{"id":1146,"date":"2014-08-26T15:34:02","date_gmt":"2014-08-26T13:34:02","guid":{"rendered":"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/?page_id=1146"},"modified":"2016-05-22T17:45:11","modified_gmt":"2016-05-22T15:45:11","slug":"wug-vii","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/verfolgungsorte\/wug-vii\/","title":{"rendered":"WUG Neubau"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_briefkopf.jpg\"><img loading=\"lazy\" style=\"border: 0px none; margin: 0px;\" title=\"Briefkopf eines Schreibens aus dem WUG VII an ein Gericht in der Innenstadt. Bildquellen: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands \/ www.doew.at\" alt=\"Briefkopf eines Schreibens aus dem WUG VII an ein Gericht in der Innenstadt. Bildquellen: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands \/ www.doew.at\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_briefkopf.jpg\" width=\"1000\" height=\"286\" \/><\/a><\/p>\n<div><span style=\"color: #b78847;\"><strong>Wehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis Neubau (WUG VII)<br \/>\n<\/strong><\/span><\/div>\n<p><strong>In Wien wurden von der Wehrmachtsjustiz f\u00fcnf Gef\u00e4ngnisse betrieben: <a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/3-verfolgung\/2-verfolgungsorte\/favoriten\">Die Zentrale (WUG X)<\/a> befand sich in Favoriten, eine der Nebenstellen war im Bezirk Neubau eingerichtet. Das Geb\u00e4ude wird heute als Kindergarten und Wohnhaus verwendet.\u00a0<strong> Es war Teil eines Unrechtsregimes das Deserteure, Selbstverst\u00fcmmler, Saboteure, Wehrdienstverweigerer, usw. verfolgte.<\/strong> Seit Mai 2014 tr\u00e4gt es eine Informationstafel das seine Geschichte w\u00e4hrend der NS-Zeit erz\u00e4hlt.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1354\" style=\"width: 336px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_plan1940.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1354\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1354 \" title=\"Ausschnitt aus einem Plan (etwa 1940), rechte Bildmitte das Gef\u00e4ngnis (rot) eingezeichnet.\" alt=\"wug-vii_plan1940\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_plan1940.jpg\" width=\"326\" height=\"302\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_plan1940.jpg 776w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_plan1940-300x278.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_plan1940-323x300.jpg 323w\" sizes=\"(max-width: 326px) 100vw, 326px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1354\" class=\"wp-caption-text\">Ausschnitt aus einem Plan (etwa 1940), rechte Bildmitte das Gef\u00e4ngnis (rot) eingezeichnet.<br \/>Bildquellen: \u00dcbersichtsplan ca. 1940 (Ausschnitt), Quelle: Wiener Stadt und Landesarchiv, Kartographische Sammlung, Sammelbestand P4: 4021<\/p><\/div>\n<p><strong>Geschichte vor 1938<\/strong><br \/>\nDas Geb\u00e4ude war in der Monarchie als \u201eSchottenhof\u201c bekannt da es immer dem Schottenstift geh\u00f6rte. 1825\/1826 erbaut, war es\u00a0 Armen- und Versorgungshaus, stiftliches Weinhaus und -keller. Seit 1850 hatte im Geb\u00e4ude das Bezirksgericht seinen Sitz; es war f\u00fcr die Bezirke Neubau und Mariahilf zust\u00e4ndig. Das Haus verf\u00fcgte \u00fcber viele Amtsr\u00e4ume und Gerichtss\u00e4le, im Inneren des U-f\u00f6rmigen Baus auch mehrere Arrestzellen. Das Bezirksgericht wurde in die Erste Republik \u00fcbernommen, ab 1931 kam eine Polizeidienststelle im Haus dazu. Schon 1932 \u00fcbernahm die Polizei das Geb\u00e4ude zur G\u00e4nze, das Bezirkgericht zog aus. Wohl auch deshalb wurde das Geb\u00e4ude w\u00e4hrend der Novemberpogrome 1938 f\u00fcr kurze Zeit von der Polizei genutzt: Gefangen genommene Juden und J\u00fcdinnen, insbesondere aus den Umlandbezirken M\u00f6dling und Baden, wurden hier kurzzeitig festgehalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_1355\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_zellenplan.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1355\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1355  \" title=\"Ausschnitt aus einem Geb\u00e4udeplan, um 1900.\" alt=\"wug-vii_zellenplan\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_zellenplan-1024x625.jpg\" width=\"280\" height=\"171\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_zellenplan-1024x625.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_zellenplan-300x183.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_zellenplan-491x300.jpg 491w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1355\" class=\"wp-caption-text\">Ausschnitt aus einem Geb\u00e4udeplan, um 1900.<br \/>Bildquellen: Archiv M.L.<\/p><\/div>\n<p><strong>Baulichkeit<\/strong><br \/>\nDas Geb\u00e4ude liegt an der Ecke eines H\u00e4userblocks, Ecke Burggasse und Hermanngasse. Die zwei Haupttrakte wiesen B\u00fcror\u00e4ume und gro\u00dfe Gerichtsr\u00e4ume auf \u2013 heute sind dort Wohnungen und ein Kindergarten. Im hinteren Teil gab es mehrere Haftr\u00e4ume und Arreste. In der Monarchie boten die Zellen Platz f\u00fcr <span style=\"font-family: DejaVu Sans Condensed,sans-serif;\">rund 40<\/span><span style=\"font-family: DejaVu Sans Condensed,sans-serif;\"> Personen sowie eine Isolierzelle, ob diese Kapazit\u00e4ten in der Ersten Republik oder im Nationalsozialismus erweitert geworden sind ist unbekannt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_1353\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_inhaftnahme.