch davon auszugehen, dass die \u00bbostm\u00e4rkischen\u00ab Richter sich ebenso nahtlos in die Kriegf\u00fchrung einf\u00fcgten wie ihre bewaffneten Kameraden. Die folgenden Beispiele von \u00f6sterreichischen und reichsdeutschen Wehrmachtrichtern zeigen ein Spektrum von Funktionen, Positionen und auch von Handlungsm\u00f6glichkeiten auf. W\u00e4hrend etwa der aus K\u00f6ln stammende konservativ-deutschnationale Heinrich Hehnen beispielhaft f\u00fcr eine den Angeklagten gegen\u00fcber mildere Urteils- und Gutachterpraxis steht, zeigt der am Wiener Divisionsgericht t\u00e4tige Karl Everts eine gegens\u00e4tzliche Handlungsoption auf. Beide waren als Chefrichter ihrer Divisionen t\u00e4tig und interpretierten ihre Aufgaben unterschiedlich. Daran l\u00e4sst sich erkennen, dass den handelnden Juristen trotz der besonderen Situation des Krieges und der straffen Lenkung durch eine zumeist r\u00fccksichtslos durchgreifende Dienstaufsicht immer noch Argumentationsspielr\u00e4ume \u2013 auch zugunsten der Angeklagten \u2013 blieben. Die Pr\u00e4sentation der \u00f6sterreichischen Richter auf dieser Homepage reflektiert die beginnende Forschung zum Themenkomplex hierzulande. Die Fallgeschichte Otto Tschadeks steht einerseits beispielhaft f\u00fcr die Spruchpraxis eines \u00f6sterreichischen Wehrmachtrichters, andererseits f\u00fcr den pers\u00f6nlichen wie \u00f6ffentlichen Umgang mit dem Thema in der Zweiten Republik. Obwohl seine Funktion als Marinerichter nicht unbekannt war, reichten seine apologetischen und in Teilen besch\u00f6nigenden Selbstaussagen aus, um ihn selbst und gleichzeitig die Milit\u00e4rjuristen des \u00bbDritten Reiches\u00ab insgesamt positiv als \u00bbPflichterf\u00fcller\u00ab und \u00bbVerteidiger der Heimat\u00ab darzustellen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"attachment_1433\" style=\"width: 255px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tschadek.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1433\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1433  \" alt=\"Otto Tschadek Quelle: Kultur- und Museumsverein Bruck an der Leitha\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tschadek-813x1024.jpg\" width=\"245\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tschadek-813x1024.jpg 813w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tschadek-238x300.jpg 238w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tschadek.jpg 1002w\" sizes=\"(max-width: 245px) 100vw, 245px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1433\" class=\"wp-caption-text\">Otto Tschadek, 1941 \/ Quelle: Kultur- und Museumsverein Bruck an der Leitha<\/p><\/div>\n<p><strong><\/strong><em><strong>\u00bbMan stellt sich heute die Milit\u00e4rgerichte als nazistische Einrichtungen vor.\u00a0 In Wirklichkeit lagen die Dinge vollkommen anders\u00ab\u00a0 <\/strong><\/em> <em>Otto Tschadek, Erlebtes und Erkanntes. Wien 1962, S. 82.<\/em><\/p>\n<p><strong>Otto Tschadek (1904-1969)<\/strong><\/p>\n<p>Im August 1940 r\u00fcckte Otto Tschadek zur Kriegsmarine ins nordostdeutsche Stralsund ein. Aufgrund des gro\u00dfen Bedarfs der Wehrmacht an Juristen erfolgte bereits ein gutes Jahr sp\u00e4ter seine Ernennung zum Marine-Hilfskriegsgerichtsrat beim Gericht des K\u00fcstenbefehlshabers westliche Ostsee in Kiel. Zuletzt hatte er den Rang eines Oberstabsrichters inne. In Kiel zeichnete der Nieder\u00f6sterreicher f\u00fcr mindestens zwei Todesurteile gegen Wehrmachtsoldaten verantwortlich. 1923, unmittelbar nach seiner Matura, war er in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei eingetreten und nach Beendigung seines Jus-Studium zum Doktor der Rechte promoviert worden \u2013 ein ungew\u00f6hnlicher Lebenslauf f\u00fcr einen Juristen in diesen Tagen. Anfang der 1930er Jahre nahm er die Stelle eines Gemeindebediensteten in Mannersdorf am Leithagebirge an. Seit seinen Studien war Otto Tschadek mit dem sozialdemokratischen Politiker Oskar Helmer (1887\u20131963) befreundet und galt als dessen Proteg\u00e9. Am 12. Februar 1934 wurde Tschadek wie viele andere sozialdemokratische Funktion\u00e4rInnen festgenommen und im \u00bbAnhaltelager\u00ab W\u00f6llersdorf interniert. Nach seiner Entlassung von dort im September 1934 arbeitete er bei einem Rechtsanwalt in Bruck an der Leitha. Nur wenige Tage nach der Kapitulation des Deutschen Reichs bestellten die britischen Besatzungstruppen Tschadek in die Kieler Stadtverwaltung. Im August 1945 wurde er zum B\u00fcrgermeister, im J\u00e4nner 1946 zum Oberb\u00fcrgermeister von Kiel ernannt. Bereits wenige Wochen sp\u00e4ter kehrte er allerdings nach \u00d6sterreich zur\u00fcck. Hier war Tschadek auf Betreiben des sp\u00e4teren Innenministers Oskar Helmer, schon bei der ersten Nationalratswahl der Zweiten Republik am 25. November 1945 ins Parlament gew\u00e4hlt worden. Sehr fr\u00fch bezog Tschadek Stellung gegen die Volksgerichte, die in \u00d6sterreich 1945 eigens zur Ahndung von NS-Verbrechen eingerichtet worden waren. Von 1949 bis 1952 und dann noch einmal zwischen 1956 und 1960 wirkte er als Justizminister in den Kabinetten Figl und Raab. Anschlie\u00dfend \u00fcbernahm er Funktionen in der nieder\u00f6sterreichischen Landespolitik: Bis zu seinem Tod blieb Tschadek dort Landeshauptmann-Stellvertreter und SP\u00d6-Klubobmann im Landtag. Noch zu Lebzeiten wurde ihm von nicht weniger als 25 \u00f6sterreichischen Gemeinden die Ehrenb\u00fcrgerw\u00fcrde verliehen. \u00dcber seine T\u00e4tigkeit als Marinerichter in Kiel wurde er nie eingehend befragt, die Todesurteile verschwieg er.<\/p>\n<p><strong>Dokumente zur Fallgeschichte Otto Tschadek<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3689\" style=\"width: 307px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tschadek-und-Ehefrau.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3689\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3689 \" title=\"Otto Tschadek mit seiner Ehefrau Maria, geb. Schubert, 23. Oktober 1934. Quelle: Kultur- und Museumsverein Bruck an der Leitha   \" alt=\"Otto Tschadek mit seiner Ehefrau Maria, geb. Schubert, 23. Oktober 1934. Quelle: Kultur- und Museumsverein Bruck an der Leitha   \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tschadek-und-Ehefrau.jpg\" width=\"297\" height=\"190\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3689\" class=\"wp-caption-text\">Otto Tschadek mit seiner Ehefrau Maria, geb. Schubert, 23. Oktober 1934. Quelle: Kultur- und Museumsverein Bruck an der Leitha<\/p><\/div>\n<p>Da das autrofaschistische Regime Tschadek nach seiner Entlassung aus dem \u00bbAnhaltelager\u00ab W\u00f6llersdorf im September 1934 die R\u00fcckkehr in den Gemeindedienst versperrte, nahm dieser eine Stelle als Konzipient bei dem Rechtsanwalt Karl Schubert in Bruck an der Leitha an. Nur wenige Wochen sp\u00e4ter heiratete er dessen Tochter.<\/p>\n<div id=\"attachment_3690\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/index.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3690\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3690 \" title=\"Otto Tschadek, nach 1945. Quelle: parlament.gv.at\" alt=\"Otto Tschadek, nach 1945. Quelle: parlament.gv.at\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/index.jpg\" width=\"196\" height=\"257\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3690\" class=\"wp-caption-text\">Otto Tschadek, nach 1945. Quelle: parlament.gv.at<\/p><\/div>\n<p>Nach dem Krieg erkl\u00e4rte Tschadek, \u00bbda\u00df zumindest im Bereich der Kriegsmarine eine Rechtssicherheit bestand und da\u00df ungerechte und unn\u00fctz harte Urteile fast nie erflossen sind\u00ab. Am 21. September 1942 verurteilte er den Matrosengefreiten Stabenow \u00bbwegen Fahnenflucht, Betruges im R\u00fcckfalle in 2 F\u00e4llen, versuchten Betruges im R\u00fcckfalle, Diebstahls in 3 F\u00e4llen und Unterschlagung zum Tode und Verlust der b\u00fcrgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit und zu 5 Jahren Zuchthaus und einer Geldstrafe von RM 400\u00ab zum Tode. Das Urteil wurde am 7. Oktober 1942 um 7.30 Uhr \u00bbdurch Erschie\u00dfen vollstreckt\u00ab.<\/p>\n<div id=\"attachment_3691\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/TU-Tschadek.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3691\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3691 \" title=\"Eintrag in der Strafverfahrensliste des Gerichts des K\u00fcstenbefehlshabers westliche Ostsee, November 1944. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv Freiburg \" alt=\"Eintrag in der Strafverfahrensliste des Gerichts des K\u00fcstenbefehlshabers westliche Ostsee, November 1944. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv Freiburg \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/TU-Tschadek-816x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"732\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/TU-Tschadek-816x1024.jpg 816w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/TU-Tschadek-239x300.jpg 239w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3691\" class=\"wp-caption-text\">Eintrag in der Strafverfahrensliste des Gerichts des K\u00fcstenbefehlshabers westliche Ostsee, November 1944. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv Freiburg<\/p><\/div>\n<p>Am 27. November 1944 verurteilte Otto Tschadek den Obermaat Heinrich Laurien \u00bbwegen Pl\u00fcnderung zum Tode und zur Wehrunw\u00fcrdigkeit\u00ab. Der oberste Marinejurist des Deutschen Reichs, Admiralstabsrichter Joachim Rudolphi, griff in diesem Fall mildernd ein, machte von seinem Gnadenrecht Gebrauch und wandelte am 9. Dezember 1944 die Todes- in eine zw\u00f6lfj\u00e4hrige Zuchthausstrafe um.<\/p>\n<div id=\"attachment_3686\" style=\"width: 2450px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kiel-Oberpr\u00e4sident.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3686\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3686 \" title=\"Meldung \u00fcber die Berufung Otto Tschadeks zum B\u00fcrgermeister von Kiel, 24. Oktober 1945. Quelle: Stadtarchiv Kiel\" alt=\"Meldung \u00fcber die Berufung Otto Tschadeks zum B\u00fcrgermeister von Kiel, 24. Oktober 1945. Quelle: Stadtarchiv Kiel\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kiel-Oberpr\u00e4sident.jpg\" width=\"2440\" height=\"3428\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kiel-Oberpr\u00e4sident.jpg 2440w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kiel-Oberpr\u00e4sident-213x300.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 2440px) 100vw, 2440px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3686\" class=\"wp-caption-text\">Meldung \u00fcber die Berufung Otto Tschadeks zum B\u00fcrgermeister von Kiel, 24. Oktober 1945. Quelle: Stadtarchiv Kiel<\/p><\/div>\n<p>Tschadeks Ernennung war begleitet von Demonstrationen einiger Dutzend Personen vor dem Rathaus. Durch \u00bbTschadek raus!\u00ab-Rufe erinnerten sie an harte Strafen gegen Marineangeh\u00f6rige, die Tschadek 1941 bis 1945 verh\u00e4ngt hatte. Unabh\u00e4ngig davon bildeten Tschadeks Nachkriegsfunktionen in Kiel die Grundlage f\u00fcr dessen hohe Glaubw\u00fcrdigkeit in der Zweiten Republik.<\/p>\n<div id=\"attachment_3688\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tschadek-Helmer.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3688\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3688 \" title=\"Otto Tschadek (hinten Mitte) mit Bundeskanzler Julius Raab (links) und Innenminister Oskar Helmer, um 1956: Quelle: Mandelbaum-Verlag, Wien\" alt=\"Otto Tschadek (hinten Mitte) mit Bundeskanzler Julius Raab (links) und Innenminister Oskar Helmer, um 1956: Quelle: Mandelbaum-Verlag, Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tschadek-Helmer.jpg\" width=\"190\" height=\"265\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3688\" class=\"wp-caption-text\">Otto Tschadek (hinten Mitte) mit Bundeskanzler Julius Raab (links) und Innenminister Oskar Helmer, um 1956: Quelle: Mandelbaum-Verlag, Wien<\/p><\/div>\n<p>Tschadek galt als \u00bbrechter Fl\u00fcgelmann\u00ab der Sozialdemokratie und gemeinsam mit Helmer als \u00bbder aktivste Vertreter des VdU-Kurses [Verband der Unabh\u00e4ngigen] in der SP\u00d6\u00ab. Die beiden Politiker pl\u00e4dierten mit Erfolg daf\u00fcr, den VdU, das politische Sammelbecken ehemaliger NSDAP-Mitglieder, zur Nationalratswahl 1949 zuzulassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3687\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kieler-Nachrichten-Tschadek.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3687\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3687 \" title=\"Bericht in den Kieler Nachrichten, 22. September 2010. Quelle: Kieler Nachrichten   \" alt=\"Bericht in den Kieler Nachrichten, 22. September 2010. Quelle: Kieler Nachrichten   \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kieler-Nachrichten-Tschadek-1024x572.jpg\" width=\"584\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kieler-Nachrichten-Tschadek-1024x572.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kieler-Nachrichten-Tschadek-300x167.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kieler-Nachrichten-Tschadek-500x279.jpg 500w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Kieler-Nachrichten-Tschadek.jpg 1305w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3687\" class=\"wp-caption-text\">Bericht in den Kieler Nachrichten, 22. September 2010. Quelle: Kieler Nachrichten<\/p><\/div>\n<p>Ein <a title=\"http:\/\/derstandard.at\/1282978899417\/Ex-Justizminister-Tschadek-war-ein-Blutrichter\" href=\"http:\/\/derstandard.at\/1282978899417\/Ex-Justizminister-Tschadek-war-ein-Blutrichter\">Bericht<\/a> des Politikwissenschaftlers Thomas Geldmacher im <em>Standard<\/em> hatte die Meldung auch nach Deutschland gebracht. Otto Tschadek hatte sich in Verlautbarungen stets als milde urteilender Richter dargestellt, der \u00bbviel Gelegenheit hatte, politisches Unheil zu verhindern und manche harten Urteile wegen Zersetzung der Wehrkraft abzubiegen\u00ab. Eine komplette Beurteilung seines Wirkens in Kiel ist aufgrund der Aktenverluste heute nicht mehr m\u00f6glich. Literaturhinweis: <a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Thomas-Geldmacher-Der-gute-Mensch-von-Kiel.pdf\">Geldmacher, Thomas: \u00bbDer gute Mensch von Kiel? Marinerichter Otto Tschadek (1904-1969). In: Geldmacher, Thomas u.a. (Hg.): \u00bbDa machen wir nicht mehr mit\u00ab. \u00d6sterreichische Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht, Wien 2010, S. 215-227.<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_1432\" style=\"width: 326px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Breitler.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1432\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1432  \" title=\"Leopold Breitler, etwa 1961 Quelle: Privatarchiv Christian Stanek, Wien\" alt=\"Leopold Breitler, etwa 1961 Quelle: Privatarchiv Christian Stanek, Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Breitler.jpg\" width=\"316\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Breitler.jpg 751w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Breitler-224x300.jpg 224w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1432\" class=\"wp-caption-text\">Leopold Breitler, etwa 1961 \/ Quelle: Privatarchiv Christian Stanek, Wien<\/p><\/div>\n<p><em><strong>\u00bbIch bemerke hiezu, dass diese Todesurteile ausgesprochen werden mussten, weil die vorliegenden F\u00e4lle nicht als \u203aminderschwer\u2039 im Sinne der Kriegssonderstraf- rechtsverordnung gelten konnten.\u00ab<\/strong><\/em><em> <\/em> <em>Leopold Breitler in einer Vernehmung durch das Landesgericht f\u00fcr Strafsachen Wien, 19. April 1946<\/em> <strong>Leopold Breitler (1891-1966)<\/strong> Leopold Breitler stammte aus bescheidenen Verh\u00e4ltnissen und arbeitete sich beharrlich nach oben. In der k. u. k. Armee brachte er es vom Rekruten zum Oberleutnant der Reserve, und auch im zivilen Leben gelang ihm der Aufstieg vom Schlosserkind zum Juristen. Nach seiner R\u00fcckkehr aus italienischer Kriegsgefangenschaft im August 1919 beendete er 1920 sein Jus-Studium in Wien, zwei Jahre sp\u00e4ter heiratete er Leopoldine Hochst\u00e4tter. In politischer Hinsicht l\u00e4sst sich Breitler dem christlich-sozialen Lager zuordnen. Im August 1942 r\u00fcckte er im Alter von 51 Jahren als Richter zur Division 177 in Wien ein. Gemeinsam mit dem Ankl\u00e4ger Karl Everts f\u00fchrte er hier im Herbst 1944 die Selbstverst\u00fcmmler-Prozesse gegen rund 90 Soldaten und Zivilisten. Allein in diesen Verfahren verurteilte Breitler 21 Menschen zum Tode. Er tat sich dabei keineswegs als gl\u00fchender Nationalsozialist hervor. Er steht eher f\u00fcr den angepassten Mitl\u00e4ufer. Nach dem Krieg lie\u00df sich Leopold Breitler wieder als Rechtsanwalt in Wien nieder. Im April 1946 begannen Ermittlungen u.a. in Sachen der hingerichteten \u00bbWehrkraftzersetzer\u00ab vor dem Wiener Volksgericht. In Vernehmungen wies er jede Schuld von sich. Divisionsrichter Karl Everts habe ihn gezwungen bei den Verfahren den Vorsitz f\u00fchren; die Todesurteile seien unausweichlich gewesen. Das Verfahren wurde kurz darauf eingestellt, Breitler aus der Haft entlassen. Im selben Jahr er\u00f6ffnete er eine Rechtsanwaltspraxis in der Margaretenstra\u00dfe in Wien-Wieden. Er trat danach \u00f6ffentlich nicht mehr in Erscheinung. Meldedaten deuten auf eine gesicherte \u00f6konomische Existenz, die es ihm erm\u00f6glichte, 1959 ein Einfamilienhaus in der Jagdschlossgasse in Wien-Hietzing zu erwerben. Leopold Breitler starb am 28. September 1966 und wurde auf dem Friedhof Ober St. Veit beerdigt. \u00a0 <strong>Dokumente zur Fallgeschichte Leopold Breitler<\/strong><b> <\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_3703\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb-1_Grundbuchblatt-Breitler_\u00d6StA.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3703\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3703 \" title=\"Grundbuchblatt der k. u. k. Armee f\u00fcr Leopold Breitler, undatiert: Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/Kriegsarchiv, Wien\" alt=\"Grundbuchblatt der k. u. k. Armee f\u00fcr Leopold Breitler, undatiert: Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/Kriegsarchiv, Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb-1_Grundbuchblatt-Breitler_\u00d6StA.jpg\" width=\"800\" height=\"981\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb-1_Grundbuchblatt-Breitler_\u00d6StA.jpg 800w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb-1_Grundbuchblatt-Breitler_\u00d6StA-244x300.jpg 244w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3703\" class=\"wp-caption-text\">Grundbuchblatt der k. u. k. Armee f\u00fcr Leopold Breitler, undatiert: Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/Kriegsarchiv, Wien<\/p><\/div>\n<p>Der junge Soldat diente w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges zun\u00e4chst in Galizien, wo \u00d6sterreich-Ungarns Armee und Milit\u00e4rjustiz schwere Kriegsverbrechen gegen die Zivilbev\u00f6lkerung begingen. Von seinen Vorgesetzten wird Breitler durchwegs positiv bewertet: \u00bbEin schneidiger Reserveoffizier, mit guten Charaktereigenschaften, mit gutem milit\u00e4rischen Auftreten. Im Gefechte verl\u00e4sslich, guter Patrouillenkommandant. [\u2026] Zum Kampfeinsatze an der Front geeignet.\u00ab<\/p>\n<div id=\"attachment_3701\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-3_Feldkriegsgericht-177_Hohenstaufengasse_Wien-Museum.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3701\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3701 \" title=\"Das Feldkriegsgericht der Division 177 in der Hohenstaufengasse 3, Wien, um 1942: Quelle: Wien Museum\" alt=\"Das Feldkriegsgericht der Division 177 in der Hohenstaufengasse 3, Wien, um 1942: Quelle: Wien Museum\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-3_Feldkriegsgericht-177_Hohenstaufengasse_Wien-Museum-682x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"876\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-3_Feldkriegsgericht-177_Hohenstaufengasse_Wien-Museum-682x1024.jpg 682w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-3_Feldkriegsgericht-177_Hohenstaufengasse_Wien-Museum-200x300.jpg 200w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-3_Feldkriegsgericht-177_Hohenstaufengasse_Wien-Museum.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3701\" class=\"wp-caption-text\">Das Feldkriegsgericht der Division 177 in der Hohenstaufengasse 3, Wien, um 1942: Quelle: Wien Museum<\/p><\/div>\n<p>In dem Geb\u00e4ude fanden im Herbst 1944 die Selbstverst\u00fcmmler-Prozesse statt, die Leopold Breitler als Richter f\u00fchrte. Die Angeklagte Maria Musial erinnerte sich an den Verhandlungsleiter: \u00bb\u2026 mit so rotem Umhang. Und so rotem, schiachen Kapperl, mit so einem Quast da drauf, also h\u00e4sslich. Aber so \u2026 angsteinfl\u00f6\u00dfend, wenn man das sieht. Ich wei\u00df nicht, wie viele da oben gesessen sind.