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1353\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1353 \" title=\"Standartisierter Inhaftnahmezettel eines Gefangenen der NS-Milit\u00e4rjustiz. Aufnahme in der Zentrale \u201eHardtmuthgasse\u201c, dann \u00dcbernahme ins WUG VII.\" alt=\"wug-vii_inhaftnahme\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_inhaftnahme-1024x718.jpg\" width=\"350\" height=\"245\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_inhaftnahme-1024x718.jpg 1024w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_inhaftnahme-300x210.jpg 300w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wug-vii_inhaftnahme-427x300.jpg 427w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1353\" class=\"wp-caption-text\">Standartisierter Inhaftnahmezettel eines Gefangenen der NS-Milit\u00e4rjustiz. Aufnahme in der Zentrale \u201eHardtmuthgasse\u201c, dann \u00dcbernahme ins WUG VII.<br \/>Bildquellen: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands \/ www.doew.at<\/p><\/div>\n<p><strong>Haftanstalt f\u00fcr die Wehrmacht<\/strong><br \/>\nWann genau die Wehrmacht in Neubau ein Gef\u00e4ngnis einrichtete ist unklar, vermutlich erst 1944\/1945. Die meisten H\u00e4ftlinge wurden aus der Zentralen Haftanstalt in Favoriten (WUG X) hierher verlegt. Entweder weil sie auf ihr Gerichtsverfahren oder nach der Verurteilung auf die Verlegung in ein anderes Gef\u00e4ngnis warten mussten. Einige Gefangene wurden auch verurteilt, ihre Strafen aber zur \u201eFrontbew\u00e4hrung\u201c ausgesetzt: Das bedeutete, dass sie zum Beispiel ohne Ausr\u00fcstung an gef\u00e4hrlichen Frontabschnitten Minen r\u00e4umen oder Verwunderte bergen mussten. Vor solchen Eins\u00e4tzen kamen die Gefangenen meist f\u00fcr einige Wochen ins WUG II im 2. Bezirk. Auch Todeskandidaten befanden sich in der Hermanngasse: Sie verbrachten hier die letzten Wochen vor ihrer Hinrichtung im Landgericht I oder dem Milit\u00e4rschie\u00dfplatz Kagran. Auch andere NS-Organisationen, etwa die Gestapo, durften auf das Geb\u00e4ude und die Gefangenen zugreifen.<\/p>\n<p><strong>Bedeutung<\/strong><br \/>\nDas WUG VII war eines der vier Nebenstelle im Gef\u00e4ngnis-Netzwerk der Wiener Milit\u00e4rjustiz. Nur wenige Akten zu Verfahren der Wehrmachtsjustiz sind erhalten geblieben. Trotzdem l\u00e4sst sich sagen, dass viele hundert Wehrmachtsh\u00e4ftlinge in der Hermanngasse 38 einsa\u00dfen &#8211; Gr\u00f6\u00dftenteils wohl Untersuchungs-H\u00e4ftlinge und Verurteilte, die auf ihren Weitertransport in die verschiedenen Formen des Wehrmachtstrafvollzugs warteten.<\/p>\n<div id=\"attachment_2950\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/IMG_0424-e1409941770819.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2950\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2950\" alt=\"wug-vii_tafel-detail\" src=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/IMG_0424-e1409941770819-215x300.jpg\" width=\"215\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/IMG_0424-e1409941770819-215x300.jpg 215w, https:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/IMG_0424-e1409941770819-735x1024.jpg 735w\" sizes=\"(max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2950\" class=\"wp-caption-text\">Gedenktafel am Geb\u00e4ude des ehemaligen WUG VII in Wien-Neubau, Hermanngasse 38. Bildquelle: www.deserteursdenkmal.at<\/p><\/div>\n<p><strong>Befreiung April 1945<\/strong><br \/>\n\u00dcber die Tage w\u00e4hrend der Befreiung ist nichts genaues bekannt. Die Haftanstalt wurde bis Ende M\u00e4rz 1945 schrittweise evakuiert, die Gefangenen Richtung Westen getrieben. Ebenso wenig wei\u00df man \u00fcber den \u201eleitenden Hauptmann\u201c des WUG VII, Emil Riedel. Nach der Befreiung 1945 \u00fcbernahm das Schottenstift das Geb\u00e4ude wieder, es beherbergte B\u00fcros, ein katholisches Verbindungsheim und seit 1984\/85 einen Pfarrkindergarten. 2010 lie\u00df das Stift das Haus grundlegend umbauen, die ehemaligen Zellen wurden zu Wohnraum umgewandeln. Nach Abschluss der Renovierung brachten am 8.Mai Mai 2014 der Abt des Schottenstiftes (Abt Johannes Jung) und der Neubauer Bezirksvorsteher (Thomas Blimlinger) eine Informationstafel zur Geschichte des Geb\u00e4udes an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fallbeispiel zum WUG Neubau:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/deserteursdenkmal.at\/wordpress\/3-verfolgung\/2-verfolgungsorte\/neubau\/wug-vii-fallbeispiel-mathias-b\/\">Die Verfolgungsgeschichte des Mathias B.<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wehrmachtsuntersuchungsgef\u00e4ngnis Neubau (WUG VII) In Wien wurden von der Wehrmachtsjustiz f\u00fcnf Gef\u00e4ngnisse betrieben: Die Zentrale (WUG X) befand sich in Favoriten, eine der Nebenstellen war im Bezirk Neubau eingerichtet. 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