\u00ab<\/p>\n<div id=\"attachment_3702\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-5_Gestapo-Fuchs-\u00d6STA.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3702\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3702 \" title=\"Gestapo-Foto von Kurt Fuchs (1919\u20131945): Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands\" alt=\"Gestapo-Foto von Kurt Fuchs (1919\u20131945): Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-5_Gestapo-Fuchs-\u00d6STA-1024x514.jpg\" width=\"584\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-5_Gestapo-Fuchs-\u00d6STA-1024x514.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-5_Gestapo-Fuchs-\u00d6STA-300x150.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-5_Gestapo-Fuchs-\u00d6STA-500x251.jpg 500w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-5_Gestapo-Fuchs-\u00d6STA.jpg 1194w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3702\" class=\"wp-caption-text\">Gestapo-Foto von Kurt Fuchs (1919\u20131945): Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands<\/p><\/div>\n<p>Der geb\u00fcrtige Grazer, im Zivilberuf Kellner, war wiederholt wegen unerlaubter Entfernung und Beleidigung von Vorgesetzten zu Gef\u00e4ngnisstrafen verurteilt worden. Nach einem Lazarettaufenthalt tauchte er bis zu seiner Ergreifung am 24. Oktober 1944 in Wien unter. Bei einer Vernehmung gab er an, er habe nicht zur Feldstrafgefangenenabteilung zur\u00fcckgewollt, \u00bbweil ich von dort unterern\u00e4hrt war und schlecht behandelt wurde, indem ich mit dem Gewehrkolben geschlagen und mit F\u00fc\u00dfen getreten wurde.\u00ab<\/p>\n<div id=\"attachment_3700\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-6_Feldurteil-\u00d6STA.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3700\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3700 \" title=\"Todesurteil gegen Kurt Fuchs, Wien, 29. Dezember 1944: Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/Archiv der Republik, Wien\" alt=\"Todesurteil gegen Kurt Fuchs, Wien, 29. Dezember 1944: Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/Archiv der Republik, Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-6_Feldurteil-\u00d6STA-719x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"831\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-6_Feldurteil-\u00d6STA-719x1024.jpg 719w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-6_Feldurteil-\u00d6STA-210x300.jpg 210w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Abb.-6_Feldurteil-\u00d6STA.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3700\" class=\"wp-caption-text\">Todesurteil gegen Kurt Fuchs, Wien, 29. Dezember 1944: Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/Archiv der Republik, Wien<\/p><\/div>\n<p>Leopold Breitler forderte als Ankl\u00e4ger f\u00fcr Fuchs die Todesstrafe wegen Fahnenflucht. In der Urteilsbegr\u00fcndung wurde vermerkt, dass Fuchs \u00bbvollkommen unglaubw\u00fcrdig\u00ab und der \u00bbTypus eines vollkommen verkommenen und defekten Gro\u00dfstadtmenschen\u00ab sei. Ein Gnadengesuch des Vaters blieb erfolglos. Am 8. M\u00e4rz 1945 wurde Kurt Fuchs am Milit\u00e4rschie\u00dfplatz Kagran hingerichtet. Literaturhinweis <a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lisa-Rettl-Weil-ich-nur-nach-den-bestehenden-Gesetzen-vorgegangen-bin.pdf\">Rettl, Lisa \u00bb&#8230;Weil ich nur nach den bestehenden Gesetzen vorgegangen bin&#8230;\u00ab Leopold Breitler, eine Richterkarriere zwischen Anpassung und Pflichterf\u00fcllung\u00ab. In: Geldmacher, Thomas u.a. (Hg.): \u00bbDa machen wir nicht mehr mit\u00ab. \u00d6sterreichische Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht, Wien 2010, S. 204-214.<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_1431\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Schwinge_BStU_Kopie_MfS_RHE_2.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1431\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1431 \" alt=\"Erich Schwinge Quelle: Beh\u00f6rde des Bundesbeauftragten f\u00fcr die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehmaligen Deutschen Demokratischen Republik\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Schwinge_BStU_Kopie_MfS_RHE_2-695x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"516\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Schwinge_BStU_Kopie_MfS_RHE_2-695x1024.jpg 695w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Schwinge_BStU_Kopie_MfS_RHE_2-203x300.jpg 203w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Schwinge_BStU_Kopie_MfS_RHE_2.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1431\" class=\"wp-caption-text\">Erich Schwinge, o.J. \/ Quelle: Beh\u00f6rde des Bundesbeauftragten f\u00fcr die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehmaligen Deutschen Demokratischen Republik<\/p><\/div>\n<p><em><strong>\u00bbEs geht nicht an, dass an der Front die Besten ihr Leben dahingeben m\u00fcssen, w\u00e4hrend die k\u00f6rperlich und geistig Minderwertigen die Heimat unterw\u00fchlen.\u00ab<\/strong><\/em> <em> (Erich Schwinge: Die Behandlung der Psychopathen im Milit\u00e4rstrafrecht. In: Zeitschrift f\u00fcr Wehrrecht (IV), 1939\/1940, S.110\u2013125, S.122)<\/em> <strong>Erich Schwinge (1903-1994)<\/strong> Erich Schwinge war der f\u00fchrende Experte f\u00fcr Milit\u00e4rstrafrecht im Nationalsozialismus. Mit seinen Kommentaren zum Milit\u00e4rstrafgesetzbuch pr\u00e4gte er die Rechtsprechung der Wehrmachtjustiz im Zweiten Weltkrieg. Dabei vertrat der Strafrechtsprofessor aus Jena einen Ansatz, der schwerste Strafen schon bei geringster Abweichungen von milit\u00e4rischen Normen erm\u00f6glichte. Wie der \u00bbF\u00fchrer\u00ab und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler war er der Meinung, dass der Erste Weltkrieg auch deshalb f\u00fcr Deutschland verloren ging weil die Aufrechterhaltung der Disziplin in der Truppe nicht konsequent durchgesetzt worden war. Deshalb forderte er, die \u00bbAufrechterhaltung der Manneszucht\u00ab zum obersten Prinzip des Milit\u00e4rstrafrechts zu erheben. Ungehorsam oder Entziehung m\u00fcsste stets auf m\u00f6gliches \u00bbPsychopathentum\u00ab und \u00bbminderwertige Veranlagung\u00ab hin gepr\u00fcft werden. Seit 1941 in Wien als Kriegsgerichtsrat t\u00e4tig, zeichnete er in mehreren F\u00e4llen f\u00fcr Todesurteile gegen Wehrmachtssoldaten verantwortlich. Nach Kriegsende setzte Schwinge seine Laufbahn als Rechtswissenschaftler an der Universit\u00e4t Marburg fort. Nachdem er in den 1950er und 1960er Jahren mehrere hohe deutsche SS- und Wehrmachtsoffiziere vor alliierten Gerichten verteidigt hatte, wurde seine T\u00e4tigkeit im Krieg an der Marburger Universit\u00e4t bekannt, wo er sich Protesten ausgesetzt sah. Dass sich Schwinge zu keinem Zeitpunkt kritisch mit seiner eigenen T\u00e4tigkeit als Wehrmachtrichter auseinandergesetzt hatte, zeigte sp\u00e4testens die Herausgabe einer Schrift, in der er 1977 die T\u00e4tigkeit der Wehrmachtgerichte im Nachhinein <a href=\"http:\/\/kramerwf.de\/Aufarbeitung-der-Wehrmachtjustiz.219.0.html\">rechtfertigte<\/a>. Mehr als zehn Jahre pr\u00e4gte diese Publikation die \u00f6ffentliche Meinung \u00fcber die Milit\u00e4rjustiz. Erst 1987 erschien eine erste kritische Gegendarstellung (\u00bbDie Wehrmachtjustiz im Dienste des Nationalsozialismus\u00ab von Manfred Messerschmidt und Fritz W\u00fcllner), deren Grundaussagen bis heute G\u00fcltigkeit beanspruchen k\u00f6nnen. Bis zu seinem Tod 1994 wehrte Schwinge sich gegen die von ihm als \u00bbVerleumdung\u00ab bezeichneten Forschungsarbeiten und versuchte so, die \u00bbEhre\u00ab der Wehrmachtjustiz zu retten. Bis dahin hatte ihn die Christlich Demokratische Union (CDU) im Deutschen Bundestages wiederholt als Sachverst\u00e4ndigen zur historischen und juristischen Bewertung der Spruchpraxis der Wehrmachtgerichte berufen. \u00a0 <strong>Dokumente zur Fallgeschichte Erich Schwinge <\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3717\" style=\"width: 339px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Universit\u00e4t-Marburg.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3717\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3717 \" title=\"Philipps-Universit\u00e4t Marburg, 1930: Quelle: Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas\" alt=\"Philipps-Universit\u00e4t Marburg, 1930: Quelle: Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Universit\u00e4t-Marburg.jpg\" width=\"329\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Universit\u00e4t-Marburg.jpg 329w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Universit\u00e4t-Marburg-300x189.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3717\" class=\"wp-caption-text\">Philipps-Universit\u00e4t Marburg, 1930: Quelle: Stiftung Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas<\/p><\/div>\n<p>Hier lehrte Erich Schwinge zwischen 1936 und 1939 als Strafrechtsprofessor. In einigen Punkten \u00e4u\u00dferte er Kritik an der NS-Rechtswissenschaft. So wandte er sich gegen die Verwendung juristisch unbestimmter Begriffe wie \u00bbTreue\u00ab und \u00bbKameradschaft\u00ab und sprach sich f\u00fcr eine wissenschaftliche Definition von Straftatbest\u00e4nden aus. Insgesamt stellte sich Schwinge als Rechtsgelehrter und als Richter jedoch voll in den Dienst des nationalsozialistischen Krieges.<\/p>\n<div id=\"attachment_3720\" style=\"width: 548px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/deckblatt1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3720\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3720 \" title=\"Milit\u00e4rstrafgesetzbuch, erl\u00e4utert von Erich Schwinge, 1944: Quelle: Milit\u00e4rstrafgesetzbuch einschlie\u00dflich Kriegsstrafrecht, erl\u00e4utert von Erich Schwinge, 6. Auflage, Berlin 1944\" alt=\"Milit\u00e4rstrafgesetzbuch, erl\u00e4utert von Erich Schwinge, 1944: Quelle: Milit\u00e4rstrafgesetzbuch einschlie\u00dflich Kriegsstrafrecht, erl\u00e4utert von Erich Schwinge, 6. Auflage, Berlin 1944\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/deckblatt1.jpg\" width=\"538\" height=\"760\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/deckblatt1.jpg 538w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/deckblatt1-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 538px) 100vw, 538px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3720\" class=\"wp-caption-text\">Milit\u00e4rstrafgesetzbuch, erl\u00e4utert von Erich Schwinge, 1944: Quelle: Milit\u00e4rstrafgesetzbuch einschlie\u00dflich Kriegsstrafrecht, erl\u00e4utert von Erich Schwinge, 6. Auflage, Berlin 1944<\/p><\/div>\n<p>In seinen Kommentaren forderte Schwinge, die \u00bbumgekehrte Zuchtwahl\u00ab im Krieg zu unterbinden: W\u00e4hrend die \u00bbFeiglinge\u00ab zuhause \u00fcberlebten, st\u00fcrben die Tapferen an der Front.<\/p>\n<div id=\"attachment_3712\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_reschny_Polizeifoto.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3712\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3712 \" title=\"Foto der Gestapo von Anton Reschny (1927-1997), Wien 1944: Quelle: Sammlung W\u00fcllner (Stiftung Gedenkst\u00e4tten Sachsen-Anhalt)\" alt=\"Foto der Gestapo von Anton Reschny (1927-1997), Wien 1944: Quelle: Sammlung W\u00fcllner (Stiftung Gedenkst\u00e4tten Sachsen-Anhalt)\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_reschny_Polizeifoto.jpg\" width=\"1024\" height=\"496\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_reschny_Polizeifoto.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_reschny_Polizeifoto-300x145.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_reschny_Polizeifoto-500x242.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3712\" class=\"wp-caption-text\">Foto der Gestapo von Anton Reschny (1927-1997), Wien 1944: Quelle: Sammlung W\u00fcllner (Stiftung Gedenkst\u00e4tten Sachsen-Anhalt)<\/p><\/div>\n<p>Der 17j\u00e4hrige Soldat half bei R\u00e4umungsarbeiten nach einem Bombenangriff. Weil er dabei zwei Uhren an sich genommen hatte, verurteilte ihn Feldkriegsgerichtsrat Schwinge wegen \u00bbPl\u00fcnderung in einem besonders schweren Fall\u00ab zum Tode. Reschnys jugendliches Alter wurde in dem Gerichtsurteil nicht als Milderungsgrund anerkannt.<\/p>\n<div id=\"attachment_3725\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/6091_1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3725\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3725 \" title=\"Kriegsgerichtsurteil gegen Anton Reschny, 14. September 1944 (Auszug): Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes, Wien   \" alt=\"Kriegsgerichtsurteil gegen Anton Reschny, 14. September 1944 (Auszug): Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes, Wien   \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/6091_1-713x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"838\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/6091_1-713x1024.jpg 713w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/6091_1.jpg 1218w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3725\" class=\"wp-caption-text\">Kriegsgerichtsurteil gegen Anton Reschny, 14. September 1944 (Auszug): Quelle: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes, Wien<\/p><\/div>\n<p>Feldkriegsgerichtsrat Erich Schwinge befand: \u00bbKriminelle Elemente, die [&#8230;] sich am Eigentum von Bombengesch\u00e4digten [&#8230;] bereichern, m\u00fcssen wissen, dass sie ihren Kopf riskieren, [&#8230;] anders k\u00f6nnen derartige Elemente nicht in Schach gehalten werden.\u00ab Das Todesurteil wurde auf dem Weg einer Begnadigung in eine Zuchthausstrafe umgewandelt. Reschny versuchte in den 1980er Jahren erfolglos, Schwinges damaliges Todesurteil anzufechten.<\/p>\n<div id=\"attachment_3713\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061111_heeresrichtertreffen_s.1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3713\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3713  \" title=\"Einladung zum Heeresrichtertreffen, 10. August 1955: Quelle: Geschichtswerkstatt Marburg\" alt=\"Einladung zum Heeresrichtertreffen, 10. August 1955: Quelle: Geschichtswerkstatt Marburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061111_heeresrichtertreffen_s.1-744x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"803\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061111_heeresrichtertreffen_s.1-744x1024.jpg 744w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061111_heeresrichtertreffen_s.1-218x300.jpg 218w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061111_heeresrichtertreffen_s.1.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3713\" class=\"wp-caption-text\">Einladung zum Heeresrichtertreffen, 10. August 1955: Quelle: Geschichtswerkstatt Marburg<\/p><\/div>\n<p>Schwinge war einer der Organisatoren der regelm\u00e4\u00dfigen Zusammenk\u00fcnfte, die die \u00bbvorbildliche Kameradschaft\u00ab der Richter erhalten sollte. Diese nutzten die ehemalige Wehrmachtjuristen auch in den folgenden Jahren f\u00fcr sich, als Publizisten, Wissenschaftler und Studierende begannen, sich kritisch mit der Geschichte der deutschen Milit\u00e4rjustiz auseinanderzusetzen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3711\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_5vor12_titel.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3711\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3711 \" title=\"Titelblatt der studentischen Zeitung \u00bb5 vor 12\u00ab, Mai 1964: Quelle: Sammlung W\u00fcllner (Stiftung Gedenkst\u00e4tten Sachsen-Anhalt)\" alt=\"Titelblatt der studentischen Zeitung \u00bb5 vor 12\u00ab, Mai 1964: Quelle: Sammlung W\u00fcllner (Stiftung Gedenkst\u00e4tten Sachsen-Anhalt)\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_5vor12_titel-744x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"803\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_5vor12_titel-744x1024.jpg 744w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_5vor12_titel-218x300.jpg 218w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061108_5vor12_titel.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3711\" class=\"wp-caption-text\">Titelblatt der studentischen Zeitung \u00bb5 vor 12\u00ab, Mai 1964: Quelle: Sammlung W\u00fcllner (Stiftung Gedenkst\u00e4tten Sachsen-Anhalt)<\/p><\/div>\n<p>Im Januar hatte die Zeitung Zitate aus Kriegsgerichtsurteilen Schwinges aus seiner Zeit in Wien abgedruckt, die seiner Ansicht nach beleidigend wirkten und \u00bbfalsche Zusammenh\u00e4nge\u00ab herstellten. Schwinge verklagte das Blatt wegen \u00bbRufsch\u00e4digung\u00ab und verlangte 10.000 DM Entsch\u00e4digung. Das Verfahren wurde eingestellt, jedoch musste die Zeitung in der folgenden Ausgabe eine Entschuldigung abdrucken. (Zur richtigen Einordnung des abgebildeten Fotos siehe <a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/strafvollzug\/\">hier<\/a>).<\/p>\n<div id=\"attachment_3727\" style=\"width: 369px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Buchtitel_Bilanz_der_Kriegsgeneration.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3727\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3727\" title=\"\u00bbBilanz der Kriegsgeneration\u00ab von Erich Schwinge, Buchtitel der 7. Auflage, 1981. Quelle: Erich Schwinge, Bilanz der Kriegsgeneration, Marburg 1978    \" alt=\"\u00bbBilanz der Kriegsgeneration\u00ab von Erich Schwinge, Buchtitel der 7. Auflage, 1981. Quelle: Erich Schwinge, Bilanz der Kriegsgeneration, Marburg 1978    \" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Buchtitel_Bilanz_der_Kriegsgeneration-676x1024.jpg\" width=\"359\" height=\"539\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3727\" class=\"wp-caption-text\">\u00bbBilanz der Kriegsgeneration\u00ab von Erich Schwinge, Buchtitel der 7. Auflage, 1981. Quelle: Erich Schwinge, Bilanz der Kriegsgeneration, Marburg 1978<\/p><\/div>\n<p>Der Autor leugnete in dieser Schrift die Kriegsschuld Deutschlands und die Mitverantwortung \u00bbseiner Generation\u00ab f\u00fcr den Nationalsozialismus. Das Buch spiegelte die v\u00f6lkischen und nationalistischen Wertvorstellungen wider, die auch \u00fcber 30 Jahre nach Kriegsende noch verbreitet waren. Es wird bis heute verlegt und erreichte bereits die 17. Auflage.<\/p>\n<div id=\"attachment_3714\" style=\"width: 457px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061111_profil_marburger_jaegertage7.u.8.9.91.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3714\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3714 \" title=\"Foto Erich Schwinge, Marburg, 8. September 1991:  Quelle: Geschichtswerkstatt Marburg\" alt=\"Foto Erich Schwinge, Marburg, 8. September 1991:  Quelle: Geschichtswerkstatt Marburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061111_profil_marburger_jaegertage7.u.8.9.91-720x1024.jpg\" width=\"447\" height=\"631\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3714\" class=\"wp-caption-text\">Foto Erich Schwinge, Marburg, 8. September 1991:<br \/>Quelle: Geschichtswerkstatt Marburg<\/p><\/div>\n<p>Der Jurist trat bis ins hohe Alter in der \u00d6ffentlichkeit auf. Im Jahr 1990 war er noch als Gutachter f\u00fcr die CDU\/CSU-gef\u00fchrte Bundesregierung t\u00e4tig gewesen. Als solcher trug er dazu bei, die Rehabilitierung von verurteilten Kriegsdienstverweigerern, Deserteuren und \u00bbWehrkraftzersetzern\u00ab zu verz\u00f6gern.<\/p>\n<div id=\"attachment_4076\" style=\"width: 229px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Symposium-Marburg..jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4076\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-4076  \" title=\"Sympsium Marburg. Quelle: Geschichtswerkstatt Marburg\" alt=\"Sympsium Marburg. Quelle: Geschichtswerkstatt Marburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Symposium-Marburg..jpg\" width=\"219\" height=\"308\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Symposium-Marburg..jpg 347w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Symposium-Marburg.-213x300.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4076\" class=\"wp-caption-text\">Sympsium Marburg. Quelle: Geschichtswerkstatt Marburg<\/p><\/div>\n<p>Das apologetische Wirken Erich Schwinges bildete auch den Ausgangspunkt kritischer Forschungen, die auch aus dem Umfeld der Marburger Geschichtswerkstatt entstanden. Als erste Stadt bundesweit wurden etwa T\u00e4tigkeit und Bilanz der in der Region ans\u00e4ssigen Milit\u00e4rgerichte systematisch erforscht. Literaturhinweis Garbe, Detlef: \u00bbIn jedem Einzelfall&#8212; bis zur Todesstrafe\u00ab, Der Milit\u00e4rstrafrechtler Erich Schwinge &#8211; Ein deutsches Juristenleben, Hamburg 1989. <strong>\u00bbLandgerichtsrat Lueben ist ein recht bef\u00e4higter, ausserordentlich fleissiger, energischer und zielbewusster Richter mit guten und vielseitigen Kenntnissen.\u00ab<\/strong> Beurteilung Luebens durch den Pr\u00e4sidenten des Landgerichts K\u00f6nigsberg, 7. August 1933 <b>Werner Lueben (1894-1944)<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_3843\" style=\"width: 255px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0454.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3843\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3843  \" title=\"Werner Lueben, 1942. Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" alt=\"Werner Lueben, 1942. Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0454-737x1024.jpg\" width=\"245\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0454-737x1024.jpg 737w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0454-216x300.jpg 216w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0454.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 245px) 100vw, 245px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3843\" class=\"wp-caption-text\">Werner Lueben, 1942. Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek<\/p><\/div>\n<p>Werner Lueben war einer der rangh\u00f6chsten Richter der Wehrmacht. Er beendete den Ersten Weltkrieg im Range eines Leutnants der Reserve und trat nach Abschluss seines Jurastudiums 1919 in die Deutschnationale Volkspartei ein. Nach einer Karriere bei der zivilen Justiz, die er vor allem als Amtsgerichtsrat in Ostpreu\u00dfen absolvierte, trat er 1934 in die Heeresjustiz ein. Seit 1936 als Ministerialrat in der Heeresrechtsabteilung t\u00e4tig, wurde er im selben Jahr an das Reichskriegsgericht (RKG) versetzt. Zwischen 1940 und 1942 diente er dann zwischenzeitlich als juristischer Berater der deutschen Milit\u00e4rverwaltung im besetzten Frankreich. Als Richter am Reichskriegsgericht, wo er seit 1944 Senatspr\u00e4sident war, verh\u00e4ngte Lueben nach bisherigem Kenntnisstand fast 100 Todesurteile. Am 28. Juli 1944 kam er in Torgau ums Leben<i>. <\/i>Die wenigen erhaltenen Unterlagen legen einen aus Gewissensgr\u00fcnden erfolgten Selbstmord nahe, der<i> <\/i>in Zusammenhang mit mehreren Prozessen gegen katholische Geistliche stand. In den seit Herbst 1943 laufenden Verfahren drohte den Angeklagten wegen angeblicher Spionage und \u00bbWehrkraftzersetzung \u00ab die Todesstrafe. Gestapo-Angeh\u00f6rige hatten dabei offenbar Zeugen gefoltert. Im Mai 1944 \u00e4u\u00dferte Lueben, als Leiter des Verfahrens, gegen\u00fcber dem Pr\u00e4sidenten des RKG Zweifel daran, ob man \u00bbdurch versch\u00e4rfte Vernehmung\u00ab erlangte Ergebnisse vor Gericht verwenden d\u00fcrfe. \u00a0 <strong>Dokumente zur Fallgeschichte Werner Lueben<\/strong><b> <\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_3841\" style=\"width: 255px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0324.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3841\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3841  \" title=\"Portr\u00e4tfoto Werner Lueben gemeinsam mit einem Kriegskameraden, 1916: Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" alt=\"Portr\u00e4tfoto Werner Lueben gemeinsam mit einem Kriegskameraden, 1916: Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0324-754x1024.jpg\" width=\"245\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0324-754x1024.jpg 754w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0324-221x300.jpg 221w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0324.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 245px) 100vw, 245px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3841\" class=\"wp-caption-text\">Portr\u00e4tfoto Werner Lueben gemeinsam mit einem Kriegskameraden, 1916: Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek<\/p><\/div>\n<p>Lueben begann 1913 in Halle\/Saale ein Studium der Rechtswissenschaften. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Angeh\u00f6riger einer Artillerieeinheit teil. Nach der Entlassung aus dem Heeresdienst beendete Lueben sein Studium und trat im Jahre 1923 in den preu\u00dfischen Justizdienst ein.<\/p>\n<div id=\"attachment_3844\" style=\"width: 477px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben-und-Hitler.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3844\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3844  \" title=\"Werner Lueben (Bildmitte, halblinks) bei der Begr\u00fc\u00dfung Adolf Hitlers in Compi\u00e8gne, undatiert.Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" alt=\"Werner Lueben (Bildmitte, halblinks) bei der Begr\u00fc\u00dfung Adolf Hitlers in Compi\u00e8gne, undatiert.Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben-und-Hitler-685x1024.jpg\" width=\"467\" height=\"698\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben-und-Hitler-685x1024.jpg 685w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben-und-Hitler-200x300.jpg 200w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben-und-Hitler.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 467px) 100vw, 467px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3844\" class=\"wp-caption-text\">Werner Lueben (Bildmitte, halblinks) bei der Begr\u00fc\u00dfung Adolf Hitlers in Compi\u00e8gne, undatiert.Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_3840\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0225.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3840\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3840 \" title=\"Werner Lueben als juristischer Berater der Milit\u00e4rverwaltung in Frankreich. Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, 1941, Halstenbek\" alt=\"Werner Lueben als juristischer Berater der Milit\u00e4rverwaltung in Frankreich. Quelle, 1941: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0225.jpg\" width=\"1024\" height=\"670\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0225.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0225-300x196.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0225-458x300.jpg 458w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3840\" class=\"wp-caption-text\">Werner Lueben als juristischer Berater der Milit\u00e4rverwaltung in Frankreich. Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, 1941, Halstenbek<\/p><\/div>\n<p>Lueben geh\u00f6rte zum engsten Zirkel der Milit\u00e4rverwaltung; das Bild zeigt ihn (zweiter v.r.) mit dem Wehrmachtbefehlshaber Otto von St\u00fclpnagel und anderen Offizieren. Die Wehrmachtjustiz f\u00fchrte in Frankreich eine gro\u00dfe Zahl an Verfahren gegen ZivilistInnen. Zu weiteren Repressionsma\u00dfnahmen der Besatzungsherrschaft z\u00e4hlte die Deportation der dort lebenden Juden sowie die Ausbeutung der nationalen Ressourcen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3842\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0435.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3842\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3842  \" title=\"Werner Lueben gemeinsam mit Karl Sack, undatiert. Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" alt=\"Werner Lueben gemeinsam mit Karl Sack, undatiert. Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0435.jpg\" width=\"1024\" height=\"688\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0435.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0435-300x201.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/0435-446x300.jpg 446w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3842\" class=\"wp-caption-text\">Werner Lueben gemeinsam mit Karl Sack, undatiert. Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek<\/p><\/div>\n<p>Karl Sack (1896\u20131945) war zun\u00e4chst Richter am Reichskriegsgericht und wurde im September 1942 zum Chef der Heeresjustiz ernannt. In dieser Funktion war er verantwortlich f\u00fcr eine harte Linie vor allem gegen\u00fcber Angeklagten mit \u00bbstaats- und wehrfeindlicher Einstellung\u00ab und \u00bbasozialer Pers\u00f6nlichkeit\u00ab. Gleichzeitig unterhielt er Kontakte zum Widerstand; nach den Pl\u00e4nen der Verschw\u00f6rer des 20. Juli 1944 sollte er in einer zivilen Regierung als Justizminister amtieren. Karl Sack wurde im September 1944 verhaftet und im April 1945 hingerichtet.<\/p>\n<div id=\"attachment_3846\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben_Urkunde.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3846\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3846 \" title=\"Ernennungsurkunde, 10. M\u00e4rz 1944: Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" alt=\"Ernennungsurkunde, 10. M\u00e4rz 1944: Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben_Urkunde-729x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"820\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben_Urkunde-729x1024.jpg 729w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben_Urkunde-213x300.jpg 213w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lueben_Urkunde.jpg 890w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3846\" class=\"wp-caption-text\">Ernennungsurkunde, 10. M\u00e4rz 1944: Quelle: Privatarchiv Claus Lueben, Halstenbek<\/p><\/div>\n<p>Als Richter am Reichskriegsgericht war Werner Lueben f\u00fcr mindestens 97 Todesurteile verantwortlich. Er leitete zumeist politische Verfahren, etwa wegen Spionage, Verratsdelikten oder \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab \u2013 so auch die in dieser Online-Ausstellung pr\u00e4sentierten Prozesse gegen Adalbert von Springer, Krystyna Wituska und Maria Kacprzyk sowie gegen Johann Lukaschitz. Das h\u00f6chste deutsche Milit\u00e4rgericht verh\u00e4ngte w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges insgesamt rund 1.400 Todesurteile. Literaturhinweis Skowronski, Lars; Viebig, Michael: Werner Lueben. Biographische Anmerkungen zu einem Richter am Reichskriegsgericht. In: Kirschner, Albrecht (Hg.): Deserteure, Wehrkraftzersetzer und ihre Richter. Marburger Zwischenbilanz zur NS-Milit\u00e4rjustiz vor und nach 1945, Marburg 2010, S. 163-181. \u00a0 \u00a0 <strong>\u00bbEr meinte, [\u2026] sich auf die Selbst\u00e4ndigkeit des Gewissens der Richter und auf ihre Unabh\u00e4ngigkeit berufen zu d\u00fcrfen.\u00ab<\/strong> Schumann, Chefrichter beim Oberkommando des Heeres, \u00fcber Dr. Heinrich Hehnen, 18. November 1944<\/p>\n<div id=\"attachment_3862\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070131_Portraitfoto_Hehnen_WKII_ohne_Muetze.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3862\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3862 \" title=\"Heinrich Hehnen, undatiern. Quelle: Privatarchiv Hartmut Hehnen\" alt=\"Heinrich Hehnen, undatiern. Quelle: Privatarchiv Hartmut Hehnen\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070131_Portraitfoto_Hehnen_WKII_ohne_Muetze-743x1024.jpg\" width=\"350\" height=\"482\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070131_Portraitfoto_Hehnen_WKII_ohne_Muetze-743x1024.jpg 743w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070131_Portraitfoto_Hehnen_WKII_ohne_Muetze-217x300.jpg 217w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070131_Portraitfoto_Hehnen_WKII_ohne_Muetze.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3862\" class=\"wp-caption-text\">Heinrich Hehnen, undatiern. Quelle: Privatarchiv Hartmut Hehnen<\/p><\/div>\n<p><strong>Heinrich Hehnen (1894-1968)<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Heinrich Hehnen, 1894 in K\u00f6ln geboren, trat Mitte der 1930er Jahre, in den Heeresjustizdienst ein. Wie Werner Lueben hatte er als Leutnant der Reserve den Ersten Weltkrieg beendet und arbeitete in den 1920er Jahren als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt. Seit Ende 1942 war er leitender Richter bei der Division 526 im Rheinland und arbeitete meist als Gutachter f\u00fcr den Gerichtsherrn der Division. Als solcher setzte er sich in vielen F\u00e4llen f\u00fcr Angeklagte ein, indem er entlang der Bestimmungen Milderungsgr\u00fcnde auff\u00fchrte, etwa jugendliche Un\u00fcberlegtheit, schwierige h\u00e4usliche Verh\u00e4ltnisse oder Probleme mit den Vorgesetzten. H\u00e4ufig finden sich Gutachten, in denen er daf\u00fcr pl\u00e4diert, Urteile nicht im Gef\u00e4ngnis, sondern lediglich durch Arrest vollstrecken zu lassen. Doch best\u00e4tigte er auch l\u00e4ngere Haftstrafen, mittels derer die Verurteilten in Feldstrafgefangenen-Abteilungen \u00fcberstellt wurden und dort einen sehr harten Strafvollzug erdulden mussten. Als Chefrichter der Division trug er zudem auch Mitverantwortung f\u00fcr Todesurteile. Im Herbst 1944 geriet Heinrich Hehnen in Konflikt mit vorgesetzten Stellen der Heeresjustiz. Diese warfen ihm und anderen Richtern vor, sich den Vorgaben der politischen und milit\u00e4rischen F\u00fchrung zu widersetzen. Dabei ging es allerdings nicht um grundlegende Meinungsverschiedenheiten in politischen Fragen. Im Herbst 1944 verlor Hehnen daraufhin seine Stellung als Divisionsrichter und wurde an ein Milit\u00e4rgericht nach Hagen\/Westfalen versetzt.<\/p>\n<p>Am 7. Mai 1945 geriet Heinrich Hehnen in Kriegsgefangenschaft, aus der er wenige Monate sp\u00e4ter entlassen wurde. Anschlie\u00dfend arbeitete er zun\u00e4chst f\u00fcr die Stadt K\u00f6ln als Schlichter in Wohnungsstreitsachen, sp\u00e4ter als Rechtsanwalt u.a. bei Gerichten in der Region. Ein Angebot, die Stelle eines Landgerichtsdirektors in Hagen\/Westfalen anzunehmen, lehnte er ab; er wollte in seiner Heimatstadt bleiben. Im Unterschied zu zahlreichen ehemaligen Richterkollegen machte Hehnen also keine Karriere in der westdeutschen Justiz. Heinrich Hehnen starb 1968 in K\u00f6ln. \u00a0 <strong>Dokumente zur Fallgeschichte Heinrich Hehnen <\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3863\" style=\"width: 624px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070217_Heinrich_und_Carita_Hehnen.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3863\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3863 \" title=\"Heinrich Hehnen als Soldat im Ersten Weltkrieg mit seiner sp\u00e4teren Ehefrau Caritas (geborene Pelzer), undatiert.Quelle: Privatarchiv Hartmut Hehnen\" alt=\"Heinrich Hehnen als Soldat im Ersten Weltkrieg mit seiner sp\u00e4teren Ehefrau Caritas (geborene Pelzer), undatiert.Quelle: Privatarchiv Hartmut Hehnen\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070217_Heinrich_und_Carita_Hehnen.jpg\" width=\"614\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070217_Heinrich_und_Carita_Hehnen.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070217_Heinrich_und_Carita_Hehnen-300x215.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070217_Heinrich_und_Carita_Hehnen-416x300.jpg 416w\" sizes=\"(max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3863\" class=\"wp-caption-text\">Heinrich Hehnen als Soldat im Ersten Weltkrieg mit seiner sp\u00e4teren Ehefrau Caritas (geborene Pelzer), undatiert.Quelle: Privatarchiv Hartmut Hehnen<\/p><\/div>\n<p>Hehnen hatte 1913 ein Jurastudium begonnen, das er nach Kriegsende abschloss. 1925 lie\u00df er sich in K\u00f6ln als Rechtsanwalt nieder.<\/p>\n<div id=\"attachment_3864\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Image0001.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3864\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3864 \" title=\"Portr\u00e4t Heinrich Hehnens, Gem\u00e4lde eines  belgischen Malers, undatiert: Quelle: Privatarchiv Hartmut Hehnen\" alt=\"Portr\u00e4t Heinrich Hehnens, Gem\u00e4lde eines  belgischen Malers, undatiert: Quelle: Privatarchiv Hartmut Hehnen\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Image0001-768x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"778\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Image0001-768x1024.jpg 768w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Image0001-225x300.jpg 225w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Image0001.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3864\" class=\"wp-caption-text\">Portr\u00e4t Heinrich Hehnens, Gem\u00e4lde eines belgischen Malers, undatiert: Quelle: Privatarchiv Hartmut Hehnen<\/p><\/div>\n<p>Hehnen war als Milit\u00e4rjurist in Belgien, Frankreich und der Sowjetunion t\u00e4tig. Ab Dezember 1942 diente er als Richter am Gericht der Division 526 in Wuppertal.<\/p>\n<div id=\"attachment_3874\" style=\"width: 476px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061117_BArch_MA_RH_26_526_G_1220_Rechtsgutachten_Heinrich_Sturm_1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3874\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3874 \" title=\"Rechtsgutachten Heinrich Hehnens im Fall des Panzergrenadiers S., 26. Juli 1944. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" alt=\"Rechtsgutachten Heinrich Hehnens im Fall des Panzergrenadiers S., 26. Juli 1944. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061117_BArch_MA_RH_26_526_G_1220_Rechtsgutachten_Heinrich_Sturm_1.jpg\" width=\"466\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061117_BArch_MA_RH_26_526_G_1220_Rechtsgutachten_Heinrich_Sturm_1.jpg 582w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061117_BArch_MA_RH_26_526_G_1220_Rechtsgutachten_Heinrich_Sturm_1-218x300.jpg 218w\" sizes=\"(max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3874\" class=\"wp-caption-text\">Rechtsgutachten Heinrich Hehnens im Fall des Panzergrenadiers S., 26. Juli 1944. Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p>In den gesichteten Akten gab es keinen Hinweis, dass Hehnen als Richter ein Todesurteil verh\u00e4ngt hatte. Eine Stichprobe zeigte jedoch zahlreiche Bem\u00fchungen um Abmilderungen von Strafen. Im Falle des Panzergrenadiers S. schlug er zwar vor, die Haftdauer zu verringern, die Verb\u00fc\u00dfung in einem Gef\u00e4ngnis wollte er jedoch best\u00e4tigt wissen. Dies bedeutete seit 1942 h\u00e4ufig die \u00dcberstellung in eine Feldstrafgefangenen-Abteilung.<\/p>\n<div id=\"attachment_4088\" style=\"width: 828px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061114_BArch_MA_W_10_1742_Streit_um_Hehnen_I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4088\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-4088 \" title=\"Bericht des Chefrichters beim Oberkommando des Heeres, Schumann, \u00fcber Heinrich Hehnen, 18. November 1944 (zwei Bl\u00e4tter)&lt;br \/&gt;Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" alt=\"Bericht des Chefrichters beim Oberkommando des Heeres, Schumann, \u00fcber Heinrich Hehnen, 18. November 1944 (zwei Bl\u00e4tter)  Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061114_BArch_MA_W_10_1742_Streit_um_Hehnen_I+II.jpg\" width=\"818\" height=\"541\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061114_BArch_MA_W_10_1742_Streit_um_Hehnen_I+II.jpg 1022w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061114_BArch_MA_W_10_1742_Streit_um_Hehnen_I+II-300x198.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061114_BArch_MA_W_10_1742_Streit_um_Hehnen_I+II-453x300.jpg 453w\" sizes=\"(max-width: 818px) 100vw, 818px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4088\" class=\"wp-caption-text\">Bericht des Chefrichters beim Oberkommando des Heeres, Schumann, \u00fcber Heinrich Hehnen, 18. November 1944 (zwei Bl\u00e4tter)<br \/>Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p>Hier hei\u00dft es, die Richter h\u00e4tten \u00bbin Verkennung ihrer Aufgabe als eines Hilfsorgans der F\u00fchrung zur Aufrechterhaltung der Manneszucht unmissverst\u00e4ndlich das Eingehen auf die Forderungen der F\u00fchrung abgelehnt\u00ab. Heinrich Hehnen habe sich irrt\u00fcmlicherweise \u00bbauf die Selbst\u00e4ndigkeit des Gewissens der Richter und auf ihre Unabh\u00e4ngigkeit\u00ab berufen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3873\" style=\"width: 592px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061117_BArch_MA_RH_26_526_G_1220_Beschwerde_nach_1945_31.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3873\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3873 \" title=\"Schreiben des ehemaligen Panzergrenadiers Heinrich S. an das Bundesarchiv, 11. M\u00e4rz 1972: Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" alt=\"Schreiben des ehemaligen Panzergrenadiers Heinrich S. an das Bundesarchiv, 11. M\u00e4rz 1972: Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061117_BArch_MA_RH_26_526_G_1220_Beschwerde_nach_1945_31.jpg\" width=\"582\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061117_BArch_MA_RH_26_526_G_1220_Beschwerde_nach_1945_31.jpg 582w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20061117_BArch_MA_RH_26_526_G_1220_Beschwerde_nach_1945_31-218x300.jpg 218w\" sizes=\"(max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3873\" class=\"wp-caption-text\">Schreiben des ehemaligen Panzergrenadiers Heinrich S. an das Bundesarchiv, 11. M\u00e4rz 1972: Quelle: Bundesarchiv-Milit\u00e4rarchiv, Freiburg<\/p><\/div>\n<p>Dreimal wurde der junge Soldat zwischen 1943 und 1945 von Wehrmachtgerichten verurteilt. Dem Schreiben ist der Zorn von S. \u00fcber die Behandlung durch das Gericht deutlich anzumerken.<\/p>\n<div id=\"attachment_3885\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Buchtitel.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3885\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3885 \" title=\"Dokumentation des Stadtarchivs Wuppertal, 1992: Quelle: Stadtarchiv Wuppertal\" alt=\"Dokumentation des Stadtarchivs Wuppertal, 1992: Quelle: Stadtarchiv Wuppertal\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Buchtitel-718x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"832\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Buchtitel-718x1024.jpg 718w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Buchtitel-210x300.jpg 210w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Buchtitel.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3885\" class=\"wp-caption-text\">Dokumentation des Stadtarchivs Wuppertal, 1992: Quelle: Stadtarchiv Wuppertal<\/p><\/div>\n<p>Zum Barmer Kirchentag 1988 fertigte Ernst Gerd Jentgens einen Bilderzyklus zum Motiv eines hingerichteten Deserteurs an. Historiker der Bergischen Universit\u00e4t und des Wuppertaler Stadtarchivs recherchierten Fallgeschichten von Deserteuren, die am Ende des Zweiten Weltkriegs in Wuppertal hingerichtet worden waren. Daraus entwickelten sie auch Vorschl\u00e4ge f\u00fcr ein Denkmal f\u00fcr Deserteure, das allerdings nicht errichtet wurde. \u00a0 \u00a0 <strong><i>\u00bbSeiner Veranlagung nach liegt ihm besonders staatsanwaltliche, kriminalistische Ermittlungst\u00e4tigkeit. Mit wahrer Passion verfolgt er die Aufkl\u00e4rung von Straftaten.\u00ab<\/i><\/strong> Beurteilung Everts\u2019 durch den Pr\u00e4sidenten des Landgerichts K\u00f6ln, 31. Dezember 1934 <strong>Karl Everts (1905-1954)<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3900\" style=\"width: 264px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_13216_Passfoto.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3900\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3900 \" title=\"Karl Everts,undatiert. Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf\" alt=\"Karl Everts,undatiert. Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_13216_Passfoto.jpg\" width=\"254\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_13216_Passfoto.jpg 700w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_13216_Passfoto-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3900\" class=\"wp-caption-text\">Karl Everts,undatiert. Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>Karl Everts wurde in der Gemeinde R\u00fcnderoth bei K\u00f6ln als Sohn des B\u00fcrgermeisters geboren. Nach seinem Jus-Studium arbeitete er zun\u00e4chst in der zivilen Justiz bevor er 1936 in die Heeresjustiz eintrat. Nach Kriegsbeginn diente er bei Dienststellen in Frankreich, auf dem Balkan und in der Sowjetunion bevor er im Oktober 1941 an das Gericht der Division 177 in Wien versetzt wurde. Anfang 1944 stieg der vergleichsweise junge Jurist dort zum leitenden Richter auf. Nachdem es im Sommer 1944 immer h\u00e4ufiger zu F\u00e4llen von \u00bbSelbstverst\u00fcmmlungen\u00ab in seinem Zust\u00e4ndigkeitsbereich kam, ermittelte Everts mit krimineller Energie gegen zahlreiche Soldaten, die sich selbst Wunden beigebracht hatten \u2013 meist, um einem Fronteinsatz zu entgehen. Everts brachte mit Hilfe der \u00bbHeeresstreife Gro\u00df-Wien\u00ab allein im Jahre 1944 mindestens 90 solcher F\u00e4lle von \u00bbWehrkraftzersetzung\u00ab zur Anklage. Dabei ermittelte er auch gegen ZivilistInnen. In den Prozess Involvierte sagten nach dem Krieg aus, dass er in den Verfahren Folterma\u00dfnahmen angeordnet habe. In 39 dieser 90 Verfahren beantragte Everts die Todesstrafe, etwa ein Drittel der Urteile lautete auf mindestens zehn Jahre Zuchthaus. Im Juni 1945 kehrte Karl Everts aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft ins Rheinland zur\u00fcck. Er war zun\u00e4chst als juristischer Berater f\u00fcr Wirtschaftsunternehmen t\u00e4tig. 1948 \u00fcbernahm er das Ehrenamt des B\u00fcrgermeisters in R\u00fcnderoth. Im Entnazifizierungsverfahren der britischen Besatzungsbeh\u00f6rden galt er ab 1947 als \u00bbentlastet\u00ab. Der Untersuchungskommission war offenbar unbekannt geblieben, dass das Volksgericht Wien schon seit November 1945 wegen \u00bbMisshandlungen an H\u00e4ftlingen zwecks Erpressung von Gest\u00e4ndnissen\u00ab nach ihm fahnden lie\u00df. In Abwesenheit von Everts verhandelte die \u00f6sterreichische Justiz 1948 gegen Angeh\u00f6rige der \u00bbHeeresstreife Gro\u00df-Wien\u00ab. Diese hatten bei den Ermittlungen gegen \u00bbSelbstverst\u00fcmmler\u00ab eine zentrale Rolle gespielt und Everts bei den Verh\u00f6ren Gewaltanwendungen befohlen. Das Volksgericht verurteilte die meisten Angeklagten zu Haftstrafen. Seit 1951 war Everts wieder im deutschen Justizdienst t\u00e4tig. Im Juli 1952 verstarb er \u00fcberraschend an einem Herfinfarkt. Die \u00f6sterreichische Justiz hatte bis zum Schluss offenbar nichts unternommen, um Everts zu verhaften. \u00a0 <strong>\u00a0Dokumenten zur Fallgeschichte Karl Everts<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3895\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_106.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3895\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3895 \" title=\"Beim Gericht der Division 177 angefertigte Skizze, 1944: Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik\" alt=\"Beim Gericht der Division 177 angefertigte Skizze, 1944: Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_106.jpg\" width=\"1024\" height=\"743\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_106.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_106-300x217.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_106-413x300.jpg 413w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3895\" class=\"wp-caption-text\">Beim Gericht der Division 177 angefertigte Skizze, 1944: Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik<\/p><\/div>\n<p>Die Zeichnung zeigt die Namen von Soldaten und Zivilisten, gegen die Everts im zweiten Halbjahr 1944 ermittelte.<\/p>\n<div id=\"attachment_3896\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_240.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3896\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3896  \" title=\"Anklageverf\u00fcgung, 21. November 1944 (Auszug):  Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik\" alt=\"Anklageverf\u00fcgung, 21. November 1944 (Auszug):  Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_240-739x1024.jpg\" width=\"584\" height=\"809\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_240-739x1024.jpg 739w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_240-216x300.jpg 216w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1_BAND_135_5_BL_240.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3896\" class=\"wp-caption-text\">Anklageverf\u00fcgung, 21. November 1944 (Auszug):<br \/>Quelle: \u00d6sterreichisches Staatsarchiv\/ Archiv der Republik<\/p><\/div>\n<p>In den Verfahren gegen die Wiener \u00bbSelbstverst\u00fcmmler\u00ab forderte Everts als Ankl\u00e4ger meist schwerste Strafen: langj\u00e4hriges Zuchthaus oder ein Todesurteil. Als Richter fungierte dabei h\u00e4ufig Kriegsgerichtsrat Leopold Breitler. Dieser verh\u00e4ngte 21 der 39 bekannten von Everts beantragten Todesstrafen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3903\" style=\"width: 170px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Rossauer-Kaserne.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3903\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3903 \" title=\"Die Ro\u00dfauer Kaserne am Schlickplatz in Wien-Alsergrund, 2010:  Quelle: Bundesheer.at\" alt=\"Die Ro\u00dfauer Kaserne am Schlickplatz in Wien-Alsergrund, 2010:  Quelle: Bundesheer.at\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Rossauer-Kaserne.jpg\" width=\"160\" height=\"113\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3903\" class=\"wp-caption-text\">Die Ro\u00dfauer Kaserne am Schlickplatz in Wien-Alsergrund, 2010: Quelle: Bundesheer.at<\/p><\/div>\n<p>Hier lie\u00df Karl Everts im Sommer 1944 einen eigenen Verh\u00f6rraum einrichten. Die Verd\u00e4chtigen wurden mit Faustschl\u00e4gen und Fu\u00dftritten traktiert und mit dem Lineal misshandelt. Als Everts Anfang Oktober 1944 die erste Anklageverf\u00fcgung gegen 43 Beschuldigte verfasste, konnte er auf 40 Gest\u00e4ndnisse verweisen.<\/p>\n<div id=\"attachment_4097\" style=\"width: 664px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Steckbrief_Teil_I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4097\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4097 \" title=\" Auszug aus einer Abschrift eines Steckbriefs vom 5. November 1945 (zwei Bl\u00e4tter):   Quelle: Stadt- und Landesarchiv, Wien\" alt=\" Auszug aus einer Abschrift eines Steckbriefs vom 5. November 1945 (zwei Bl\u00e4tter):   Quelle: Stadt- und Landesarchiv, Wien\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Steckbrief_Teil_I+II.jpg\" width=\"654\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Steckbrief_Teil_I+II.jpg 1021w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Steckbrief_Teil_I+II-300x191.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Steckbrief_Teil_I+II-470x300.jpg 470w\" sizes=\"(max-width: 654px) 100vw, 654px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4097\" class=\"wp-caption-text\">Auszug aus einer Abschrift eines Steckbriefs vom 5. November 1945 (zwei Bl\u00e4tter):<br \/>Quelle: Stadt- und Landesarchiv, Wien<\/p><\/div>\n<p>Nach Angaben der Wiener Polizeidirektion war Everts am 4. April 1945, wenige Tage vor der Befreiung Wiens, aus der Stadt gefl\u00fcchtet; er habe es \u00bbverstanden, sich in die amerikanische Kriegsgefangenschaft zu schwindeln\u00ab, aus der er in Oberbayern entlassen worden sei. Bereits am 22. Juni 1945 waren Everts und Angeh\u00f6rige der Heeresstreife in Wien angezeigt worden.<\/p>\n<div id=\"attachment_3904\" style=\"width: 829px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/sechs_Schuldsprueche.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3904\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3904 \" title=\"Ausschnitt \u00bbNeues \u00d6sterreich\u00ab, 26.M\u00e4rz 1948: Quelle: \u00bbNeues \u00d6sterreich\u00ab vom 26. M\u00e4rz 1948\" alt=\"Ausschnitt \u00bbNeues \u00d6sterreich\u00ab, 26.M\u00e4rz 1948: Quelle: \u00bbNeues \u00d6sterreich\u00ab vom 26. M\u00e4rz 1948\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/sechs_Schuldsprueche.jpg\" width=\"819\" height=\"738\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/sechs_Schuldsprueche.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/sechs_Schuldsprueche-300x270.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/sechs_Schuldsprueche-333x300.jpg 333w\" sizes=\"(max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3904\" class=\"wp-caption-text\">Ausschnitt \u00bbNeues \u00d6sterreich\u00ab, 26.M\u00e4rz 1948: Quelle: \u00bbNeues \u00d6sterreich\u00ab vom 26. M\u00e4rz 1948<\/p><\/div>\n<p>Die Zeitung besch\u00e4ftigte sich insbesondere mit den laut Zeugenaussagen von Everts angeordneten Folterbefehlen. Der Raum, in dem der Chefrichter der Division 177 Gefangene misshandeln lie\u00df, sei bereits w\u00e4hrend des Krieges als \u00bbLachkabinett\u00ab bezeichnet worden. Die \u00f6sterreichische Justiz verfolgte Everts auch nach Abschluss des sogenannten Heeresstreifenprozesses weiter. 1951 erfuhr das Gericht Everts\u2019 R\u00fcnderother Adresse. Das zuvor ruhende Verfahren wurde wieder aufgenommen. Zu einer Verhaftung kam es indes nicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_3910\" style=\"width: 595px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tafel-42-Abb.-5-Pardo.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3910\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3910 \" title=\"Buchumschlag, \u00bbDer Fall Petersen\u00ab, 1948. Quelle: Herbert Pardo und Siegfried Schiffner, Der Fall Petersen, Hamburg 1948\" alt=\"Buchumschlag, \u00bbDer Fall Petersen\u00ab, 1948. Quelle: Herbert Pardo und Siegfried Schiffner, Der Fall Petersen, Hamburg 1948\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tafel-42-Abb.-5-Pardo.jpg\" width=\"585\" height=\"819\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tafel-42-Abb.-5-Pardo.jpg 731w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Tafel-42-Abb.-5-Pardo-214x300.jpg 214w\" sizes=\"(max-width: 585px) 100vw, 585px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3910\" class=\"wp-caption-text\">Buchumschlag, \u00bbDer Fall Petersen\u00ab, 1948. Quelle: Herbert Pardo und Siegfried Schiffner, Der Fall Petersen, Hamburg 1948<\/p><\/div>\n<p>Auf dem Gebiet der sp\u00e4teren Bundesrepublik Deutschland blieben Verfahren gegen ehemalige Wehrmachtrichter die gro\u00dfe Ausnahme. Ein Fall, in dem die deutsche Nachkriegsjustiz t\u00e4tig wurde, betraf die Hinrichtung dreier Matrosen am 9. Mai 1945. Mit ihr befassten sich zwischen 1948 und 1953 mehrere Gerichte. Die Angeklagten, der ehemalige Gerichtsherr Rudolf Petersen und der Marinerichter Adolf Holzwig, wurden freigesprochen.<\/p>\n<div id=\"attachment_4098\" style=\"width: 1027px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_2_Lebenslauf_Vorderseite_I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4098\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-4098\" alt=\"Handgeschriebener Lebenslauf Karl Everts\u2018, undatiert.  Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_2_Lebenslauf_Vorderseite_I+II.jpg\" width=\"1017\" height=\"785\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_2_Lebenslauf_Vorderseite_I+II.jpg 1017w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_2_Lebenslauf_Vorderseite_I+II-300x231.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_2_Lebenslauf_Vorderseite_I+II-388x300.jpg 388w\" sizes=\"(max-width: 1017px) 100vw, 1017px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4098\" class=\"wp-caption-text\">Handgeschriebener Lebenslauf Karl Everts\u2018, undatiert.<br \/>Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>In dem vermutlich im Vorfeld von Everts Wiedereinstellung in den Justizdienst 1951 entstandenen Lebenslauf verschweigt der damals 46j\u00e4hrige Jurist seine Zeit als Divisionsrichter in Wien. Dabei ist davon auszugehen, dass er \u00fcber die dortigen Ermittlungen gegen ihn durch das Volksgericht informiert war.<\/p>\n<div id=\"attachment_3902\" style=\"width: 477px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_71_R_1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3902\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3902  \" title=\"Dienstliche Beurteilung durch den Oberlandesgerichtspr\u00e4sidenten, 22. Februar 1952.  Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf\" alt=\"Dienstliche Beurteilung durch den Oberlandesgerichtspr\u00e4sidenten, 22. Februar 1952.  Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_71_R_1-706x1024.jpg\" width=\"467\" height=\"678\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_71_R_1-706x1024.jpg 706w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_71_R_1-207x300.jpg 207w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_de_13216_Bl_71_R_1.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 467px) 100vw, 467px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3902\" class=\"wp-caption-text\">Dienstliche Beurteilung durch den Oberlandesgerichtspr\u00e4sidenten, 22. Februar 1952 (Auszug). Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>Karl Everts, der 1951 eine Richterstelle am Amtsgericht in Aachen angetreten hatte und sp\u00e4ter zum dortigen Landgericht gewechselt war, erhielt ein au\u00dferordentlich positives Zeugnis. Auff\u00e4llig ist das offenbar auch nach Kriegsende andauernde Interesse an \u00bbstrafrichterlicher T\u00e4tigkeit\u00ab. Fast wortgleich waren in den Beurteilungen von 1934 und 1952 die Formulierungen hinsichtlich politischer Fragen: W\u00e4hrend kurz nach Machtantritt der Nationalsozialisten \u00bbkeine politischen Bedenken\u00ab f\u00fcr den Dienst in der zvilen Justiz bestanden, hei\u00dft es hier \u00bbpolitische Bedenken bestehen nicht\u00ab.<\/p>\n<div id=\"attachment_3913\" style=\"width: 727px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1949_Sportfest_2.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3913\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3913  \" title=\"Fotografie Gauturn- und Sportfest, R\u00fcnderoth, 2. und 3. Juli 1949:  Quelle: Heimat- und Versch\u00f6nerungsverein R\u00fcnderoth, Engelskirchen\" alt=\"Fotografie Gauturn- und Sportfest, R\u00fcnderoth, 2. und 3. Juli 1949:  Quelle: Heimat- und Versch\u00f6nerungsverein R\u00fcnderoth, Engelskirchen\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1949_Sportfest_2.jpg\" width=\"717\" height=\"507\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1949_Sportfest_2.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1949_Sportfest_2-300x212.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/1949_Sportfest_2-423x300.jpg 423w\" sizes=\"(max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3913\" class=\"wp-caption-text\">Fotografie Gauturn- und Sportfest, R\u00fcnderoth, 2. und 3. Juli 1949: Quelle: Heimat- und Versch\u00f6nerungsverein R\u00fcnderoth, Engelskirchen<\/p><\/div>\n<p>Karl Everts (links) war\u00a0 von Oktober 1948 bis November 1950 ehrenamtlicher B\u00fcrgermeister seines Geburtsorts.<\/p>\n<div id=\"attachment_4099\" style=\"width: 828px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_13216_Bl_75_I+II.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4099\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-4099 \" alt=\"Auszug Personalakte, Abschrift eines in der \u00bbOberbergischen Rundschau\u00ab erschienenen Nachrufs, 18. Juli 1952 (zwei Bl\u00e4tter).   Quelle: Landesarchiv NRW Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_13216_Bl_75_I+II.jpg\" width=\"818\" height=\"549\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_13216_Bl_75_I+II.jpg 1022w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_13216_Bl_75_I+II-300x201.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/20070223_BR-PE_13216_Bl_75_I+II-446x300.jpg 446w\" sizes=\"(max-width: 818px) 100vw, 818px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4099\" class=\"wp-caption-text\">Auszug Personalakte, Abschrift eines in der \u00bbOberbergischen Rundschau\u00ab erschienenen Nachrufs, 18. Juli 1952 (zwei Bl\u00e4tter).<br \/>Quelle: Landesarchiv NRW Hauptstaatsarchiv, D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>Im Juli 1952 verstarb Everts infolge eines Zusammenbruchs, den er nach einer Verhandlung der Strafkammer erlitten hatte. Literaturhinweis <a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Geldmacher_Selbstverst\u00fcmmler.pdf\">Geldmacher, Thomas: \u00bbIm Caf\u00e9 Weber sah ich viele Kameraden, die den Arm in Gips trugen.\u00ab Karl Lauterbach und das Simmeringer Netzwerk von Selbstverst\u00fcmmlern, Sommer 1944. In: Geldmacher, Thomas u.a. (Hg.): \u00bbDa machen wir nicht mehr mit\u00ab. \u00d6sterreichische Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht, Wien 2010, S. 188-194.<\/a> Riegler, Thomas: \u00bbDer kleine Himmler von Wien\u00ab und seine Helfer. Verbrechen der NS-Milit\u00e4rjustiz anhand des Fallbeispiels von Oberfeldrichter Karl Everts. In: In: Pirker, Peter; Wenninger, Florian (Hg.): Wehrmachtsjustiz. Kontext, Praxis, Nachwirkungen, Wien 2010, S. 165-181. <strong>Allgemeine Literaturhinweise zu den Juristen der Wehrmacht<\/strong> Bade, Claudia: Die Akteure der Wehrmachtsjustiz. Gruppenbiografische Anmerkungen. In: Pirker, Peter; Wenninger, Florian (Hg.): Wehrmachtsjustiz. Kontext, Praxis, Nachwirkungen, Wien 2010, S. 75-87. Bade, Claudia: \u00bbAls H\u00fcter wahrer Disziplin&#8230;\u00ab. Netzwerke ehemaliger Wehrmachtjuristen und ihre Geschichtspolitik. In: Joachim Perels, Wolfram Wette (Hg.): \u00bbMit reinem Gewissen\u00ab. Wehrmachtrichter in der Bundesrepublik und ihre Opfer, Berlin 2011, S. 124-143. Garbe, Detlef: Von \u00bbfurchtbaren Juristen\u00ab und ihrer Sorge um die \u00bbSchlagkraft der Truppe\u00ab. Deserteure der Wehrmacht und die Wehrmachtjustiz in der Nachkriegszeit. In: Greven, Michael; Wrochem, Oliver v.: Der Krieg in der Nachkriegszeit. Der Zweite Weltkrieg in der Politik und Gesellschaft der Bundesrepublik, Opladen 2000, S. 51-76. 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